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ARCHIV - 25.03.2010, Hessen, Fulda: Neben einem Kreuz steht auf einer Pressekonferenz zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein Fenster offen. (zu dpa ""Spiegel": Studie beweist massiven Missbrauch in katholischer Kirche" vom 12.09.2018) Foto: Uwe Zucchi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Kommentar: Missbrauch - Die Kirche muss endlich handeln

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An großen Worten hat es den Verantwortlichen der katholischen Kirche noch nie gefehlt. Auch nicht beim unseligen Thema sexueller Missbrauch.

An großen Worten hat es den Verantwortlichen der katholischen Kirche noch nie gefehlt. Auch nicht beim unseligen Thema sexueller Missbrauch. Ob gestern bei der Bischofskonferenz oder auch schon 2013 und 2010, als Missbrauchsvorwürfe das Bistum Limburg erschütterten. Dem Entsetzen über die schweren Verbrechen und die verhinderte Aufklärung folgten die Bitten um Entschuldigung und Vergebung. In der Vergangenheit blieb es jedoch bei der Einsicht und dem Versprechen, man werde alles tun, um die der Kirche anvertrauten Kinder und Jugendlichen besser zu schützen.

Das kirchliche Trauerspiel gleicht dem politischen: Es wird viel geredet und wenig gehandelt. Damit muss endlich Schluss sein. Nicht nur Einzelne haben gesündigt, die gesamte Kirche hat durch Wegsehen und Vertuschen schwere Schuld auf sich geladen. Die Hauptursache liegt in einem strukturellen Problem der Katholiken. Dass das Leid der Opfer wichtiger ist als das Ansehen der Institution, haben die mächtigen Männer an der Spitze inzwischen eingesehen. Nun müssen sie auch bereit sein, an die Wurzeln des Übels zu gehen und sich ernsthaft mit ihrer Sexualmoral auseinandersetzen. Zölibat, die Zulassung von Frauen zum Priesteramt, Homosexualität und Beichte sollten auf der Agenda stehen.

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