Kinder mit ihren Koffern am Flughafen Frankfurt: Ungeimpfte Kinder müssen nach dem Urlaub für mindestens fünf Tage in Quarantäne.
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Urlauber, die aus Hochinzidenzgebieten heimkehren und nicht geimpft oder genesen sind, müssen für mindestens fünf Tage in Quarantäne. Das trifft vor allem Kinder.

Corona-Pandemie

Urlaub im Hochinzidenzgebiet: Kinder sind beim Thema Quarantäne die Verlierer

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Spanien und die Niederlande gelten als Hochinzidenzgebiete. Nach dem Urlaub müssen Ungeimpfte in Quarantäne - und das trifft vor allem die Kinder. 

Frankfurt ‒ Mitten in den Sommerferien stellen steigende Inzidenzen und damit verbundene neue Corona-Regeln vor allem Familien vor Probleme. So sind auch die beliebten Reiseziele Spanien* und die Niederlande* seit Dienstag-Mitternacht (27.07.2021) als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Rückreise aus dem Urlaub von dort nach Deutschland zusätzliche Maßnahmen. Mit der Entscheidung vom Freitag (23.07.2021) hatte die Bundesregierung auf einen deutlichen Anstieg der Corona*-Infektionszahlen in beiden Ländern reagiert.

Die meisten Reisenden ließen sich den Urlaub von der Einstufung als Hochinzidenzgebiet wohl nicht vermiesen, obwohl die Quarantäne besonders für Kinder zum Problem werden könnte. Urlaubs-Absagen gebe es aktuell allerdings kaum. „Die meisten Urlaubenden möchten ihren Urlaub zu Ende verbringen und auch bei denen, die den Urlaub geplant haben, gibt es keine Storno-Welle“, sagte die Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV), Kerstin Heinen, der dpa am Montag (26.07.2021). Es habe bisher lediglich einige Nachfragen zur Rückreise gegeben.

Corona-Quarantäne nach dem Urlaub: Kinder sind die Verlierer der Reiseregeln

Neben der Anmeldepflicht und der Pflicht zum Nachweis eines negativen Testergebnisses, einer Impfung oder einer überstandenen Covid-Erkrankung, gilt bei der Rückreise aus Hochinzidenzgebieten eine verschärfte Quarantänepflicht. Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums für zehn Tage in Quarantäne begeben. Durch einen negativen Corona-Test kann die Quarantäne verkürzt werden - weniger als fünf Tage Isolation sei aber nicht möglich. Bei vollständiger Schutzimpfung mit einem der zugelassenen Corona-Impfstoffe* muss keine Quarantäne angetreten werden, vorausgesetzt, dass ein entsprechender Nachweis innerhalb von maximal 48 Stunden nach Einreise vorgelegt wird. Das geht auch in digitaler Form über das Einreiseportal der Bundesrepublik.

Da Kinder unter 12 Jahren aber gar nicht geimpft werden können, sind sie in der Pandemie - wieder einmal - die Verlierer. Sie können die Quarantäne nach dem Urlaub in Hochinzidenzgebieten wie Spanien oder den Niederlanden unter keinen Umständen umgehen. Je nach Urlaubsplan und Bundesland kann es da schnell passieren, dass die Kinder die erste Schulwoche verpassen. In Hessen gehen die Sommerferien in diesem Jahr vom 19. Juli bis zum 27. August. Problematischer könnte es noch für Familien aus Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern werden, wo die Ferien bereits Ende dieser Woche (31.07.2021) vorbei sind. Auch für Kinder unter 6 Jahren gibt es keine Ausnahmen von der Quarantänepflicht.

Indirekte Impfpflicht für Jugendliche ab 12? Quarantäne nach Urlaub im Hochinzidenzgebiet

Hinzu kommt: Auch für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren hat die Ständige Impfkommission (Stiko) bisher keine generelle Empfehlung zur Corona-Impfung* ausgesprochen. Impfungen sind nach Rücksprache mit einem Arzt aber möglich, wodurch eine Situation der indirekten Impfpflicht entstehen könnte. Eltern könnten so unter Druck geraten, ihre Kinder gegen den eigentlichen Willen impfen zu lassen, damit ein Urlaub ohne Komplikationen möglich ist.

Urlaub im Corona-Hochinzidenzgebiet: Quarantäne für Kinder nach Urlaub in diesen Ländern

Aktuell gelten nach Angaben des Robert Koch-Instituts fünf europäische Länder als Corona-Hochinzidenzgebiet: Die Niederlande, Portugal (inklusive Madeira und der Azoren), Russland, Spanien (inklusive der Balearen und Kanaren) und das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland. Strenger sind die Regeln für Urlauber nur in Ländern, die als Virusvariantengebiete eingestuft werden. Das ist in Europa aber in keinem Land der Fall und betrifft aktuell vor allem Afrika und Südamerika.

Diese Länder in Europa sind vom Robert Koch-Institut aktuell als Risikogebiete oder Hochinzidenzgebiete eingestuft. Beim Urlaub gelten hier strengere Corona-Regeln. (Stand 27.07.2021)

Weil in diesen Gebieten die Gefahr besteht, neue Varianten des Coronavirus nach Deutschland und Europa zu schleppen, brauchen bei der Einreise aus diesen Regionen auch Geimpfte und Getestete einen negativen PCR- oder Antigentest. Außerdem gilt hier für alle eine 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht verkürzt werden kann. Medienberichten zufolge will das Bundesgesundheitsministerium die Regelung zur generellen Testpflicht nun für alle Reiserückkehrenden* beschließen. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, will Minister Jens Spahn* (CDU*) Reisende künftig verpflichten, bei ihrer Einreise nach Deutschland einen negativen Corona-Test vorzulegen - egal, aus welchen Gebieten und mit welchen Verkehrsmitteln sie nach Deutschland kommen. (iwe) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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