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Kommentar: Klubs sollen Polizei-Einsätze mitfinanzieren

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Ich bin, wie alle meine Freunde und auch viele Leser wissen, leidenschaftlicher Fußball-Fan. Mein Herz schlägt für die Eintracht. Ich war im zarten Alter von fünf Jahren das erste Mal im Waldstadion. Aber ich bin auch Steuerzahler. Deshalb begrüße ich das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Bremen, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) zur Kostenübernahme für Polizeieinsätze rund um Risikospiele heranzieht. Ich würde es sogar begrüßen, wenn diese Rechtssprechung auf alle Bundesligaspiele ausgeweitet würde.

Ich bin, wie alle meine Freunde und auch viele Leser wissen, leidenschaftlicher Fußball-Fan. Mein Herz schlägt für die Eintracht. Ich war im zarten Alter von fünf Jahren das erste Mal im Waldstadion. Aber ich bin auch Steuerzahler. Deshalb begrüße ich das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Bremen, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) zur Kostenübernahme für Polizeieinsätze rund um Risikospiele heranzieht. Ich würde es sogar begrüßen, wenn diese Rechtssprechung auf alle Bundesligaspiele ausgeweitet würde.

Es kann doch nicht sein, dass die Bundesliga Milliarden- Umsätze macht und die Klubs auch Durchschnittsspielern Millionen-Gehälter zahlen, sich aber bei den anfallenden Polizeikosten drücken können. Diese entstehen vor allem deshalb, weil sich eine Minderheit der Fans nicht benehmen kann und rund um die Spiele Schlägereien anzettelt. Die Vereine, die Probleme mit ihren marodierenden Anhängern oft zu lax und kumpelhaft angehen, nehmen gerne die Vorteile der uferlosen Kommerzialisierung des Sports mit, wälzen die Kosten für die unangenehmen Begleiterscheinungen aber auf die Allgemeinheit ab. Die unzähligen Überstunden, die die Polizisten rund um die Spiele ansammeln, werden entweder endlos mitgeschleppt, mit Steuergeldern ausbezahlt oder abgebummelt und fehlen dann beim eigentlichen Sicherheitsdienst.Und man glaubt es kaum: Es gibt auch viele Menschen, die sich nicht oder weniger für Fußball interessieren. Für diese kann sich der Reiseverkehr am Wochenende (oder neuerdings auch montags) aufgrund von grölenden einheimischen, auswärtigen oder durchreisenden Fans als unangenehm und bisweilen gefährlich gestalten. Für sie ist es besonders ärgerlich, wenn sie all die Unannehmlichkeiten auch noch als Steuerzahler mitfinanzieren sollen.

Natürlich sind jene Rohheit und Fangewalt zeitgenössische Erscheinungen, die nicht allein dem Fußball anzulasten sind, aber er gibt doch den Anlass, ohne den es viele dieser Schlägereien nicht geben würde. Statt noch den siebten Ergänzungsspieler und dritten Torwartrainer zu holen, sollten die Vereine lieber noch mehr in kluge und präventive Fanarbeit investieren. Wie wäre es etwa mit einer Eintracht-Kampagne, nach der sich jeder Anhänger prüfen soll, ob er Fan dieses Vereins sein kann, wenn er Gewalt befürwortet?

dieter.sattler@fnp.de Berichte auf Seiten 1 und 26

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