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Erstürmung des US-Kapitols: Biden attackiert Trump heftig – der reagiert sofort mit schroffer Wortwahl

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Von: Patrick Mayer

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Ein Jahr nach der Erstürmung des US-Kapitols gibt US-Präsident Joe Biden seinem Vorgänger Donald Trump die Schuld für die Ausschreitungen in Washington. Der Regierungschef wird sehr deutlich.

München/Washington - Die Bilder von vor einem Jahr haben sich ins kollektive amerikanische Gedächtnis eingebrannt: die Erstürmung des Kapitol am 6. Januar 2021*. US-Präsident Joe Biden* hat seinen Vorgänger Donald Trump* in einer Rede anlässlich des ersten Jahrestags scharf kritisiert.

Er versprach, die US-Demokratie gegen Angriffe zu verteidigen. Nie zuvor in der Geschichte habe ein US-Präsident nach einer Wahlniederlage versucht, „eine friedliche Macht-Übergabe zu verhindern“, sagte Biden an diesem Mittwoch, dem 6. Januar 2022, im US-Kongress mit Blick auf Donald Trump. Er verwies dabei insbesondere auf Trumps vielfach widerlegte Behauptung, bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 sei massiv betrogen worden, der sogenannten „Big Lie“.

Joe Biden, Präsident der USA, spricht in der Statuary Hall des US-Kapitols anlässlich des Jahrestags der Erstürmung des US-Kapitols.
Joe Biden, Präsident der USA, spricht in der Statuary Hall des US-Kapitols anlässlich des Jahrestags der Erstürmung des US-Kapitols. © Drew Angerer/dpa

Erstürmung des US-Kapitols: Präsident Joe Biden macht Vorgänger Donald Trump Vorwürfe

Vor Biden hatte dessen Vize-Präsidentin Kamala Harris* gesprochen. „Sie wollten nicht nur ein Gebäude zerstören“, sagte Harris mit Blick auf die damaligen Ausschreitungen in Washington: „Ihr Angriff galt den Werten unseres Landes.“ An jenem Tag hätten die USA gesehen, „wie unsere Nation aussehen würde, wenn die Kräfte, die unsere Demokratie zerstören wollen, erfolgreich sind“, meinte sie und warnte vor „Chaos und Gewalt“. Hunderte radikale Trump-Anhänger hatten am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington* gestürmt, als dort Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zertifiziert werden sollte. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

Er hat das getan, weil ihm Macht wichtiger ist als Prinzipien.

Joe Biden über Donald Trump

Biden attackierte Trump in seiner Rede mehrmals direkt. „Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat ein Netz der Lügen über die Wahlen 2020 geschaffen und verbreitet“, sagte Biden im Statuen-Saal des US-Kapitols. „Er hat das getan, weil ihm Macht wichtiger ist als Prinzipien. Weil er seine eigenen Interessen als wichtiger erachtet als die Interessen seines Landes, die Interessen Amerikas. Und weil ihm sein verletztes Ego wichtiger ist als unsere Demokratie und unsere Verfassung. Er kann nicht akzeptieren, dass er verloren hat.“ Die USA und die Welt befänden sich heute in einem „Kampf zwischen Demokratie und Autokratie“, meinte der Präsident der Vereinigten Staaten und versprach: „Ich werde diese Nation verteidigen. Ich werde nicht zulassen, dass jemand der Demokratie ein Messer an die Kehle hält.“

Erstürmung des US-Kapitols: Donald Trump reagiert auf Attacke von Joe Biden

Ex-Präsident der USA: Donald Trump.
Ex-Präsident der USA: Donald Trump. © IMAGO / UPI Photo

Die Reaktion Donald Trumps ließ nicht lange auf sich warten. Der ehemalige US-Präsident* holte unmittelbar zum Gegenschlag aus. Biden zerstöre mit seiner Politik die Vereinigten Staaten, schrieb Trump in einer Mitteilung, die seine Sprecherin Liz Harrington auf Twitter verbreitete. Am ersten Jahrestag des Angriffs habe Biden den Namen Trump benutzt „in dem Versuch, das Land weiter zu spalten. Dieses politische Theater soll allein von der Tatsache ablenken, dass Biden völlig und total versagt hat.“

Die USA hätten keine Grenzen mehr, die Coronavirus-Pandemie* sei außer Kontrolle, Amerika sei nicht mehr energieunabhängig, die Inflation sei ungezügelt, das Militär stecke im Chaos, und der US-Abzug aus Afghanistan sei „vielleicht der peinlichste Tag“ in der langen Geschichte der USA gewesen, erklärte Trump. Erneut behauptete der republikanische Ex-Präsident ohne jegliche Grundlage, durch Betrug um den Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2020 gebracht worden zu sein. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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