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Letzte Generation: Polizei nimmt 72-jährigen Aktivisten in Gewahrsam

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Von: Moritz Serif

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Der Aktivist Ernst Hörmann wird von der Polizei weggetragen.
Der Aktivist Ernst Hörmann wird von der Polizei weggetragen. © Screenshot/Twitter/Letzte Generation

Ernst Hörmann unterstützt die Letzte Generation. Der Aktivist ist schon länger für seine Proteste gegen die drohende Klimakatastrophe bekannt.

Freising – „Ich bin Ernst Hörmann, 72 Jahre alt und habe Angst vor der Klimakrise“, sagt der Mann in einem Interview im Juni. Während das Gespräch aufgezeichnet wird, sitzt der Senior mitten auf einer Autobahn. Warum er das tut? „Wir müssen den tödlichen fossilen Pfad in den nächsten 2-3 Jahren verlassen. Sonst ist alles zu spät. Deshalb sitze ich hier auf der Autobahn, um zu stören“, sagt Hörmann, der Aktivist bei der Letzten Generation ist. Er habe Angst, dass die junge Generation in ein Elend komme, das nicht mehr enden werde und Milliarden von Menschen umkommen.

Die Organisation schreibt bei Twitter, dass Hörmann, der acht Enkelkinder hat, seit Anfang des Jahres immer wieder auf der Straße sei, um für deren Rechte einzustehen. Auch vor kurzem ging er wieder auf die Straße. Dieses Mal nahmen ihn Polizisten in Gewahrsam – und trugen Hörmann von der Autobahn. Laut den Angaben der Letzten Generation habe die Polizei Schmerzgriffe angewandt.

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„Ernst unter Schmerzen zu sehen, tut uns weh, doch seine Entschlossenheit ist nicht zu brechen. Er wird weiter Protest gegen die Zerstörung von allem, was wir lieben, auf die Straße tragen“, heißt es bei Twitter. Es sei nicht leicht gewesen, doch er würde es wieder tun, versicherte Hörmann seiner Organisation.

Hörmann ist bei der Polizei kein Unbekannter und bereits länger für seine Proteste gegen die drohende Klimakatastrophe bekannt. Beispielsweise hatte er eine Filiale der Deutschen Bank im bayerischen Freising mit sieben Plakaten beklebt und das Geldhaus dazu aufgefordert, „den fossilen Wahnsinn“ zu stoppen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber. Hörmann musste laut zuständigen Amtsgerichts-Urteil eine Geldstrafe von 800 Euro zahlen. Seine Tat gab der Aktivist zu – jedoch habe er die Vernichtung der Menschen durch das Klima abwenden wollen. „Die Regierungen und großen Lenker unserer Wirtschaft“ gehörten auf die Anklagebank und nicht er. (Moritz Serif)

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