RKI-Präsident Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn geben aktuell eine Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.
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RKI-Präsident Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn geben aktuell eine Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.

„Deutschland ist wund gescheuert“:

Als Spahn nach Schnelltest-Debakel gefragt wird, weicht er der Frage aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, RKI-Präsident Lothar Wieler und NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann sprechen über die Corona-Lage in Deutschland.

  • Wie geht es mit Corona-Impfungen weiter? Darüber sprachen Jens Spahn, Lothar Wieler und Karl-Josef Laumann am Freitag (05.03.2021)
  • Jens Spahn betonte, dass genügend Schnelltests für das Coronavirus vorhanden seien.
  • Der Bund soll die Kosten für Schnelltests ab dem 08. März übernehmen.
  • RKI-Chef Lothar Wieler bekräftigte, dass es „immer noch zu viele Todesfälle“ gebe.
  • Der Anteil der gefährlichen Corona-Mutanten in Deutschland steige weiter an, so Wieler.
  • Bei der Impfung von entsprechenden Berufsgruppen sollen künftig auch Betriebsärzte eingebunden werden.
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+++ 10.16 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

+++ 10.15 Uhr: „Herr Spahn, plant Ihr Ministerium eine Studie über den Anteil von Patienten mit Migrationshintergrund auf Intensivstationen?“ Spahn: „Bisher ist das nicht geplant.“

+++ 10.08 Uhr: Gebe es Zahlen für „psychische Kollateralschäden“ durch die Corona-Krise in Deutschland, will ein Journalist wissen. „Den individuellen Behandlungsbedarf können wir jenseits von Umfragen, die es ja gibt, erst an Abrechnungsdaten sehen“, so Jens Spahn. „Es gibt einige Daten, die darauf hinweisen, dass bei Jugendlichen und Kindern ein höherer Bedarf an psychischer Behandlung da ist, aber diese Zahlen reichen noch nicht“, ergänzt Lothar Wieler.

+++ 10.01 Uhr: „Deutschland ist wund gescheuert. In einer solchen Phase des Stresses und der blankliegenden Nerven sind die wichtigsten Aspekte die Tests, Impfungen, die richtige Balance zwischen Umsicht und Lockerung und auch dass die Bürger:innen den Eindruck haben, dass wir das, was wir machen, in der Sache begründet machen“, betont Jens Spahn.

Jens Spahn (rechts), Bundesminister für Gesundheit, spricht mit RKI-Präsident Lothar Wieler (Mitte) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann aktuell bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.

+++ 09.55 Uhr: „Gibt es eine Schätzung, inwieweit das Testen die Inzidenzen steigen lassen würden?“ Lothar Wieler: „Sie haben recht. Es wird schwieriger, das Corona-Geschehen einzuschätzen. Allerdings gibt es einerseits die positive Bestätigung durch die PCR. Andererseits wissen wir nicht, wie viele Menschen diese Tests annehmen werden.“ Es gebe trotzdem noch eine Reihe von „anderen Indikatoren“. „Wir haben die Belegung von Intensivbetten oder die Maßzahl. Das Testen wird es schwieriger machen, diese Maßzahl zu bewerten.“

Corona in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn mit Hausärzten „zufrieden“

+++ 09.45 Uhr: „Ich würde gerne wissen, wie Sie den Widerspruch auflösen, dass Sie den Bürgertest zum 01. März versprochen haben. Wie verhindern Sie das, was wir beim Impfen gesehen haben, das Problem zwischen Bund und Ländern?“, lautet eine Frage. Spahn: „Ab dem 08. März wird der Bund die Kosten übernehmen und setzt den Rahmen für die PCR-Testung. Viele Länder haben angekündigt, die Strukturen vor Ort zu schaffen.“ Die Debatte werde seit zweieinhalb Wochen geführt, so Spahn. Jetzt sei Handeln nötig. Der Bund werde die Kosten übernehmen und das Angebot werde sich „zügig“ entwickeln. Spahn sei mit den Gesprächen mit den Hausärzten „zufrieden“. Eine endgültige Antwort zum Schnelltest-Debakel vom 01. März konnte der Gesundheitsminister nicht geben.

+++ 09.37 Uhr: „Wie genau arbeitet die Taskforce zur Testlogistik, warum nimmt der Bund es nicht zentral in die Hand?“ Spahn: „Es geht um Testlogistik für Selbsttests. Bei den Schnelltests gibt es eingespielte, gute Wege. Jeder, der ein Testzentrum betreibt, weiß, wie er an Schnelltests kommt. Bei den Selbsttests ist es wichtig, dass die Schule oder Kita weiß, wie die Tests zu ihnen kommen.“ Man habe vereinbart, dass man mit dem Bund und den zuständigen Logistikern noch einmal beraten werde. „Aber wir sind auch Logistikweltmeister. Jeder deutsche Logistiker und Hersteller kriegt das miteinander hin.“

Corona in Deutschland: Impfungen durch Betriebsärzte?

+++ 09.34 Uhr: Jens Spahn wird gefragt, was er durch Impfungen durch Belegärzte von Firmen halte. „Die Betriebsärzte waren fester Bestandteil der Überlegungen, die Frage ist, wann ist der richtige Zeitpunkt.“ Bei der Impfung von Polizisten würden auch Betriebsärzte eingebunden werden. Diese Ärzte müssten dort eingesetzt werden, „wo es passt“.

+++ 09.30 Uhr: Die nächste Frage geht an Lothar Wieler. „Herr Professor Wieler hat gesagt, es sei ein Tabu, dass Migranten bei den Impfpatienten stark überrepräsentiert wird. Warum können Fakten ein Tabu sein?“ Wieler: „Es handelt sich um ein persönliches Gespräch, bei dem wir keine endgültigen Feststellungen gemacht haben.“ Solche Daten würden dem RKI nicht vorliegen. Ihm sei dieser Umstand jedoch mehrfach zugetragen worden.

Spahn ergänzt: „Wir machen Aufklärungsarbeit in vielen Bevölkerungsgruppen. Viele davon werden gar nicht wahrgenommen. Wir machen zielgerichtet für unterschiedliche Adressaten in unterschiedlichen Sprachen Informationen. Das ist der einzige Weg. Aber diese Methode ist nicht neu, weshalb ich auch den Begriff des ‚Tabus‘ nicht verstehe“.

RKI-Präsident Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn geben aktuell eine Pressekonferenz zur Corona-Lage in Deutschland.

Jens Spahn: „Digitales Zeugnis“ für Teststatus?

+++ 09.27: Eine Journalistin stellt die Frage, ob es ein „digitales Zeugnis“ für ein negatives Testergebnis oder den Impfstatus geben wird. „Natürlich wird ans RKI gemeldet“, so Gesundheitsminister Jens Spahn. „Es wird möglich gemacht werden, dass der PCR-Test direkt vor Ort auch abgenommen werden kann. Das ist wichtig.“ Spahn betont, dass es viele digitale Angebote bereits gebe. „Viele machen es noch schriftlich, aber viele auch digital. So kann das Testergebnis definitiv vorgezeigt werden.“

+++ 09.20 Uhr: Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht jetzt. Bei der Impfkampagne im Bundesland Nordrhein-Westfalen sei ein erster Fortschritt erzielt worden. Dort verzeichne man bislang 12.000 Todesfälle, und die Hälfte der Todesfälle sei in Pflegeheimen verstorben. „Aus diesem Grund ist die aktuelle Impfkampagne sehr wichtig“. Aktuell sei es möglich, rund 100.000 Menschen in NRW mit der Erstimpfung und circa 70.000 Menschen mit der Zweitimpfung zu versorgen.

Live-Ticker: Jens Spahn und Lothar Wieler über Corona in Deutschland

+++ 09.10 Uhr: RKI-Chef Lothar Wieler ergreift das Wort. Die Zahl der Intensivpatienten in Krankenhäusern und auch die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus gehe nur langsam zurück. Laut Wieler gebe es immer noch „zu viele“ Todesfälle. Auch der Anteil der gefährlichen Corona-Mutationen in Deutschland steige weiter an. „Es ist absehbar, dass die Variante B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird“, so Wieler.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler informieren in einer Pressekonferenz über die Corona-Lage.

Wieler betont auch die Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe in Deutschland. „Wenn Sie einen Impfstoff angeboten bekommen, lassen Sie sich bitte impfen“, appelliert Wieler.

+++ 09.05 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt. Jens Spahn betont, dass die Corona-Zahlen in Deutschland weiter ansteigen. „Trotzdem wurden die ersten Lockerungsschritte beschlossen.“ Durch die Lockerungen werde an Grenzen gegangen, die „gerade noch zu rechtfertigen“ seien. Es bleibe weiterhin wichtig, auf die geltenden Regeln zu achten. „Klar ist, der Impfstoff ist da und muss rasch verimpft werden.“

PK jetzt live: Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler zur Corona-Pandemie

Erstmeldung vom 05.03.2021, 08.00 Uhr: Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rückt an diesem Freitag die Opfer der Corona-Pandemie ins Blickfeld. Steinmeier spricht mit Hinterbliebenen, die während der Gesundheitskrise Angehörige verloren haben. Davor hält er um 10 Uhr im Schloss Bellevue in Berlin eine Ansprache. Mehr als 70 000 Menschen sind in Deutschland mit oder an Covid-19 gestorben. Nach Ostern will das Staatsoberhaupt mit einer zentralen Gedenkfeier die Erinnerung an die Toten der Corona-Pandemie wach halten.

Vor der Ansprache Steinmeiers wollen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, an diesem Freitag erneut über die Corona-Lage informieren. Bei der regelmäßigen Pressekonferenz geht es dieses Mal schwerpunktmäßig ums Impfen.

Auf Schnelltests und Selbsttests richten sich viele Hoffnungen, um Schritte zurück zu mehr Normalität zu begleiten. Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigelt, beklagte in der „Rheinischen Post“ (Freitag), niemand wisse derzeit, wann diese Tests in welchem Umfang und an welche Stellen geliefert würden. Es sei ein Ansturm auf die Hausarztpraxen zu befürchten, „der dann in Enttäuschung endet, weil keine Tests vorhanden sind“.

Live-Ticker: Jens Spahn und Lothar Wieler zur Corona-Pandemie

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, warnte in der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag): „Die Enttäuschung beim Start der Impfkampagne darf sich nicht wiederholen.“ Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, forderte in der Zeitung: „Wir brauchen gerade mit Blick auf die Schnelltest-Strategie jetzt schnell Klarheit, wer welche Aufgaben, etwa bei Beschaffung der Tests, übernimmt.“

Führende Politiker aus Bund und Ländern haben in der Corona-Pandemie zur Vorsicht gemahnt und daran erinnert, dass die Öffnungsperspektiven nicht unumkehrbar sind. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Donnerstagabend in der ARD, in diesem „sehr ausbalancierten Konzept“ gebe es Öffnungsperspektiven, aber vorsichtige mit Notbremse. „Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen“, stellte Söder klar.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten am Mittwoch den Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Es soll aber je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Zugleich soll aber eine „Notbremse“ bei einem regional starken Anstieg der Infektionszahlen dafür sorgen, dass Erleichterungen wieder wegfallen - bis zu den Zuständen des Winter-Lockdowns. (red)

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