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Kommentar: Uncle Sam bleibt geistesverwandt

Die Erhaltung der Freundschaft zu den USA ist das zweite Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, befand einst der Kronberger CDU-Bundestagsabgeordnete und überzeugte Transatlantiker Walther Leisler Kiep.

Die Erhaltung der Freundschaft zu den USA ist das zweite Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, befand einst der Kronberger CDU-Bundestagsabgeordnete und überzeugte Transatlantiker Walther Leisler Kiep. Seit der erratisch agierende US-Präsident Donald Trump gemeinsame Werte missachtet, internationale Verträge in Frage stellt ,als Rumpelstilzchen in Konferenzen auftritt ,Vertrauen zerstört und es bei seinen Attacken besonders auf die Deutschen abgesehen hat, sind solche Bekundungen aus der Vergangenheit Liebesgeschichten aus lange zurückliegender Zeit.

Die Bundesregierung ist deshalb auf der Suche nach neuen Wertepartnern für eine „Allianz der Multilateralisten“, so Außenminister Heiko Maas. So soll ein Netzwerk global orientierter, freiheitlich gesinnter Staaten geknüpft werden, das sich in wichtigen Fragen der Handels-und der Umweltpolitik abstimmt. Im Auswärtigen Amt will man nicht nur die Hände in den Schoß legen und der nächsten Überraschung aus dem Weißen Haus fatalistisch gegenüberstehen, sondern nun selbst in die Offensive gehen .

Wenn die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland schon bald bei der AA-Botschafterkonferenz in Berlin erwartet wird, dürfte sie als eine potenzielle Partnerin ebenso umworben werden wie die Regierungen von Australien, Südafrika, Mexiko, Japan und Südkorea. Man sucht Mitstreiter für einen „internationalen Pakt der Vernunft und der Einhaltung von Spielregeln“,der sich gegen Abschottung wendet.

Dies ist ungesagt ,aber im Ergebnis eine Anti-Trump-Strategie, mit der sich Deutschland, das ab 2019 für zwei Jahre im Sicherheitsrat sitzt, profilieren will. Die Repräsentanz im Sicherheitsrat soll sich – so Maas – „europäisch definieren, im Schulterschluss mit Frankreich.

Trotz dieser richtigen Emanzipationsbestrebungen wäre es aber töricht, sich nicht gleichzeitig um eine Intensivierung der Wertepartnerschaft mit den USA zu bemühen. Trump ist nicht die USA auf zwei Beinen, auch gibt es eine Zeit nach Trump. In der Zivilgesellschaft Nordamerikas gibt es den Wunsch nach einer Pflege der Beziehungen mit den Europäern, vor allem auch mit Deutschland. Uncle Sam ist und bleibt uns geistesverwandt.

Deshalb sollten Organisationen wie die Atlantikbrücke, das erfreulicherweise wieder aktiver gewordene Aspen-Institut, die American Academy, die zahlreichen Austausch und „Young Leaders-Programme“ –von Fulbright bis zum Parlamentarischen Patenschaftsprogramm-und private Initiativen wie die Steuben-Schurz-Gesellschaft ihre Anstrengungen noch verstärken.

Erfreulicherweise haben die hessische Landesregierung und Fraport jüngst das 70jährige Jubiläum der Luftbrücke angemessen gefeiert und damit den wieder einmal passiven Berliner Senat beschämt.

politiks@fnp.de Bericht auf dieser Seite

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