In 182 Kommunen Niedersachsens standen am 12. September 2021 Bürgermeister-Wahlen an.
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In 182 Kommunen Niedersachsens standen am 12. September 2021 Bürgermeister-Wahlen an.

Kommunalwahlen 2021

Bürgermeister-Wahlen in Niedersachsen: Knappe Rennen, Erdrutschsiege und viele Stichwahlen

  • Monika Gemmer
    VonMonika Gemmer
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Die Niedersachsen machen es spannend: Vielerorts wurde es bei den Bürgermeister-Wahlen denkbar knapp – und zahlreiche Kandidierende müssen in die Stichwahl.

Göttingen/Hannover – Die Kommunalwahl Niedersachsen* ist für viele Kandidatinnen und Kandidaten noch nicht gelaufen: Zahlreiche Bürgermeister-Wahlen im Land haben in der ersten Runde noch keinen Gewinner, sodass die beiden Bewerberinnen und Bewerber mit den meisten Stimmen sich einer Stichwahl zu stellen haben. Immerhin müssen sich die Wählerinnen und Wähler in den betroffenen Gemeinden nicht eigens dafür noch einmal zu den Urnen aufmachen, denn die Stichwahlen in Niedersachsen finden in zwei Wochen statt – zeitgleich mit der Bundestagswahl 2021*.

In insgesamt 182 Kommunen des Bundeslandes waren die Wahlberechtigten am Sonntag (12. September 2021) dazu aufgerufen, ihre Bürgermeister neu zu bestimmen. In 51 Gemeinden wird die Entscheidung vertagt: Keine der Kandidierenden hat hier auf Anhieb die nötige absolute Mehrheit der Stimmen geholt. Somit gehen knapp 30 Prozent der Bürgermeister-Wahlen in die zweite Runde. So zum Beispiel in Göttingen, wo es am Sonntagabend einen echten Wahl-Krimi bei der Oberbürgermeister-Wahl* gab.

In 33 der 131 Gemeinden, in denen eine Entscheidung gefallen ist, stellt die SPD den künftigen Chef, die nächste Chefin im Rathaus. Die gleiche Zahl von Bürgermeister-Posten ging am Sonntag an unabhängige Bewerberinnen und Bewerber. 29 der am Sonntag gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gehören der CDU an.

Auf der eingefärbten Ergebniskarte mit vielen roten, schwarzen und grauen Umrissen sticht eine Kommune in Gelb heraus: In der 30.000-Einwohner-Stadt Springe (Region Hannover) wurde Amtsinhaber Christian Springfeld (FDP) wiedergewählt. Weitere vier der Kandidierenden, die sich am Sonntag durchsetzen konnten, waren für lokale Gruppierungen wie beispielsweise „Sulingen!“ oder „UWG Jade e.V.“ angetreten.

Knappe Ergebnisse bei den Bürgermeister-Wahlen

In einer ganzen Reihe von Kommunen ging das Rennen um den Bürgermeister-Posten knapp aus. Darunter ist Bad Fallingbostel, die Kreisstadt des Heidekreises. 23 Stimmen gaben hier den Ausschlag: Rolf Schneider (SPD) ging mit 50,23 Prozent vor seinem Mitbewerber Bernd Lipinski ins Ziel, der als Einzelbewerber angetreten war und 49,77 Prozent der gültigen Stimmen erreichte.

35 Stimmen oder 0,16 Prozent trennen erst- und zweitplatzierten Bewerber in der Gemeinde Emmerthal im Weserbergland (Kreis Hameln-Pyrmont): Der SPD-Politiker Dominik Petters kommt hier auf 47,02 Prozent der Stimmen und muss in der Stichwahl gegen Nils Benze (CDU, 46,86%) ein zweites Mal in den Ring steigen. 6,.11 Prozent entfielen in Emmerthal auf die dritte Kandidatin, Judith Rehberg von „dieBasis“.

Drei Stimmen Vorsprung in Hatten

Mit dem hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal drei Stimmen geht in Hatten (Landkreis Oldenburg) Guido Heinisch in die Stichwahl. Der Einzelbewerber erreichte 18,38 Prozent der Stimmen, sein stärkster Konkurrent Bastian Ernst von der CDU kam auf 18,34 Prozent. Auch das übrige Feld der insgesamt sechs Bewerber in Hatten lag am Ende dicht beieinander. Knappe Ergebnisse gab es auch in Löningen, Vechelde und Burgwedel, wo die CDU-Politikerin Ortrud Wendt (43,97%) in der Stichwahl erneut auf Axel Düker (SPD, 43,53 Prozent) trifft.

Ins Schwitzen kamen am Wahlabend wohl auch jene Bewerberinnen und Bewerber, die die Hauptwahl nur mit Ach und Krach für sich entscheiden konnten, am Ende also nur minimal über der zum Sieg nötigen absoluten Mehrheit landeten. Jan-Hendrik Röhse von der CDU liegt am knappsten über dieser Marke: Die Wählerinnen und Wähler in Buchholz in der Nordheide hätten den CDU-Mann um ein Haar in die Stichwahl geschickt – am Ende reichten 50,13% der Stimmen für die Entscheidung in der Hauptwahl.

Erdrutschsiege und rote Laternen bei den Bürgermeister-Wahlen in Niedersachsen

Den geringsten Zuspruch unter allen 543 Kandidierenden für ein Bürgermeister-Amt in Niedersachsen erfuhr Meike Siefker Sie war für die DKP in Osnabrück angetreten und kam auf 0,41 Prozent. Am anderen Ende der Skala steht Matthias Kreye. Der unabhängige, aber von allen im Rat vertretenen Parteien unterstützte Amtsinhaber hatte sich in Wagenfeld erneut zur Wahl gestellt – und wurde bei einer Gegenkandidatin (Helena Schäfer, ebenfalls unabhängig) mit 94,57 Prozent bestätigt.

Weitere interessante Nachrichten aus der Politik sowie zur Bundestagswahl 2021 gibt es im kostenlosen HNA-Newsletter*.

In 32 niedersächsischen Gemeinden war nur eine Person zur Wahl angetreten, Wählerinnen und Wähler konnten alternativ mit „Nein“ stimmen. Gewählt ist die antretende Person, wenn sie die absolute Mehrheit der Stimmen für sich verbuchen kann. Alle konkurrenzlosen Kandidatinnen und Kandidaten kamen durch – von Amtsinhaber Hans-Peter Heikens in Jemgum (63,85%) bis zu Brigitte Fuchs in Elsfleth (93,17%).

Beteiligung bei der Bürgermeisterwahl: Die fleißigsten Wählerinnen und Wähler wohnen in ...

... der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen: 72,34 Prozent der Wahlberechtigten machten hier bei der Bürgermeister-Wahl ihr Kreuzchen. Gewählt wurde der SPD-Kandidat Dirk Otter, der in Dietmar Müller (CDU) nur einen Konkurrenten hatte. Bei über 70 Prozent lag die Wahlbeteiligung auch in Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel (71,97%), in Bienenbüttel im Landkreis Uelzen (71,71 % ), in Sibbesse im Landkreis Hildesheim (71,02%), in Friedland (Landkreis Göttingen, 70,77%) und in Holle (Landkreis Hildesheim, 70,67%).

Andernorts konnten sich deutlich weniger Menschen aufraffen: Die niedrigste Wahlbeteiligung bei den Bürgermeister-Wahlen gab es in Delmenhorst im Oldenburger Land (46,88%), Nienburg (Weser), der Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises (47,31%), in Hameln im Landkreis Hameln-Pyrmont (47,33%) und in Brake (Unterweser, Landkreis Wesermarsch, 47,78%). Niedersachsenweit lag die Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen bei 56,3 Prozent. (Monika Gemmer) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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