Gibt es bald einen Impfstoff gegen Krebs? Die Krebsforscher und Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin zeigen sich optimistisch. (Archivbild)
+
Gibt es bald einen Impfstoff gegen Krebs? Die Krebsforscher und Biontech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin zeigen sich optimistisch. (Archivbild)

Forschung

Krebs-Forschung kurz vor dem Durchbruch? Biontech-Gründer nennen Details zu Impfstoff

  • VonHelena Gries
    schließen

Gibt es bald einen Impfstoff gegen Krebs? Die Biontech-Gründer machen Hoffnung. Das Unternehmen forschte bereits vor der Corona-Pandemie an möglichen Vakzinen.

Mainz/Kassel – Sie zählen zu den Helden der Pandemie: Die Biontech*-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin. Für ihre Leistungen und Entwicklung eines Corona*-Impfstoffes haben sie sogar das Bundesverdienstkreuz erhalten. Vor der Suche nach einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 haben sie mit ihrem Team allerdings an einer anderen medizinischen Revolution geforscht.

Im Kampf gegen Krebs suchten sie geeignete Krebstherapien. Nun wollen sie sich dieser Forschung wieder zuwenden – und sind optimistisch. Denn die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich sicher: Es ist möglich, individuelle Impfstoffe gegen Krebserkrankungen zu entwickeln. Das erklärten sie in einem Interview mit Bild-Zeitung.

Krebs-Forschung: Immunsystem als Schlüssel für Impfstoff gegen die Krankheit

Die Biontech-Gründer erkannten bereits vor einigen Jahren, dass Verbesserungsbedarf im Bereich Krebsmedizin bestehe und dass sie Immuntherapien entwickeln wollen, denn: „ Das Immunsystem ist der Schlüssel“, so Türeci. Mechanismen, die das Immunsystem über Millionen von Jahren Evolution im Kampf gegen Viren oder Bakterien perfektioniert hab, sollen nun in der Forschung gezielt zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden, so die Expertin.

Das Ärzte-Ehepaar Türeci und Şahin will sich daher jetzt einen Traum erfüllen und individuelle Impfstoffe gegen Krebs entwickeln. „Davon träumt der Wissenschaftler: etwas zu entwickeln, das Menschen hilft“, sagt Şahin im Interview.

UnternehmenBiontech
GründerÖzlem Türeci und Uğur Şahin
SitzMainz
Gründung2008

Impfstoff gegen Krebs: Forscher nutzen mRNA-Technologie

Trotz Corona-Pandemie kehren die Forscherteams nun langsam wieder zur Normalität zurück und nehmen ihre Studien wieder auf. Durch den Erfolg des Corona-Vakzins seien die Biontech-Gründer einen großen Schritt weitergekommen, was den Nachweis der Wirksamkeit eines mRNA-Impfstoffes angeht. Die mRNA-Technologie solle ebenso wie im Kampf gegen Sars-CoV-2 auch in der Krebs-Forschung helfen. Auch wenn sie „keine Wunderwaffe“ sei, könne man sie doch vielseitig verwenden, auch als Therapie gegen andere Krankheiten, so Türeci.

Um die Forschung voranzutreiben sollen demnach Einnahmen aus der Produktion der Corona-Impfstoffe genutzt werden. Bereits im Jahr 2023 seien erste Zulassungen eines Impfstoffes gegen Krebs vorstellbar – vorausgesetzt, die Datensätze der Forschung sind zufriedenstellend, so die Fachleute im Interview mit der Bild-Zeitung.

Auch Wissenschaftler der Universität Basel haben eine bahnbrechende Entdeckung in der Krebsforschung gemacht. Diese könnte revolutionieren, wie Krebs in Zukunft therapiert wird. (Helena Gries) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare