Kanzlerin Angela Merkel und die Parteichefs Armin Laschet (li.) und Markus Söder am Montag bei einer Vorstandssitzung.
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Kanzlerin Angela Merkel und die Parteichefs Armin Laschet (li.) und Markus Söder am Montag bei einer Vorstandssitzung.

„Da muss man ran“

„Epochenwechsel“: Merkel warnt intern - und gibt Laschet Hausaufgaben mit

  • Florian Naumann
    VonFlorian Naumann
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Nach 16 Jahren wird Angela Merkel abtreten. Just bei der Debatte über das Unions-Wahlprogramm spricht sie von einem „Epochenwechsel“ - und großen Aufgaben.

Berlin - Ihre Ära endet im Herbst - und Angela Merkel* (CDU) sieht Deutschland und die Welt in einem Epochenwechsel. Tiefgreifende Reformen seien erforderlich, mahnte Merkel am Montag in einer Vorstandssitzung von CDU und CSU. „Mit der Pandemie werden auf der Welt die Karten noch mal neu gemischt“, sagte Merkel wie die Nachrichtenagentur AFP von Teilnehmern erfuhr. Die offenen Demokratien hätten sich dabei „schwerer getan als die autokratischen Systeme“, sagte sie demnach. „Wir haben mehr aufzuholen.“

Angela Merkel: Kanzlerin mahnt ihre Nachfolger - „Epochenwechsel“ auch wegen China

Die Schwesterparteien wollen ihr Wahlprogramm beschließen - der Begriff „Epochenwechsel“ taucht auch im Entwurf des Papiers auf, das Kanzlerkandidat Armin Laschet* und der CSU-Vorsitzende Markus Söder am Montag vorstellen. Es sei „wichtig, dass wir von einem Epochenwechsel sprechen, im ersten Kapitel des Programms“, sagte Merkel nach AFP-Informationen. „Wir sind in einem Epochenwechsel.“ Seit 2007 sei eine Herausforderung nach der anderen auf das Land zugekommen.

Der Epochenwechsel wird laut Merkel getrieben durch Innovation und Digitalisierung. Sie verwies darauf, dass sich das chinesische Bruttoninlandsprodukts innerhalb eines kurzen Zeitraums versechsfacht habe.

Unions-Wahlprogramm: CDU und CSU sehen einschneidende Änderungen - „weltweit populistische Strömungen“

China* sei „sehr erfolgreich trotz eines autokratischen Systems“, sagte Merkel laut Teilnehmern. Gleichzeitig sei Europa „an vielen Stellen nicht führend“ - etwa beim Quanten-Computing, bei Chips oder bei der Batterienforschung. Da müsse man ran, sagte die Kanzlerin.

Im Entwurf des Wahlprogramms, der AFP vorliegt, heißt es: „Wir befinden uns inmitten eines weltweiten Epochenwechsels.“ Die große wirtschaftliche Dynamik in Asien und der Aufstieg Chinas veränderten das internationale Machtgefüge. „Wir erleben die Missachtung des Völkerrechts und Regelbrüche durch bedeutende Staaten des internationalen Systems, und wir sehen, dass sich weltweit populistische Strömungen ausbreiten, auch in demokratischen Staaten.“ (AFP/fn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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