Raketenschütze von Magdeburg

Kommentar: Was nun, DFB?

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Natürlich ist es gut für die Frankfurter Eintracht, dass der Täter, der Raketenschütze von Magdeburg, nun gefasst ist. Gut für den Club ist es auch, dass der entscheidende Hinweis, ein Video und

Natürlich ist es gut für die Frankfurter Eintracht, dass der Täter, der Raketenschütze von Magdeburg, nun gefasst ist. Gut für den Club ist es auch, dass der entscheidende Hinweis, ein Video und damit eine genaue Täterbeschreibung, aus den Reihen der eigenen Fans kam. Denn damit ist man glaubwürdiger geworden. Die Frankfurter Fanszene nimmt eben nicht alles an Straftaten hin, was sich in ihrem Block so abspielt. Hut ab vor dem Zeugen, dazu gehört eine gehörige Portion Mut.

Dumm gelaufen ist es für die Frankfurter Eintracht trotzdem. Am Montag, während der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht, konnte ihr Rechtsanwalt Christoph Schickhardt lediglich anmerken, dass die Polizei wohl kurz vor einer Festnahme stehe. Hätte er den Namen des Täters bereits präsentieren können, so wäre das Urteil vielleicht anders ausgefallen.

Es ist schon pervers, dass am Montag verkündet wurde, alle Auswärtsfahrer benötigen in der Rückrunde personalisierte Tickets. Fragwürdige Sippenhaft, weil kein Täter vorhanden war. 24 Stunden später war er da. Eine Maßnahme, die laut DFB mehr Sicherheit bringen soll, aber sogar von der Polizei sehr zwiespältig betrachtet wird.

Was nun, DFB? Die Eintracht, genauer mindestens ein couragierter Eintracht-Fan, hat geliefert. So wie es der Verband von seinen Clubs fordert. Wird das Sportgerichtsverfahren neu aufgerollt? Oder stellt sich der DFB-Kontrollausschuss auf den Standpunkt, dass er zumindest so lange nicht reagieren muss, bis es ein rechtskräftiges Urteil für den bisher mutmaßlichen und zur Sache schweigenden Täter gibt? Rechtlich wäre dies wohl vertretbar. Aber zur Befriedung der Szene würde es nicht beitragen.

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