Sport Kommentar

Scherbenhaufen

Wenn eine sportliche Krise in der Fußball-Bundesliga ausgerechnet in der Adventszeit immer gravierender wird, kann es zu unschönen Kollisionen kommen.

Wenn eine sportliche Krise in der Fußball-Bundesliga ausgerechnet in der Adventszeit immer gravierender wird, kann es zu unschönen Kollisionen kommen. Am Sonntag war beim VfL Wolfsburg Weihnachtsfeier, am nächsten Tag bekam Klaus Allofs seine Papiere.

Werder Bremen, die alte sportliche Heimat des Managers, war ein fast schon geruhsames Biotop, nicht zu vergleichen mit der VW-Stadt am Mittellandkanal. Dort sind die Ambitionen seit der Meisterschaft 2009 permanent gestiegen.

Abstiegskampf? Nein danke. Wenn dann auch noch der Autokonzern, der Jahr für Jahr viele Millionen in den Fußball pumpt, in einen handfesten Skandal verwickelt ist, der am Image nagt, werden gerne Sündenböcke gesucht.

Allofs ist ein intelligenter Mann. Er hat sein Scheitern quasi selbst prophezeit: Der Weg nach oben ist oftmals einfacher, als sich an der Spitze zu halten. Zunächst die Erfolgsstory: Er hat den von Felix Magath hinterlassenen Scherbenhaufen zusammengefegt, den Club zusammen mit Trainer Dieter Hecking zum Pokalsieger und Vizemeister 2015 gemacht.

Aber im Erfolg macht man oft auch Fehler. Allofs verkaufte seinen Star Kevin de Bruyne für 75 Millionen Euro, verhob sich aber beim eigenen Shoppen. Namen wie Bendtner, Draxler und Kruse stehen für seinen Instinktverlust. Es stimmte nicht mehr im Kader. Die Ernennung von Valérien Ismael zum Nachfolger Heckings war der letzte große Fehlgriff. Der VfL ist ein Scherbenhaufen – so wie vor Allofs’ Amtsantritt.

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