Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober tritt zurück - aus gesundheitlichen Gründen.
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Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober tritt zurück - aus gesundheitlichen Gründen.

Nachfolger bereits gefunden

Österreich verliert Gesundheitsminister in Corona-Krise: Anschober hat sich „überarbeitet“ - Nachfolger steht fest

  • Fabian Müller
    VonFabian Müller
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Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober tritt in der Corona-Krise zurück. Er zieht nach eigenen Angaben die „gesundheitliche Notbremse“.

Update vom 13. April, 20.34 Uhr: Wolfgang Mückstein folgt auf den am Dienstag zurückgetretenen Rudolf Anschober und wird Gesundheits- und Sozialminister in Österreich. Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen gab das in einer Pressekonferenz bekannt. Mückstein ist Allgemeinmediziner und einer der Leiter des Primärversorgungszentrums Wien. Zudem fungiert er für die Wiener Ärztekammer als Referent für Gruppenpraxen und neue Organisationsformen.

Mückstein wird künftig neben Gesundheitsangelegenheiten auch für Soziales, Pflege und Verbraucherschutz zuständig sein. Vizekanzler Kogler kündigte an, bis zum 19. April die Geschäfte zu führen, dann soll Mückstein übernehmen. Anschober hatte am Dienstagvormittag seinen Rücktritt erklärt. Nach zwei Kreislaufzusammenbrüchen legte er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Österreich verliert Gesundheitsminister in der Corona-Krise: Anschober tritt zurück

Erstmeldung vom 13. April: Wien - In einer Pressekonferenz hat der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) seinen Rücktritt bekannt gegeben. Grund sei, dass er sich in den vergangenen 15 Monaten überarbeitet habe. In dieser Zeit habe es für ihn „keinen einzigen völlig freien Tag“ gegeben. Die Folge dieser Belastungssituation seien Kreislaufbeschwerden, zu hoher Blutdruck und ein beginnender Tinnitus.

Bereits vergangenen Monat habe er einen Kreislaufkollaps gehabt, berichtete Anschober, die Ärzte hätten ihm zur Ruhe geraten. Da kein Schaden an den Organen zu bemerken gewesen sei, habe er es nochmals versucht, jedoch kam dann vergangenen Dienstag der zweite Kreislaufkollaps. In Absprache mit seinen Ärzten habe er daher beschlossen, für sich die „gesundheitliche Notbremse“ zu ziehen. Der Grünen-Politiker hatte sich zuletzt bereits krankgemeldet.

Gesundheitsminister Anschober hat keine Kraft mehr: „Ich bin überarbeitet und ausgepowert“

Mit Blick auf einen vor neun Jahren erlittenen Burnout stellte Anschober klar: „Ich weiß wie sich das anfühlt, das ist kein Burnout. Bei einem Burnout würde ich nicht mehr hier stehen.“ Ihm sei einfach die Kraft ausgegangen. „Ich bin überarbeitet und ausgepowert, das ist es“, sagte er als Fazit.

Da es in der pandemiebedingt kritischen Situation in Österreich einen Gesundheitsminister brauche, der zu 100 Prozent fit sei - und er das ohne Erholung auch erst einmal nicht sein werde - habe er die Entscheidung zum Rücktritt ab kommendem Montag getroffen. „Die Pandemie macht keine Pause, da kann auch ein Gesundheitsminister keine Pause machen“, so Anschober. Aber ein Gesundheitsminister sei auch für die eigene Situation zuständig.

Anschober nimmt sich in den nächsten Wochen Auszeit. Seine Nachfolge ist noch unklar.

Daher habe er beschlossen seine Funktion als Gesundheitsminister niederzulegen und Bundespräsident Alexander Van der Bellen gebeten, ihn ab kommender Woche von seinem Mandat zu entbinden. Er werde sich in den nächsten Wochen erst einmal erholen, wie es danach weitergehe, sei ihm selbst noch unklar, sagte Anschober. Er habe weiterhin vor der Regierung mit seinen Erfahrungen und Kompetenzen zur Seite zu stehen. Außerdem wolle er seinen Traum, seinen ersten politischen Roman zu schreiben, ins Auge fassen.

Wer für sein Amt nachfolge sei noch unklar. Laut der Zeitung Presse ist unter anderem die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz im Gespräch, diese habe jedoch kein Interesse. Österreichs* Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) könne sich den ehemaligen Bundesgeschäftsführer der Grünen, Stefan Wallner, vorstellen. Zusätzlich sei der Ärztekammerfunktionär Wolfgang Mückstein ein spekulierter Kandidat. Für wen sich Bundeskanzler Sebastian Kurz* entscheiden wird ist noch unklar. *Merkur.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA

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