Schmutziger Sport

  • VonKlaus Veit
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In einem Moskauer Anti-Doping-Labor sollen 1417 Proben vernichtet worden sein, in Deutschland soll der „Kaiser“ im Rahmen der WM-Vergabe einen Bestechungsversuch zumindest vorbereitet haben.

In einem Moskauer Anti-Doping-Labor sollen 1417 Proben vernichtet worden sein, in Deutschland soll der „Kaiser“ im Rahmen der WM-Vergabe einen Bestechungsversuch zumindest vorbereitet haben.

Natürlich sind das zwei verschiedene Dinge, aber eines haben sie gemeinsam: Spitzensport stinkt, zumindest in einigen Sparten. Je mehr Geld im Spiel ist, so scheint es, um so mehr steigt auch die Bereitschaft, zu betrügen, zu bestechen und zu vertuschen.

Der Sportbegeisterte sitzt dann mit seiner Zeitung auf dem Sofa oder schaut fern und erfährt fassungslos, dass wieder mal eines seiner Idole kriminelle Handlungen vorbereitet oder gar begangen hat. Und fragt sich, ob er seinen Enthusiasmus, seine Unterstützung beibehalten soll. Fragen, die sich übrigens auch manche Sponsoren stellen werden.

Jetzt hat es sogar Franz Beckenbauer erwischt, die Lichtgestalt des deutschen Fußballs. Der „Kaiser“, der Weltmeister als Spieler und Teamchef war, der Mann, dem man bisher alles verziehen hatte. Dem scheinbar alles in den Schoß fiel, der immer eine Lösung hatte.

Jetzt wissen wir, dass auch bei ihm nicht alle Praktiken legal waren. Eigentlich nicht wirklich verwunderlich, denn ein Siegertyp kann mit Niederlagen schlecht umgehen. Und es war leider naiv zu glauben, die WM 2006 hätte in dem riesigen internationalen Fußball-Sumpf mit ein paar Kuckucksuhren oder bayerischem Leberkäs’ nach Deutschland geholt werden können.

Franz Beckenbauer sollte sein Schweigen brechen. Damit wir ihn wenigstens als „Idol light“ in Erinnerung behalten können. Als Kaiser hat er abgedankt.

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