1. Startseite
  2. Politik

Putin-Weggefährte schmeißt nach 25 Jahren hin – Neue Position zeigt, wie sehr Sanktionen Russland treffen

Erstellt:

Von: Stephanie Munk

Kommentare

Der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Alexander Kudrin, Leiter von Russlands Rechnungshof.
Der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit Alexander Kudrin, Leiter von Russlands Rechnungshof. © Mikhail Metzel/Kremlin Pool/Imago

Ein enger Putin-Vertrauter gibt nach 25 Jahren sein Amt für den russischen Staat auf. Alexej Kudrin erwartet eine zentrale Rolle beim russischen Google-Pendant Yandex.

Moskau - Ein langjähriger Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putin gibt seinen Dienst für den russischen Staat auf: Der wirtschaftsliberale Politiker Alexej Kudrin will nicht mehr länger Leiter des russischen Rechnungshofes sein. Er habe bei Putin seinen Rücktritt eingereicht, schrieb Kudrin am Dienstag (29. November) auf seinem Telegram-Kanal. Nach 25 Jahren im Staatsdienst wolle er sich auf Projekte in der Privatwirtschaft konzentrieren, so seine Worte.

Kudrin begleitete Putin seit den 1990er-Jahren

Wie das Nachrichtenportal The Moscow Times abseits der täglichen Ukraine-News berichtet, werde Putin den Rechnungshofleiter in den kommenden Wochen offiziell entlassen. Laut dem russischen Wirtschaftssender RBC wird Kurdin zum russischen Internetriesen und Google-Konkurrenten Yandex wechseln. Damit habe er sich mit Putin bei einem persönlichen Treffen am Donnerstag (24. November) geeinigt, berichtet der Sender und beruft sich dabei auf eine „mit den Verhandlungen vertraute Quelle“.

Der 62-jährige Kudrin begleitet Putin seit deren gemeinsamer Zeit in der Stadtverwaltung von St. Petersburg in den 1990er Jahren. Von 2000 bis 2011 war er russischer Finanzminister. Nach siebenjähriger politischer Pause kehrte er 2018 als Leiter des russischen Rechnungshofes zurück. Er galt lange als Verfechter liberaler wirtschaftlicher und politischer Ideen in Putins Umfeld. Gegen den Einfluss des Geheimdienstes und anderer Sicherheitsbehörden konnte er sich dabei aber nicht durchsetzen.

Yandex wird umstrukturiert - „Toxische Verbindungen zum Kreml“ kappen

Der Wechsel von Kudrin zu Yandex erfolgt laut The Moscow Times vor dem Hintergrund einer Aufspaltung des IT-Konzerns. Yandex ist eine Tochter des niederländischen Mutterkonzerns Yandex NV. Offenbar sollen nun die Geschäftsbereiche außerhalb Russlands vor westlichen Sanktionen infolge des Ukraine-Kriegs geschützt werden. Alexej Kudrin soll laut einem Bericht des Wirtschaftsportals Heise künftig das Kerngeschäft in Russland leiten.

Andere Unternehmensteile sollen dagegen ausgelagert und von den „toxischen Verbindungen“ zum Kreml getrennt werden. Putin habe diesen Plan abgesegnet. Laut einem Bericht der Financial Times beerdige diese Umstrukturierung endgültig „die Hoffnungen von Yandex, ein internationaler Internetgigant zu werden“. Westliche Investoren und wichtige Partner hätten sich bereits von dem Unternehmen distanziert.

Yandex-Gründer offenbar „entsetzt“ über Ukraine-Krieg - Tausende Mitarbeiter verließen Russland

Yandex-Gründer Arkedi Wolosch, sei „entsetzt“ über Putins Angriff auf die Ukraine, berichtet die Financial Times weiter. Der in Israel lebende Manager habe Russland seither nicht mehr besucht. Die EU verhängte nichtsdestotrotz Sanktionen gegen Wolosch, weil seine Suchmaschine offenbar Putin-kritische Inhalte versteckte. Daraufhin war Wolosch als CEO abgetreten.

Nach Beginn des Ukraine-Kriegs hätten tausende Yandex-Mitarbeiter Russland verlassen, heißt es, darunter auch mehrere Top-Manager. Andere seien durch EU-Sanktionen als Reaktion auf Putins Invasion in der Ukraine zum Aufgeben ihrer Positionen gezwungen worden. Laut dem russischen Wirtschaftssender RBC werde Alexander Schukow, bisher Vize-Sprecher der Staatsduma, als Nachfolger von Kudrin gehandelt.

Indes äußerte sich Papst Franziskus über Putins „grausamste“ Truppen und erntete damit Vorwürfe von „Perversion aus Moskau. Nach dem Tod seines Außenministers Wladimir Makej ist der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko wohl in Angst. (smu mit Material von dpa)

Auch interessant

Kommentare