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Ukraine-Krieg: Selenskyj schickt „verzweifelte Bitte“ in die USA

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Von: Andreas Schmid

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert mehr Waffen von den USA. © SERGEI SUPINSKY/AFP

Die Ukraine bittet die USA um Hilfe im Krieg mit Russland. Präsident Selenskyj fordert mehr Waffen und Flugzeuge.

Kiew - Im Ukraine-Konflikt* hofft die Ukraine auf Hilfe aus den USA. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* habe bei einem Telefonat mit US-Senatoren eine „verzweifelte Bitte“ um Flugzeuge vorgetragen. Zudem forderte Selenskyj offenbar mehr Waffen. Das berichteten mehrere US-Senatoren, die offenbar an dem Gespräch beteiligt waren. Der US-Sender CNN meldete, die Schalte habe eine Stunde gedauert.

Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert von den USA mehr Waffen und Flugzeuge

Wie der demokratische Senator Chuck Schumer sagte, wolle Selenskyj von osteuropäischen Ländern Maschinen russischer Bauart. Dies sei die „verzweifelte Bitte“ des 44-Jährigen „Diese Flugzeuge werden sehr dringend benötigt“, hieß es. Schumer werde alles tun, um deren Verlegung zu erleichtern, erklärte der US-Politiker dem Nachrichtenmedium Bloomberg. An dem Gespräch sollen mehrere Senatoren beteiligt gewesen sein, unter anderem der Demokrat Bernie Sanders. Schumer sagte: „Die Ukraine braucht dringend Luftstreitkräfte und die USA sollten sie schicken. Selenskyjs Botschaft ist einfach: ‚Schließt den Luftraum oder gebt uns Flugzeuge‘.“

Zudem habe Selenskyj eindringlich um mehr Waffen gebeten. Das schildere der republikanische Senator Dan Sullivan, der wohl ebenfalls Teil der Gespräche war. Selenskyj habe dringend mehr „militärische Ausrüstung für seine Streitkräfte und zur Verteidigung seines Volkes“ gefordert. Selenskyj habe sich auch dafür ausgesprochen, Importe von russischem Öl und Gas weltweit zu stoppen.

Der republikanische US-Senator Lindsey Graham wiederum sagte, Selenskyj habe zu verstehen gegeben, „dass es richtig wäre, Wladimir Putin* als Kriegsverbrecher zu bezeichnen, und dass dies seiner Meinung nach sehr hilfreich wäre“.

Ukraine-Krieg: Kuleba fordert mehr Waffen von den USA

Mehr Waffen forderte auch Selensykjs Außenminister Dmytro Kuleba. Bei einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Antony Blinken bat Kuleba um weitere militärische Unterstützung. Sein Land benötige dringend Kampfflugzeuge und Luftabwehrsysteme, erklärte Kuleba bei dem etwa 45-minütigen Treffen an der polnisch-ukrainischen Grenze am Samstag. „Ich hoffe, dass das ukrainische Volk dies als ein klares Zeichen dafür sehen kann, dass wir Freunde haben, die uns im wahrsten Sinne des Wortes zur Seite stehen“, sagte Kuleba.

Er habe seinen US-Kollegen aufgefordert, die Waffenlieferungen an sein Land zu erhöhen, erklärte Kuleba weiter. „Wir sind mit den bereits vereinbarten Lieferungen von Panzerabwehrwaffen und Munition zufrieden“, betonte er vor Journalisten. Dennoch benötige Kiew weitere Unterstützung bei der Luftabwehr: „Es ist kein Geheimnis, dass wir den größten Bedarf an Kampfjets, Kampfflugzeugen und Luftabwehrsystemen haben.“

Anthony Blinken (l.) und Dmytro Kuleba am Grenzübergang Korczowa-Krakovets.
Außenminister im Gespräch am Grenzübergang Korczowa-Krakovets: Anthony Blinken (l.) und Dmytro Kuleba. © Olivier Douliery/Pool AFP/AP/dpa

Ukraine-Krieg: Streit um Flugverbotszone über Ukraine

Selenskyj forderte zuletzt mehrfach eine Flugverbotszone über ukrainischem Gebiet. Dann dürften auch keine russischen Flieger über die Ukraine fliegen. Selenskyj will damit weitere Luftangriffe durch Russland verhindern. Die Nato lehnt das allerdings ab. Die Alliierten seien sich einig, dass Nato-Flugzeuge nicht im ukrainischen Luftraum operieren sollten, hatte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag betont. Die Nato befürchtet im Falle eines solchen Schrittes eine weitere Eskalation im ohnehin schon eskalierten Ukraine-Konflikt. Alle Informationen zum Hintergrund der Ukraine-Krise*.

Russlands Präsident Putin warnte die Nato bereits eindringlich vor der Durchsetzung einer solchen Flugverbotszone über der Ukraine. „Jede Bewegung in diese Richtung wird von uns als Teilnahme des jeweiligen Landes an einem bewaffneten Konflikt betrachtet“, sagte Putin am Samstag. Es spiele dann auch keine Rolle, welcher Organisation diese Länder angehörten.

Selenskyj reagierte enttäuscht auf diese Entscheidung. Damit habe die Nato grünes Licht für eine weitere Bombardierung ukrainischer Städte und Dörfer gegeben, sagte der Präsident in einer Videoansprache am Freitag. Alle Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie im News-Ticker zu den Verhandlungen im Ukraine-Krieg und zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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