Am 12. September sind Kommunalwahl in Niedersachsen.
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Am 12. September hat Niedersachsen die kommunalen Parlamente gewählt.

Kreiswahlen in Niedersachsen

Kommunalwahlen in Niedersachsen: Die stärksten Zuwächse, die größten Verluste

  • Monika Gemmer
    VonMonika Gemmer
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Nicht nur CDU und SPD müssen in Niedersachsen Einbußen hinnehmen. Die AfD verliert deutlich, die Grünen gewinnen am meisten hinzu.

Göttingen/Hannover - Niedersachsen hat gewählt: Am 12. September hat das Land unter anderem über die Besetzung von Kreistagen und Gemeinderäten abgestimmt, zudem wurden in vielen Städten und Gemeinden sowie in den Landkreisen Bürgermeisterinnen und Landräte neu gewählt. Wir werfen einen Blick auf die Kreiswahl-Ergebnisse der Kommunalwahl Niedersachsen* 2021.

Bei den Kreiswahlen entpuppen sich die Grünen als größte Gewinner. Auch die FDP legt vielerorts zu. CDU und SPD müssen Federn lassen, die Linke verliert leicht. Besonders gerupft wird die AfD.

SPD in Niedersachsen: Absturz in Salzgitter, Höhenflug in Aurich

Die Sozialdemokraten verlieren bei den Kreiswahlen in Niedersachsen im Durchschnitt 1,2 Prozentpunkte gegenüber der vorangegangenen Kommunalwahl und kommen landesweit auf 30 Prozentpunkte. Die größten Verluste muss die SPD in Salzgitter (Stadt) (-6,4) und Peine (-5,4) und Oldenburg (-4,9) hinnehmen, die höchsten Zugewinne hat sie in Emden (Stadt, +4,6), Friesland (+3,8) und Goslar (+3,3).

Ihre besten Kreiswahl-Ergebnisse erreicht die SPD in Aurich (42,5), Wittmund (42) und Goslar (41); am schlechtesten schneidet sie ab in Lüchow-Dannenberg (17,.6), Vechta (18,8) und Emsland (20,0).

CDU Niedersachsen: Gerupft in Osnabrück – doch in drei Kreisen mit absoluter Mehrheit

Die CDU verliert bei der Kreiswahl in Niedersachsen landesweit 2,6 Prozentpunkte – und muss in der überwiegenden Mehrheit der Kreise Stimmenanteile abgeben. Besonders deutlich fällt das Minus mit 12,2 Prozentpunkten in Osnabrück (Stadt) aus, wo die CDU noch auf 25,5 Prozentpunkte kommt. In sieben weiteren Kreisen fällt das Endergebnis noch schlechter für die CDU aus, den geringsten Stimmenanteil mit 17,8 Prozentpunkten bekommt sie in der grünen Hochburg Oldenburg (Stadt). Nennenswerte Verluste erfährt die CDU in Cloppenburg (-7,5), Gifhorn (-6,2) und Northeim (-5,2).

In sieben Kreisen stemmt sich die Partei erfolgreich gegen den Abwärtstrend, hier kann die CDU hinzugewinnen – am meisten in Delmenhorst (Stadt) mit plus 5 Prozentpunkten, hier erreicht sie bei den Kreiswahlen 28,4 Prozentpunkte. In drei Kreisen kommt die CDU sogar auf mehr als 50 Prozentpunkte: Vechta (55), Emsland (54,3) und Cloppenburg (50,3).

Grüne Hochburg Oldenburg

Die Grünen sind die großen Gewinner der Kreiswahlen in Niedersachsen. Landesweit kommen sie auf 15,9 Prozentpunkte und gewinnen damit 5 Prozentpunkte hinzu. Die größten Zuwächse erreicht die Partei in Oldenburg (Stadt) (+12,1), Osnabrück (Stadt) (+10,8) und Braunschweig (Stadt) (+10,6). In zehn weiteren Kreisen liegt der Zugewinn bei jeweils mehr als fünf Prozentpunkten.

Oldenburg (Stadt) ist grüne Hochburg, hier fährt die Partei mit 31,2 Prozentpunkten ihr bestes Kreiswahl-Ergebnis ein. Besonders stark schneidet sie auch in Osnabrück (Stadt) mit 29 Prozentpunkten und in Lüneburg mit 25 Prozentpunkten ab.

Ihr schlechtesten Kreiswahl-Ergebnisse müssen die niedersächsischen Grünen in Cloppenburg (8,2), Salzgitter (Stadt, 8,5) und Emsland (8,7) hinnehmen.

FDP in Niedersachsen: Nahezu flächendeckend Zuwächse – außer in Wilhemshaven

Nahezu flächendeckend hinzugewonnen hat auch die FDP bei den Kreiswahlen in Niedersachsen – am meisten in Northeim (+4,5) und Holzminden (+4,0). Der einzige Kreis, in dem die Partei 2021 Verluste gegenüber 2016 hat, ist Wilhelmshaven (Stadt), hier allerdings fällt das Minus mit 3,5 Pozentpunkten gegenüber der vorangegangenen Kommunalwahl deutlich aus.

In fünf Kreisen schneidet die FDP zweistellig ab, ihr bestes Kreiswahl-Ergebnis fährt sie in Holzminden ein (15,2), ihr schlechtestes in Wittmund (3,1). Insgesamt gewinnt die niedersächsische FDP bei den Kreiswahl 1,7 Prozentpunkte hinzu.

AfD in Niedersachsen: Trotz herber Verluste bleibt Delmenhorst Hochburg

Die AfD verliert bei den Kreiswahlen mit landesweit -3,3 Prozentpunkten spürbar. Die höchsten Verluste hat sie in Delmenhorst (Stadt), hier büßt sie 6,4 Prozentpunkte ein. Delmenhorst bleibt dennoch eine Hochburg für die AfD, sie kommt hier bei den Kreiswahlen auf 8,3 Prozentpunkte. Besser schneidet sich bei den Kreiswahlen nur noch in Salzgitter (Stadt) ab, wo sie mit 10,4 Prozentpunkten ihr bestes Kreiswahl-Ergebnis erreicht. Am wenigsten Zuspruch erfährt die AfD im Kreis Rotenburg (Wümme), hier kommt sie auf 1,7 Prozentpunkte.

Deutliche Verluste muss die AfD auch in den Kreisen Goslar (-5,5) und Hameln-Pymont (-5,4) hinnehmen.

In drei Kreisen gewinnt die AfD hinzu, in Cloppenburg und Grafschaft Bentheim jeweils 1,8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2016, in Wittmund 0,2 Prozentpunkte.

Linke in Niedersachsen: Nur in zwei Kreisen bei über 5 Prozentpunkten

Die Linke, die landesweit 0,5 Prozentpunkte bei den Kreiswahlen einbüßt, kann ihren Stimmenanteil in acht Kreisen leicht erhöhen, am meisten im Heidekreis mit einem Zuwachs von 1,8 Prozentpunkten. Die meisten Federn lassen muss die Partei in Salzgitter (Stadt) mit minus 2 Prozentpunkten. Ihr bestes Kreiswahl-Ergebnis erzielt die Linke mit einem Anteil von 8 Prozentpunkten in Oldenburg (Stadt), in Emden (Stadt) kommt sie auf 5,1 Prozentpunkte, in allen anderen Kreisen landet sie bei unter 5 Prozentpunkten. Ihr schlechtestes Ergebnis bei den Kreiswahlen muss die Linke mit 1,3 Prozentpunkten in Emsland hinnehmen.

Alle Ergebnisse zur Kommunalwahl in Niedersachsen finden Sie in unserem Live-Ticker zur Wahl.

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