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Neue Mittelstreckenrakete aus Russland (Archivbild): Beim Test einer weiteren geheimen Waffe kam es zu einem verheerenden Unglück.  

Experte äußert schlimmen Verdacht

Verheerender Nuklear-Unfall mit Putins „Geheimwaffe“ - Trump-Tweet sorgt für Verwunderung

Tote und Verletzte: Im hohen Norden Russlands hat sich ein dramatisches Unglück beim Test eines Atom-Antriebs ereignet. Jetzt spricht Donald Trump.

Update vom 26. August: Bei dem Unfall auf einem Militärstützpunkt in der russischen Arktis Anfang August sind radioaktive Isotope ausgetreten. Bei der Explosion, bei der fünf Wissenschaftler starben, seien radioaktive Strontium-, Barium- und Lanthan-Isotope in die Umwelt gelangt, zitierten Nachrichtenagenturen am Montag den russischen Wetterdienst Rosgidromet. Diese hätten jedoch keine Bedrohung für die Bevölkerung dargestellt, erklärte Alexander Uwarow von der unabhängigen Nachrichtenseite AtomInfo.ru.

Messgeräte in Sewerodwinsk hatten radioaktive Elemente mit Halbwertzeiten zwischen wenigen Stunden bis zu knapp 13 Tagen gemessen, erklärte Rosgidromet. Die durch deren Zerfall entstandenen radioaktiven Edelgase seien der Grund für den "kurzzeitigen Anstieg" der Strahlungsbelastung gewesen, der zeitweise das 16-fache der Hintergrundstrahlung betrug. Die Werte hätten sich nach zweieinhalb Stunden wieder normalisiert.

Russland: Verheerender Nuklear-Unfall mit Putins Geheimwaffe -  Trump-Tweet sorgt für Verwunderung

17.41 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den atomaren Unfall auf einem russischen Militärstützpunkt während der Arbeit an einem neuen Waffensystem als lehrreich für die USA bezeichnet. Die Vereinigten Staaten "lernten viel" von dieser "Raketenexplosion", schrieb Trump am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er führte ins Feld, dass die USA über eine "ähnliche, wenngleich mehr entwickelte" Technologie verfügten.

Die russische Atombehörde Rosatom hatte zuvor bestätigt, dass die am Donnerstag ums Leben gekommenen Rosatom-Rüstungsexperten an "neuen Waffen" gearbeitet hatten. Allerdings nannte Rosatom keinen konkreten Waffentyp.

US-Experten gehen davon aus, dass es sich bei dieser Waffe um die atomar betriebene Rakete 9M730 Burewestnik handelt. Diese Rakete war im Februar von Präsident Wladimir Putin vorgestellt worden, der sie als "unbezwingbar" und für die gegnerische Luftabwehr als "nicht aufspürbar" bezeichnete.

Doch Trumps Mitteilung, dass die USA über einen ähnlichen Raketentyp verfügten, wurde von einem US-Experten umgehend in Zweifel gezogen. Die Mitteilung des Präsidenten sei "bizarr", twitterte der Experte für Rüstungsangelegenheiten, Joe Cirincione. Die USA hätten kein Programm für atomar betriebene Raketen. Cirincione leitet die Stiftung Plougshares Fund, die sich für einen globalen Abbau von Atomwaffen einsetzt.

Auch hier gab es Verwunderung: In einem Tweet bezieht sich US-Präsident Donald Trump auf die Zukunft, bleibt aber kryptisch. Denn diese Visionen können sich eigentlich nicht erfüllen.

Update vom 13. August, 14.08 Uhr: Bei der Explosion eines Raketenmotors mit sieben Toten im Norden Russlands ist über einen längeren Zeitraum radioaktive Strahlung freigesetzt worden, als bislang bekannt. Das in der Natur vorkommende Niveau sei in der Spitze um das 16-Fache überschritten worden, teilte der russische Wetterdienst Rosgidromet am Dienstag mit. Erhöhte Werte seien innerhalb von zwei Stunden gemessen worden.

Jeffrey Lewis, Direktor des East Asian Nonprolieration Program und einer der führenden Experten zum Thema Nuklearwaffen weltweit, hat in einem Artikel für das Magazin Foreign Policy die Sorge geäußert, es könne ein neues atomares Wettrüsten beginnen. In dem Text versucht er außerdem zu belegen, dass es sich bei der explodierten Rakete tatsächlich um die „Skyfall“ handelt. Einem Marschflugkörper mit Nuklearantrieb, der sich durch seine Manövrierfähigkeit kaum verteidigen ließe. Lewis schreibt, Russland versuche „mit immer bizarreren Waffensystemen die Raketenabwehrsysteme der USA zu knacken.“

Am Sonntag haben tausende Menschen von den fünf verunglückten Ingenieuren Abschied genommen. Die Trauerfeier um das Begräbnis fand in der Stadt Sarow, östlich von Moskau statt, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Nuklear-Unfall in Russland? Explosion wohl heftiger als gedacht

Update vom 11. August, 13.10 Uhr: Die Explosion eines geheimen Antriebs für eine Atomrakete muss noch heftiger gewesen sein als bislang gedacht. Mittlerweile dringen dramatische Details von dem Vorfall in Russland nach draußen, bei dem nach aktuellem Stand mindestens sieben Menschen verletzt wurden - und eine unbekannte Anzahl durch Radioaktivität schwer verletzt wurden. Zu den Details gibt es noch widersprüchliche Angaben der Behörden. Klar ist inzwischen jedoch: Nach neuestem Stand ereignete sich der Vorfall auf einer Plattform im Meer, von der aus eine Reihe von Raketentests durchgeführt wurden. 

Mehrere russische Quellen berichten, dass diese Tests an einer „isotopischen Energiequelle“ zunächst plangemäß verliefen. Doch dann fing offenbar einer der Testantriebe Feuer und explodierte, wie auch die staatliche Rosatom-Agentur mittlerweile mitteilte. Die Explosion war offenbar so heftig, dass „die Leute einfach ins Meer geschleudert wurden“. Am Sonntag um 18 Uhr deutscher Zeit will Rosatom jetzt neue offizielle Informationen zu den Vorfällen bekannt geben.     

Schon in der Vergangenheit kam es zu katastrophalen Pannen. So verließ bei einem Test 2015 ganz in der Nähe eine Rakete ihre geplante Flugbahn; Raketenteile schlugen in eine Wohnsiedlung ein. Im Erdgeschoss: ein Kindergarten für Kinder bis drei Jahre. Auch das Gebäude wurde dabei beschädigt. In Nyonoska befindet sich unter anderem ein Testgelände für ballistische Interkontinentalraketen.

Putins Geheimwaffe: Offenbar verheerender Nuklear-Unfall - Panik in der Bevölkerung

Update 20.55 Uhr: Was passierte bei dem Vorfall im Norden Russlands am Weißen Meer auf dem Testgelände Nyonoska? Nach offiziellen Angaben sind bei dem Unfall mindestens sieben Menschen gestorben. Die Daily Mail berichtet, dass mehrere Opfer nach Moskau gebracht wurden, offenbar sei Radioaktivität freigesetzt worden. In der 30 Kilometer entfernten Stadt Sewerodwinsk habe es in der Bevölkerung Panikkäufe gegeben, unter anderem regelrechte Jod-Noteinkäufe in Apotheken. 

Video: Kriselt Putins Regime?

Scheinbar wurde auf dem Testgelände ein neuartiger Antrieb für eine Rakete der russischen Marine getestet, möglicherweise ein Marschflugkörper mit Atomantrieb. Die Daily Mail vermutet, dass es sich dabei um Putins Top-Geheimwaffe „Zirkon“ handelt. Die Hyperschallwaffe soll sich mit einer Geschwindigkeit von 11.000 km/h pro Stunde dem Ziel nähern - die neunfache Schallgeschwindigkeit. Das wäre zu schnell, um sie über konventionelle Abwehrsysteme abfangen zu können. Eigentlich sollte die neue Waffe bereits 2019 an die Truppe ausgeliefert werden.

Der Waffenexperte Jeffrey Lewis vermutet ebenfalls einen Zusammenhang in dieser Richtung. Er setzte nach dem Unglück einen Tweet über den nuklearen Marschflugkörper 9M730 Burevestnik (“Sturmvogel“) ab, der sich in der Testphase befinden soll. Nato-Name: „SSC-X-9 Skyfall“.

Russland: Unfall bei Geheimtest für Atom-U-Boot

Archangelsk - Bei einem Zwischenfall auf einem Militärgelände in Russland sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Zunächst war nur von zwei, dann von fünf Todesopfern die Rede gewesen. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt.

Bei einem militärischen Test kam es zu einem Unfall in Russland - offenbar mit radioaktiven Folgen.

Zu der Explosion kam es beim Test eines neuartigen Triebwerks. Das Gelände, auf dem Raketen für Atom-U-Boote getestet werden, liegt in der Nähe der Hafenstadt Sewerodwinsk nahe Archangelsk am Weißen Meer.

Das Verteidigungsministerium hatte zunächst betonte, dass bei dem Zwischenfall keine Schadstoffe ausgetreten seien. Die Stadtverwaltung stellte jedoch kurzzeitig erhöhte radioaktive Strahlung fest. Die Messwerte hätten sich aber bereits am Mittag wieder normalisiert, hieß es.

Die Menschen in der Region hätten dennoch aus Angst verstärkt Jod in Apotheken gekauft, berichteten lokale Medien. Einige Einwohner hätten mit Strahlenmessgeräten, die in vielen Haushalten liegen, selbst erhöhte Radioaktivität gemessen. Die Umweltschützer von Greenpeace in Russland forderten erneute Überprüfungen.

Es war nicht das erste schwere Unglück in der Region. Im Dezember 2015 stürzte in einem Dorf in der Nähe von Sewerodwinsk eine Rakete bei einem Testflug in ein Wohngebiet. Im selben Jahr brach in der Werft der Hafenstadt ein Feuer bei Schweißarbeitern auf einem russischen Atom-U-Boot aus.

dpa/rpp

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