Bereitet der Nato-Partner Sicherheitsrisiken?

Die Türkei nutzt russische Waffensysteme - und nimmt dafür Sanktionen der USA in Kauf

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    VonLuisa Billmayer
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Die Türkei setzt weiterhin auf militärische Zusammenarbeit mit Russland. Den USA passt das nicht, sie sprechen Sanktionen gegen den Nato-Partner aus.

Moskau/Washington/Ankara - Russland und die Türkei kooperieren militärisch. Daran wollen die Staaten auch trotz angekündigter US-Sanktionen festhalten, wie der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu in Sotschi mitteilte. Weil die Türkei Mitglied der Nato ist, befürchten die USA dadurch Sicherheitsrisiken.

Russland und Türkei wollen Militärkooperation trotz US-Sanktionen fortsetzen

Schon 2017 hatte die Türkei das russische Raketenabwehrsystem S-400 erworben. Washington hält es für möglich, dass Russland über das System sensible Nato-Daten erhalten könnte. Der Kauf hatte bereits Folgen für die Türkei: Die USA warfen den Nato-Partner aus dem Produktionsprogramm für die neue Generation der F35-Kampfflugzeuge.

Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan geben sich nach einer gemeinsamen Pressekonferenz die Hand. (Archivbild)

„Wir haben mit der Türkei unsere gegenseitige Absicht bestätigt, unsere militärisch-technische Zusammenarbeit auszubauen“, sagte Lawrow. Der russische Präsident Wladimir Putin* schätze die Entschlossenheit der Türkei*, diese Zusammenarbeit „trotz des illegitimen Drucks aus Washington fortzusetzen“.

Sanktionen: Türkei wirft USA Angriff auf „Souveränität“ des Landes vor

Bereits Mitte Dezember kündigte die US-Regierung Sanktionen gegen die Türkei an. Somit sind Waffenlieferungen an die zuständige türkische Rüstungsbehörde SSB in Zukunft untersagt. Außerdem dürfen hochrangige Mitarbeiter dieser Regierungsstelle nicht mehr in die USA einreisen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan* hatte von einem Angriff auf die „Souveränität“ seines Landes gesprochen.

„Worum auch immer es geht, auch hinsichtlich des S-400, regeln wir die Probleme am liebsten im Dialog“, sagte Cavusoglu in Sotschi. Die USA hätten weiterhin Dialogbereitschaft signalisiert. Die in den vergangenen Jahren erfolgte Annäherung zwischen Russland und der Türkei wird im Westen mit Argwohn verfolgt, weil sich die Türkei als Nato-Partner mithilfe eines geopolitischen Rivalen aufrüstet. Das System S-400 will die Türkei nach eigenen Angaben nutzen, ohne es in die Kontrollsysteme der Nato einzubeziehen.

Neben außenpolitischen Spannungen dürften den neugewählten US-Präsidenten Joe Biden zunächst die Corona-Pandemie beschäftigen. Zuletzt hatte er angekündigt, eine Million Impfungen pro Tag durchzuführen*. (lb mit AFP) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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