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BND-Chef wird vom Kriegs-Chaos überrascht - und muss mit Schutz-Konvoi aus Ukraine evakuiert werden

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Von: Julia Hanigk

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Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, kommt mit Mund-Nasenbedeckung zur öffentlichen Sitzung des Bundestags-Untersuchungsausschusses zum Anschlag am Breitscheidplatz.
Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes, schlug sich auf dem Landweg aus der Ukraine nach Polen durch. © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Der Chef des Bundesnachrichtendienstes Bruno Kahl wurde von dem Ukraine-Konflikt überrascht. Er floh per Landweg aus der Ukraine nach Polen.

Berlin - Bruno Kahl ist seit 2016 der Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND. Für wichtige und dringende Gespräche zur aktuellen Lage flog der 59-Jährige noch am vergangenen Mittwoch (23. Februar 2022) in die Ukraine nach Kiew. Das teilte ein BND-Sprecher mit.

Ukraine-Konflikt: BND-Chef wurde von Russland-Angriff überrascht

Wie die Bild-Zeitung wissen will, soll ein Flieger den BND-Chef abgeliefert haben, das Flugzeug habe das Land aber auch nach Ankunft direkt wieder verlassen. So war der Dienst-Jet nicht mehr in Kiew, als Russland um 3.58 Uhr die ersten Raketen auf die Ukraine abfeuerte. Bruno Kahl saß also zu diesem Zeitpunkt in der Ukraine fest, wurde von dem Angriff und der aktuellen Ukraine-Krise überrascht.

BND-Mitarbeiter äußerten sich gegenüber der Bild-Zeitung außerdem: „Der BND-Präsident hat im vollen Bewusstsein des Risikos eine Dienstreise in die Ukraine unternommen, um dringende Gespräche zu führen. Kahl musste offenbar brisante Informationen persönlich austauschen.“

Ukraine-Konflikt: BND-Präsident schlug sich per Auto nach Polen durch

Da der Luftraum der Ukraine gesperrt ist, habe der Präsident die Rückreise am Donnerstag auf dem Landweg antreten müssen, heißt es bei dpa. Die Rückreise sei wegen der Flüchtlingsbewegungen schwierig und langwierig gewesen. Die Straßen aus dem Land heraus sind durch Staus derzeit verstopft, viele Menschen wollen das Land verlassen. Die UN gab bereits bekannt, es werden etwa vier Millionen ukrainische Flüchtlinge erwartet. Kahl saß stundenlang in der Ukraine fest.

Am Freitag (25. Februar 2022) habe Kahl aber schließlich den Grenzübergang zu Polen erreicht, heißt es in der dpa-Meldung weiter. Ein Schutz-Konvoi einer Spezialeinheit soll ihn evakuiert haben. Nach der Grenzabfertigung wird der BND-Präsident nun noch am Abend zurück in Berlin erwartet. Zuerst hatte das Magazin Focus berichtet.

Eine Chronologie der Ereignisse im Ukraine-Konflikt finden Sie hier*. Eine kurze Erklärung zu den aktuellen Geschehnissen können Sie hier nachlesen*. (jh) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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