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Menschen im Taunus leben länger

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Bei der Lebenserwartung gibt es große regionale Unterschiede. Das gilt für ganz Deutschland wie auch für Hessen.

Wer im Taunus lebt, hat die Chance, deutlich älter zu werden als in ärmeren Regionen. Bei den kreisfreien Großstädten in Hessen sind die Chancen auf ein langes Leben in Frankfurt und Wiesbaden besonders hoch. 78,7 Jahre ist die mittlere Lebenserwartung hessischer Männer, 83,0 Jahre die der Frauen, wie eine Daten-Auswertung der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann von der Linkspartei ergab.

Bei den Männern gibt es je nach Wohnort Unterschiede von 3,8 Jahren, bei den Frauen von 2,2 Jahren. Bei den Männern haben statistisch gesehen Bürger im Hochtaunuskreis eine Lebenserwartung von 80,9 Jahren.

Es folgt der Main-Taunus-Kreis mit 80,3 Jahren und der Kreis Offenbach mit 80,0 Jahren. Am niedrigsten ist die hochgerechnete Lebenserwartung danach im Vogelsbergkreis (77,1 Jahre) und in der Stadt Kassel (77,2).

Von den fünf größten kreisfreien Städten schneiden Frankfurt und Wiesbaden mit jeweils prognostizierten 79,0 Jahren am besten ab. Frauen haben mit 84,0 Jahren rein rechnerisch im Main-Taunus-Kreis das längste Leben vor sich, dicht gefolgt vom Hochtaunuskreis (83,9) und wiederum dem Kreis Offenbach (83,8).

Am niedrigsten ist die durchschnittliche Lebenserwartung für Frauen im Odenwaldkreis 81,8 Jahre (Männer: 77,4) und in der Stadt Offenbach 82,1 Jahre. Von den Frauen, die in den fünf größten kreisfreien Städten wohnen, haben statistisch auch die Frankfurterinnen (83,2 Jahre) und Wiesbadenerinnen (83,1) das längste Leben zu erwarten.

In einer Antwort auf eine Anfrage der linken Bundestagsabgeordneten Zimmermann betont das Gesundheitsministerium: „Zahlreiche Maßnahmen der Bundesregierung zielen auf eine Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit.“ Hingegen argumentierte Zimmermann, Armut und damit schlechte Gesundheit würden von Generation an Generation weitergegeben. „Um das zu ändern, braucht es mehr als Programme zur Gesundheitsprävention“, sagte sie.

Gute Zahlen im Breisgau

Wer arm ist, trinkt und raucht oft zuviel und ernährt sich schlecht. Das ist nicht nur eine Frage der Geldbörse, sondern auch ungesunder Lebensgewohnheiten, die bei wenig Gebildeten oft von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Wie Wohlstand und Armut die Lebenserwartung beeinflussen, zeigt der Unterschied zwischen dem wohlhabenden Kreis Offenbach und der relativ armen Stadt Offenbach. Bei den Frauen ist die Lebenserwartung im Kreis fast zwei Jahre größer als in der Stadt.

Die Erhebung zeigt bundesweit die höchste Lebenserwartung von Männern im bayerischen Starnberg mit 81,3 Jahren. Danach folgt im Bundesvergleich schon der Taunus. Insgesamt belegt Hessen einen Mittelplatz.

Frauen werden statistisch am ältesten im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 85,0 Jahren. In der Westpfalz leben die Menschen im Schnitt einige Jahre kürzer als in wohlhabenden Regionen in Bayern oder Baden-Württemberg: So bildet das rheinland-pfälzische Pirmasens das Schlusslicht: mit 73,0 Jahren bei den Männern und 77,1 Jahren bei den Frauen. Eine eher geringere Lebenserwartung gibt es teilweise auch in Ostdeutschland, im Ruhrgebiet, im Saarland und in Franken.

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