Kommentar zum Weltspartag: Ziemlich zufrieden

Heute ist Weltspartag. Von den Banken und Sparkassen wird der Tag immer noch hochgehalten. Dabei sind die Zeiten längst vorbei, als sich strahlende Kinder ihr Sparschwein vom Bank-Beamten schlachten

Heute ist Weltspartag. Von den Banken und Sparkassen wird der Tag immer noch hochgehalten. Dabei sind die Zeiten längst vorbei, als sich strahlende Kinder ihr Sparschwein vom Bank-Beamten schlachten ließen und dann ebenso strahlend mit einem Sparbuch und dem neuesten Comic des Hauses die Bank wieder verließen.

Heutzutage bestimmen eher Erfolgsmeldungen das Geschäft.

59 Prozent der Deutschen seien zufrieden mit ihrer finanziellen Situation, meldet beispielsweise der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Das sei der höchste Stand seit zehn Jahren und ist damit natürlich eine gute Nachricht. 2007 war das Jahr, bevor die Welt von einer der größten Finanzkrisen der Geschichte erschüttert wurde.

Wenn aber im Umkehrschluss

41 Prozent der Deutschen nicht zufrieden sind, dann hat auch das gute Gründe. Schließlich lassen die niedrigen Zinsen den meisten konservativen Sparern nur wenig Spielraum. Die hohe Anschaffungsneigung und das exzellente Konsumklima machen es deutlich, dass es sich für viele Menschen eher lohnt, das Geld auszugeben als es zu sparen.

Die jüngste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat diesen Eindruck noch verstärkt. Leicht steigende Leitzinsen dürfte es auch im kommenden Jahr nicht geben. Eine Zinswende, die diesen Namen auch verdient, ist immer noch in weiter Ferne.

An dem Dilemma der Sparer hat sich also wenig geändert. Auf der einen Seite wächst der Druck, etwas zu unternehmen, auf der anderen Seite schwindet der Anreiz. Ohne eine umfassende Initiative „Finanzielle Bildung“ wird sich daran wenig ändern. Aber die Koalitionsverhandlungen haben ja gerade erst begonnen.

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