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Ein Bild mit Symbolkraft: Zurzeit ist der Haushalt im Römer in Schieflage. Dennoch wagt die Stadt eine kostenintensive Personal-Offensive.

OB-Wahl

Kommentar: Moderator für Rhein-Main gesucht

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Zwei Drittel der in Frankfurt arbeitenden Menschen leben im Umland. Sie dürfen hier nicht wählen, aber sie haben natürlich Ansprüche an das neue Stadtoberhaupt, dessen (Gewerbe-)Steuersäckel sie füllen: Der neue oder die neue OB muss noch mehr als bisher ein Moderator sein.

Keiner kann ohne den anderen, aber kann denn eigentlich jeder mit dem anderen? Die Frage bezieht sich auf Frankfurt und Rhein-Main, einen Ballungsraum mit über zwei Millionen Einwohnern, einer Region mit großen Chancen, aber auch großen Problemen, die gemein haben, dass sie nur gemeinsam gelöst werden können. Und weil das so ist, hat das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag in Frankfurt (beziehungsweise der möglichen Stichwahl in zwei Wochen) große Auswirkungen nicht nur für die Stadt, sondern auch für das Umland.

Wenn der Kuchen spricht, hat der Krümel still zu sein, diese Haltung gibt es nicht mehr zwischen Frankfurt und seinen Nachbarn. Und das ist gut so. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), aber auch Bürgermeister Uwe Becker (CDU) und die ganze Dezernenten-Schar, die im Fall des Falles zu den Krisenherden geschickt wird, haben in diesem Punkt in den vergangenen Jahren klimatische Spannungen abgebaut.

Was natürlich auch damit zusammenhängt, dass die Themen hier wie dort dieselben sind. Das Problem der fehlenden bezahlbaren Wohnungen kann nur über die Stadtgrenze hinweg gelöst werden. Und die Diskussion um das geplante Baugebiet an der A5 offenbart bei allen offenkundigen Egoismen, wie wichtig die Gespräche sind. Wenn Frankfurt aus allen Nähten platzt und immer teurer wird, leidet auch das Umland.

Aber auch die überlastete Verkehrs-Infrastruktur verlangt übergreifende Strategien von Stadt und Umland. Die weitere Entwicklung des Flughafens betrifft alle, im Guten wie im Bösen, und das gemeinsame Standortmarketing durch die „FrankfurtRheinMain GmbH“ wurde erst zum Erfolg, als allen beteiligten Kommunen der Wert der Einigkeit klar wurde.

Zwei Drittel der in Frankfurt arbeitenden Menschen leben im Umland. Sie dürfen hier nicht wählen, aber sie haben natürlich Ansprüche an das neue Stadtoberhaupt, dessen (Gewerbe-)Steuersäckel sie füllen: Der neue oder die neue OB muss noch mehr als bisher ein Moderator sein.

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