85 Opfer, 92 Beschuldigte und 23 Täter im Bistum Limburg bekannt

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Das Bistum Limburg hat Kenntnis von 85 Personen, die von sexualisierter Gewalt durch Priester, Diakone und kirchliche Mitarbeiter betroffen sind.

Das Bistum Limburg hat Kenntnis von 85 Personen, die von sexualisierter Gewalt durch Priester, Diakone und kirchliche Mitarbeiter betroffen sind. Für die Studie sind insgesamt 627 Personalakten von Priestern, hauptamtlichen Diakonen und Ordensgeistlichen untersucht worden, die zwischen Anfang 2000 und Ende 2015 in der Diözese eine Funktion ausübten oder sich im Ruhestand befanden.

Bei insgesamt 49 Priestern des Bistums wurden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs oder sexuell übergriffigen Verhaltens gegenüber Minderjährigen vorgebracht. Vorwürfe gab es gegen insgesamt 92 Personen, darunter zwei Diakone des Bistums, 15 Ordensgeistliche im Bistumsdienst und Priester anderer Diözesen. Diese Zahlen, die in die große Missbrauchsstudie einflossen, gab Generalvikar Wolfgang Rösch gestern in Limburg bekannt.

Mit Blick in die Akten seien zudem Vorwürfe gegen 21 hauptamtliche pastorale Mitarbeiter, Ordensschwestern, Musiker oder sonstige Laien im Kirchendienst laut geworden. Auch fünf Ehrenamtliche seien des Missbrauchs beschuldigt worden. Bei den 23 durch Urteil oder Geständnisse strafrechtlich als Täter bekannten Personen handelt es sich nach Angaben Röschs um 13 Diözesan- und sieben Ordenspriester, einen Diakon und zwei Laien.

„Die Ergebnisse der Studie tun weh“, sagte er. „Die Kirche ist ihrem Anspruch nicht gerecht geworden. Sie hat sich an Menschen schuldig gemacht und ihnen großes Unrecht angetan. Im Bistum Limburg sind wir in der Vergangenheit falsche Wege gegangen, uns diesem Thema wirklich zu stellen. Dafür entschuldige ich mich bei allen Betroffenen.“

Laut Rösch hat das Bistum bis Juli 2018 insgesamt 166 000 Euro in Anerkennung des Leids gezahlt. Hinzu kommen 59 000 Euro für die Finanzierung von Therapien und sonstige Hilfen.

(hei)

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