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Ein düsteres Szenario für die Spitzen-Grünen Robert Habeck und Katrin Göring-Eckhardt: Das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde in Thüringen.

Knappes Ergebnis

Thüringen-Wahl: Die Grünen stürzen völlig überraschend ab - Partei zitterte bis zum Schluss

Das kannten die erfolgsverwöhnten Grünen so gar nicht: Von 20 bis 22 Uhr musste die Partei um den Wiedereinzug in den Landtag Thüringen zittern. Sie lag zeitweise bei nur noch 5,0 Prozent.

Update, 23.55 Uhr: Noch ein Stimmbezirk fehlt nach derzeitigem Stand. Doch die Grünen können aufatmen: Mit rund 5,2 Prozent sind sie sicher im neuen Thüringer Landtag vertreten.

Update, 21.01 Uhr: Nun sieht auch die aktuelle Hochrechnung des ZDF die Grünen nur noch bei 5,0 Prozent. Die Parteispitze um Robert Habeck und Annalena Baerbock muss damit ernsthaft fürchten den Landtag in Thüringen zu verfehlen.

Ursprünglicher Artikel von 20.33 Uhr: Erfurt - Die aktuellsten Hochrechnungen zeichnen ein bedrohliches Bild für die erfolgsverwöhnten Grünen. Nach derzeitigem Stand laufen sie sogar in Gefahr, an der Fünf-Prozent-Hürde und somit am Einzug in den Thüringer Landtag zu scheitern.

Waren die Grünen in den ersten Hochrechnungen noch stabil bei 5,5 Prozent, erreichen sie nun in der ZDF-Hochrechnung nur noch 5,1 und in der ARD-Hochrechnung sogar nur noch 5,0 Prozent, sind damit gleichstark mit der FDP, die ebenfalls um den Einzug in den Landtag in Thüringen bangen muss.

Grünen-Chef Robert Habeck erklärt das miese Ergebnis in Thüringen

Grünen-Chef Robert Habeck hat sich enttäuscht über das Wahlergebnis der Grünen in Thüringen geäußert und davor gewarnt, Koalitionen außer mit der AfD auszuschließen. „Wir hätten gerne eine Schippe draufgelegt“, sagte Habeck am Sonntagabend, die Grünen schafften nach den Hochrechnungen vom Sonntagabend aber erneut nur etwas über fünf Prozent. „Insofern sind wir damit nicht zufrieden.“

Das Land stehe nun vor „kompliziertesten“ Verhandlungen. „In einer Phase, wo sich die Demokratie neu sortiert, können wir Ausschließeritis eigentlich nicht gebrauchen“, sagte Habeck, alle demokratischen Parteien müssten miteinander gesprächsfähig sein. Die CDU schließt eine Koalition mit der Linkspartei aus. Mit der AfD lehnen auch die Grünen die Zusammenarbeit ab.

Grünen-Absturz kommt völlig überraschend

Als Partei, die Veränderung wolle, hätten die Grünen es in Ostdeutschland schwer, sagte Habeck, „weil die Menschen in den vergangenen 30 Jahren Veränderungen für drei Biografien gesammelt haben - und häufig genug mit Enttäuschung verbunden“. Der Wahlkampf in Thüringen sei „nochmal härter“ gewesen als in Sachsen und Brandenburg. Mit der „Tonalität des Zusammenführens“ seien die Grünen „kaum durchgekommen“.

Der Tiefschlag für die ansonsten im Bund so aufstrebsamen Grünen kommt völlig überraschend. Die Öko-Partei pendelte in den Umfragen zuletzt zwischen sieben und acht Prozent, hatte noch im August elf Prozent.

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    Umfrage-Überraschung:

    43 Prozent würden die Grünen wählen - und 19,5 Prozent die AfD

    dpa/kmm

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