U- und S-Bahnen sind unverzichtbar, um in Zukunft Mobilität zu gewährleisten. Foto: dpa

Junge Zeitung

Der öffentliche Nahverkehr der Zukunft muss stärker, verlässlicher und preiswerter sein

Bei der Frage, was ein gutes Leben ausmache, darf der Aspekt der Mobilität auf keinen Fall vernachlässigt werden. Schließlich wird unsere Welt immer globaler und vernetzter und erwartet damit von den Menschen, sich ebenfalls in diese Richtung zu entwickeln – ob man es will oder nicht.

VON JUNGE-ZEITUNG-AUTOR ALEX WINGARZ

Die Frage, wie wir uns zukünftig fortbewegen wollen, ist daher in den heutigen Zeiten wieder von hoher Aktualität und Wichtigkeit, da mittlerweile wohl jedem klar sein müsste, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Der Mensch ist aufgefordert, sich in einer Welt, die immer globaler und vernetzter wird, dieser Herausforderung zu stellen.

Infolge der großen Euphorie, die durch die Globalisierung vor allem in den Industrienationen entstand, wurde vergessen, über den Hauptleidtragenden dieser Entwicklung zu sprechen: die Umwelt.

Auch die Politik begreift langsam die Größe dieses Problems und muss sich wohl oder übel einem der wichtigsten Themen des deutschen Volkes stellen: dem Verkehr.

Unbeliebte Fahrverbote

Es geht nun um die Verringerung der Stickstoffdioxid-Werte und damit um die Vermeidung der in der Bevölkerung so unbeliebten Fahrverbote. Infolge dieses Problems gewinnt der Öffentliche-Personen-Nahverkehr (ÖPNV) stark an Bedeutung. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Der Verkehr mit S-, U- oder Straßenbahn läuft so gut wie komplett emissionsfrei ab, in den Großstädten ist der ÖPNV meist sehr gut ausgebaut und damit sehr gut für zum Beispiel Touristen geeignet und zudem auch für größere Massen prädestiniert.

Beispiel Straßburg

Bei allen Vorteilen, die der ÖPNV mit sich bringt, gibt es allerdings auch einige Aspekte, die gegen dessen Nutzung sprechen: Zum einen ist man zwar mobil, muss sich allerdings mit einem vorhandenen Streckennetz begnügen und ist daher in seiner Reiseentscheidung eingegrenzt. Des Weiteren kämpft der ÖPNV weiterhin mit dem großen Problem der Verlässlichkeit: Es kommt häufig zu Verspätungen und Ausfällen, sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr. Viele schreckt allerdings auch der Preis ab, der im Vergleich zu Anbietern wie beispielsweise Flixbus relativ hoch erscheint.

Wie dieses Problem angegangen werden könnte, lässt sich eindrucksvoll bei unseren französischen Nachbarn in Straßburg sehen: Dort müssen Unternehmen in der Innenstadt eine Abgabe für den Nahverkehr zahlen. Gerechtfertigt wird diese Abgabe durch das Argument, dass der Nahverkehr die Kunden zu den Geschäften bringen würde und damit am Gewinn des Unternehmens indirekt beteiligt sein müsse. Es liegt nun an der Politik, allerdings auch am Unternehmen Deutsche Bahn, die negativen Aspekte möglichst komplett auszumerzen und dadurch den ÖPNV für mehr Menschen attraktiv zu machen.

Was es dazu genau braucht und wie diese Ziele erreichbar sind, müssen nun Politik und Unternehmen gemeinsam beraten.

Fakt ist, dass ein starker öffentlicher Personennahverkehr der Politik in einem hohen Ausmaß helfen könnte, da so die festgelegten Ziele zum CO2-Ausstoß am nachhaltigsten erreicht werden können. Es besteht also ein großes beidseitiges Interesse, sowohl von der Politik als auch von den Bürgerinnen und Bürgern, einen starken, verlässlichen und preiswerten Nahverkehr zu haben.

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