Nayib Bukele
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El Salvadors Präsident Nayib Bukele will das beschlagnahmte Parteigebäude zu einer Sporthalle für junge Athleten umfunktionieren.

Korruptionsaffäre

Parteigebäude von Opposition in El Salvador beschlagnahmt

Das Hauptquartier der Oppositionspartei Arena in El Salvador wurde beschlagnahmt. Der autoritäre Präsident Bukele will es zu einer Sporthalle für junge Athleten umwidmen.

San Salvador - Ermittler in El Salvador haben das Hauptquartier und weiteres Vermögen der langjährigen Regierungspartei Arena beschlagnahmt.

Ein Gericht habe dies genehmigt, um von der heutigen Oppositionspartei veruntreutes Geld aus einer Korruptionsaffäre wiederzuerlangen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des mittelamerikanischen Landes am Freitag mit.

Der frühere Staatspräsident Francisco Flores war 2015 kurz vor seinem Tod wegen des Vorwurfs angeklagt worden, während seiner Amtszeit (1999-2004) Spendengeld aus Taiwan in Höhe von rund 15 Millionen US-Dollar veruntreut zu haben. Von dem Geld, das für die Opfer eines schweren Erdbebens im Jahr 2001 bestimmt war, habe seine Arena-Partei zehn Millionen Dollar behalten, sagte Generalstaatsanwalt Rodolfo Delgado in dem Arena-Hauptgebäude vor Journalisten.

Parteigebäude soll zu Sporthalle werden

Der autoritäre, konservative Präsident Nayib Bukele teilte nun mit, das Gebäude werde zu einer Sporthalle für junge Athleten umgewidmet. Eine dort stehende Statue des Arena-Gründers Roberto D'Aubuisson - der als Ex-Geheimdienstmajor 1980 die Ermordung des Erzbischofs Óscar Romero durch einen Todesschwadron angeordnet hatte - werde eingeschmolzen und zu Gullydeckeln verarbeitet.

Die rechte Arena (Nationalistische Republikanische Allianz) hatte von 1989 bis 2009 durchgehend den Präsidenten El Salvadors gestellt. Der erste davon, Alfredo Cristiani, hatte im Jahr 1992 den Friedensvertrag mit der linksgerichteten Guerilla FMLN (Befreiungsfront Farabundo Martí) unterzeichnet, der den zwölfjährigen Bürgerkrieg beendete, den unter anderem die Ermordung Romeros ausgelöst hatte. dpa

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