Kommentar zur Eintracht

Schon seltsam

  • vonKlaus Veit
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Dass es bei Eintracht Frankfurt hinter den Kulissen brodelt, ist längst ein offenes Geheimnis. Am Freitag kam es noch zu einem Verwirrspiel auf Twitter.

Dass es bei Eintracht Frankfurt hinter den Kulissen brodelt, ist längst ein offenes Geheimnis. Dass Kevin Trapp deshalb am Freitag während einer Pressekonferenz eine Erklärung im Namen der Mannschaft abgab, war grundsätzlich eine gute Idee.

Doch was er sagte, war wenig erhellend. Es waren Gemeinplätze wie „wir sind alle nicht zufrieden“ oder der Appell an alle, in den kommenden drei Spielen noch einmal Leistung zu bringen und voll motiviert aufzutreten. Das sind die Basics für einen Fußballprofi.

Wozu der Eintracht-Kapitän jedes inhaltliche Wort vermied, war die derzeit spannendste Frage, nämlich, ob es zwischen dem Team und Trainer Thomas Schaaf noch stimmt. Vielleicht hätte der Kapitän auch Probleme mit dem einen oder anderen Spieler bekommen, wenn er eine „geschönte“ Wahrheit zum Besten gegeben hätte.

Diesen Job übernahm dann die Eintracht selbst. „Im Namen der Mannschaft kann ich sagen, dass die Berichterstattung gegen Trainer und Team nicht gerechtfertigt ist“, twitterte der Club. Ein Satz, der so nicht fiel. Kevin Trapp hatte lediglich gesagt, dass negative Kritik gegen Trainer und Mannschaft „nicht weiterhilft“. Als die Eintracht auf diese Falschmeldung hingewiesen wurde, nahm sie die Aussage zurück. Doch sie war längst dank moderner Netzwerke weltweit verbreitet. Übereifer? Schlecht zugehört? An Absicht will man nicht glauben. Obwohl: Auf der Eintracht-Homepage wurde eine Stellungnahme veröffentlicht mit Pro-Schaaf-Aussagen, die Trapp nicht gemacht hatte. Auf dieses Niveau hatte sich der Club bisher nie begeben. Ob es etwa am neuen Medienchef liegt? Schon seltsam diese Aktion. Aber was soll’s? Die gut gemeinten Worte von Kevin Trapp werden so oder so die Lage nicht groß verändern. Denn, das wissen wir spätestens seit dem großen Otto Rehhagel, liegt die Wahrheit beim Fußball auf dem Platz.

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