Buttigieg liegt vorne

Nach Mega-Panne bei US-Vorwahl in Iowa: Wahl-Debakel hat Folgen für Parteichef

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Bei Vorwahlen im ganzen Land wollen die Demokraten ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl finden. In Iowa gab es jedoch ein Wahldebakel - mit Konsequenzen.

  • Die Wahl des US-Präsidenten am 3. November wirft ihre Schatten voraus.
  • In Iowa findet die erste Vorwahl in einem US-Bundesstaat statt, der große Wahltag kommt später am Super Tuesday.
  • Dabei unterlief den Demokraten eine immense Wahl-Panne - und Spott folgte umgehend.

Update vom 13. Februar: Das Chaos bei der Präsidentschaftsvorwahl der Demokraten in Iowa hat Folgen. Als Konsequenz aus der blamablen technischen Panne ist der dortige Parteichef zurückgetreten. Die Störungen bei der Übermittlung der Auszählungsergebnisse seien „einfach inakzeptabel“ gewesen, begründete der regionale Parteivorsitzende Troy Price am Mittwoch seinen Schritt. 

Eine App für die Übermittlung der Auszählungsergebnisse war falsch programmiert gewesen, was zu dem Wirrwarr geführt hatte. Das Endergebnis der Vorwahl vom Montag vergangener Woche wurde deshalb erst mit tagelanger Verspätung bekanntgegeben.

Die Demokraten würden das neuartige Coronavirus übrigens als „Trick“ missbrauchen. Dieser Auffassung ist zumindest US-Präsident Donald Trump.

Zweite Präsidentschaftsvorwahl: New Hampshire wählt

Update vom 11. Februar: Am Dienstag stehen in den USA die zweiten Präsidentschaftsvorwahlen an. Dieses Mal wird im Bundestaat New Hampshire gewählt.

Update vom 7. Februar um 8 Uhr: Nach tagelanger Verzögerung wegen einer technischen Wahl-Panne steht das Ergebnis der Vorwahl in Iowa schließlich offiziell fest: Bei den Demokraten liegt der pragmatisch-moderate Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg äußerst knapp vor dem linksgerichteten Senator Bernie Sanders an der Spitze, wie die Regionalsektion der Demokraten in Iowa nach Auszählung der Stimmen in allen Bezirken mitteilte. Demzufolge kommt Buttigieg auf 26.2 Prozent der Stimmen, Sanders auf 26,1 Prozent.

Nach der US-Vorwahl in Iowa fordern Demokraten, die Ergebnisse zu überprüfen

Dritte wurde die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren mit 18 Prozent. Hinter ihr rangieren der frühere Vizepräsident Joe Biden (15,8 Prozent) und die Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent). Beide vertreten den moderaten Parteiflügel.

Aufgrund des extrem knappen Endergebnisses riefen zunächst weder die Demokraten noch die US-Medien einen Sieger aus. Die Parteizentrale der Demokraten hatte zuvor eine Überprüfung der Resultate gefordert. "Genug ist genug", schrieb Parteichef Tom Perez bei Twitter. Um das "Vertrauen der Öffentlichkeit" in das Ergebnis sicherzustellen, müsse "unverzüglich" mit einer erneuten Überprüfung begonnen werden.

US-Vorwahl in Iowa: Beinahe alle Stimmen ausgezählt - Ergebnis überrascht 

Update vom 6. Februar, 11.50 Uhr: Beinahe alle Stimmen der ersten Vorwahl der US-Demokraten in Iowa sind ausgezählt. Der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg und der Senator Bernie Sanders liegen nahezu gleichauf. Am Donnerstag (6.2.) kam Buttigieg nach der Auszählung von 97 Prozent der Stimmen auf 26,2 Prozent. Damit lag er 0,1 Prozent vor Sanders. Auf dem dritten Platz landete die Senatorin Elizabeth Warren* mit 18,2 Prozent. 

Beobachter der US-Vorwahlen 2020* sind von dem guten Abschneiden Buttigiegs überrascht. Ex-Vize-Präsident Joe Biden lag vor der Wahl in den Umfragen vorne - nun landete er mit 5,8 Prozent nur auf dem vierten Platz. Biden bezeichnete sein Ergebnis selbst als „Schlag in die Magengrube“. Er wollte jedoch trotz der Niederlage weitermachen. 

Ergebnisse zur US-Vorwahl in Iowa: Nach Mega-Panne - der vermeintliche Sieger überrascht

Update vom 5. Februar 2020, 6.40 Uhr: Teil-Resultate sehen den aufstrebenden Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg* vorne. Der 38-Jährige kam nach Auszählung von 62 Prozent aller Wahlbezirke im Bundesstaat Iowa auf die meisten Delegiertenstimmen - dicht gefolgt von dem linken Senator Bernie Sanders, wie die Demokratische Partei in Des Moines am Dienstag nach langem Warten mitteilte.

Die Senatorin Elizabeth Warren rangiert demnach auf Platz drei. Der als einer der Favoriten gehandelte Ex-US-Vizepräsident Joe Biden liegt bislang nur auf einen schwachen vierten Platz. Chaos bei der Auszählung hatte die Verkündung von Ergebnissen extrem verzögert.

Nach Berechnungen des Fernsehsenders CNN kommt Buttigieg nach diesem vorläufigen Stand auf 26,9 Prozent der Delegiertenstimmen. Das sei ein „erstaunlicher Sieg“, sagte Buttigieg - ganz gleich, was als nächstes passiere. „Ich habe noch nie so sehr an unsere Kampagne, an unser Team und an unsere Vision geglaubt, die uns an diesen Punkt gebracht hat.“ Buttigieg sprach in Laconia im Bundesstaat New Hampshire. Dort ist am kommenden Dienstag die zweite Vorwahl der Demokraten geplant.

US-Vorwahl in Iowa: Trump lästert über Demokraten auf Twitter

23.13 Uhr: Der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg liegt bei der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen vorne. Buttigieg kam nach Auszählung von 62 Prozent aller Wahlbezirke im Bundesstaat Iowa auf die meisten Delegiertenstimmen - gefolgt vom linken Senator Bernie Sanders, wie die Demokratische Partei in Des Moines am Dienstag nach langem Warten mitteilte. Chaos bei der Auszählung hatte die Verkündung von Ergebnissen extrem verzögert.

19.22 Uhr: Gegen 23 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wollen die Demokraten dem Rätseln eine Ende machen und zumindest einen Teil der Vorwahl-Ergebnisse in Iowa veröffentlichen. Das berichten mehrere US-Medien, darunter die „New York Times“ und der TV-Sender CNN, am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf eine Telefonschalte des Parteichefs in Iowa, Troy Price, mit den Teams der demokratischen Präsidentschaftsbewerber. Price machte demnach keine genauen Angaben dazu, wie viele der Resultate bekanntgegeben werden sollten. Er versprach lediglich, es würden mehr als 50 Prozent sein. Wann das Endergebnis der Vorwahl in Iowa vorliegen könnte, war zunächst weiter völlig unklar.

Demokraten und Republikaner in Iowa hatten am Montagabend (Ortszeit) bei Hunderten Parteiversammlungen darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Die Demokratische Partei hat bislang aber noch keinerlei Ergebnisse veröffentlicht und diese - höchst ungewöhnliche - Verzögerung mit technischen Problemen begründet.

16.26 Uhr: Ein Programmierfehler soll der Grund für das Chaos bei der Auszählung der Vorwahlergebnisse in dem Bundesstaat sein. Das gaben die Demokraten am Dienstagnachmittag (MEZ) bekannt. Bisherige Untersuchungen hätten gezeigt, dass es bei der Dateneingabe aus den einzelnen Bezirken über eine App keine Probleme gegeben habe, hieß es am Dienstag in einer neuen Stellungnahme der Partei. Jedoch seien bei der Meldung dieser Daten Schwierigkeiten aufgetreten. Die eingegebenen und gesammelten Daten an sich seien aber korrekt und gültig, hieß es weiter. Die Auswertung laufe derzeit noch.

US-Vorwahl: Panne verzögert Veröffentlichung der Ergebnisse

16.20 Uhr: Auch am Dienstagnachmittag (MEZ) wurden seitens der Demokraten noch keine offiziellen Ergebnisse für die Vorwahl in Iowa veröffentlicht. Weiterhin ist unklar, wann die Resultate vorliegen könnten. Nach dem Bekanntwerden der Wahl-Panne ließ der Spott von US-Präsident Donald Trump bei Twitter nicht lange auf sich warten. Am späten Montagabend (Ortszeit) musste Trump jedoch auch einige herbe Aussagen der Demokraten wegstecken. Mehrere ihrer Präsidentschaftskandidaten traten vor ihren Anhängern in Des Moines auf, ohne das Ergebnis der Vorwahl zu kennen. Stattdessen drehten sich ihre Reden dann um Angriffe gegen Trump.

US-Vorwahl: Demokraten schießen in Iowa gegen Donald Trump 

Biden warnte, dass vier weitere Jahre Trump den Charakter der USA grundlegend verändern würden. Mit-Favorit Sanders betonte unterdessen: „Heute wurde der Anfang vom Ende Donald Trumps markiert, des gefährlichsten Präsidenten in der modernen amerikanischen Geschichte.“ Und auch bei Warren kommt Trump alles andere als gut weg. Sie sprach davon, den „korruptesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte zu besiegen“. 

13.47 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die von einer schweren Panne überschattete Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat Iowa als "völliges Desaster" bezeichnet. 

"Nichts klappt, genauso wie sie das Land regiert haben", schrieb Trump mit Blick auf die Demokraten auf Twitter - der einzige, der nach den Auftakt-Vorwahlen einen "sehr großen Sieg" für sich in Anspruch nehmen könne sei „Trump“, schrieb Trump wörtlich.

US-Vorwahl: „Unglaubliches Versagen“ bei Demokraten - Trumps Kontrahenten beginnen mit Schuldzuweisungen

10.20 Uhr: In den USA haben die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl 2020 begonnen - für Donald Trump mit einem ungefährdeten Sieg im Rennen der Republikaner, für die Demokraten hingegen mit dem bitterst möglichen Fazit: Die Vorwahl der Partei ist im Chaos versunken. Die Demokraten sehen sich nach der wegweisenden ersten Abstimmung im Bundesstaat Iowa weiterhin nicht in der Lage, Ergebnisse zu veröffentlichen. Von den Bewerbern hagelte es Kritik. Zugleich begannen sie mit dem Kampf um die Deutungshoheit.

Der Berater der Kandidatin Elizabeth Warren, Joe Rospars, warnte mit Blick auf die vom Team des Kontrahenten Bernie Sanders veröffentlichten „internen“ Zählungen: „Jedes Wahlkampfteam, das sagt, dass es gewonnen hat oder das unvollständige Zahlen herausgibt, trägt zum Chaos und zur Fehlinformation bei.“ Rospars kritisierte auf Twitter, der Vorwahl-Prozess in Iowa sei „zusammengebrochen“. Sowohl Menschen als auch die Technik hätten versagt. 

Präsidentensohn Eric Trump goss ebenfalls per Twitter Öl ins Feuer: „Lass es Dir gesagt sein, sie manipulieren das Ding... was für ein Durcheinander.“

Die einzig bislang bekannten Zahlen zum Ausgang der Vorwahl der Demokraten stammen eben von Sanders. Ihnen zufolge liegt Sanders nach Auszählung von allerdings nur 40 Prozent der Wahlbezirke in Iowa vorne. Peter Buttigieg liege an zweiter Stelle, dahinter Warren, hieß es. Der als einer der Favoriten gehandelte Ex-Vizepräsident Joe Biden schaffte es demnach nur auf einen schwachen vierten Platz. Bidens Team war denn auch das erste, das in einem von US-Medien veröffentlichten Schreiben an die Partei in Iowa „erhebliche Mängel“ in dem Auszählungsprozess kritisierte.

Vorwahl in Iowa: Demokraten-Chef verkündet peinliche Neuigkeit - und legt auf

8.58 Uhr: Nach der Chaos-Vorwahl der US-Demokraten im Präsidentschaftsrennen im Bundesstaat Iowa will die Partei die Ergebnisse erst im Laufe des Dienstags veröffentlichen. Iowas Parteichef Troy Price sagte in einer kurzen Telefonschalte mit Journalisten um 1.00 Uhr nachts (Ortszeit/8.00 Uhr MEZ) am Dienstag, die Ergebnisse würden „später am Tag“ bekanntgegeben. Die Stimmen würden per Hand überprüft. 

Price legte auf, ohne Fragen zu beantworten. Die Partei ist wegen der Verzögerung der Ergebnisse harsch kritisiert worden (siehe unten).

US-Vorwahl: „Unglaubliches Versagen“ bei Demokraten

8.28 Uhr: Mittlerweile scheint klar: Die Demokraten sind mit einer üblen Panne in die US-Vorwahlen gestartet: CNN berichtet, die Partei hoffe auf Ergebnisse „irgendwann am Dienstag“. Der Sender sprach von einem „unglaublichen Versagen“. Mittlerweile hat das Team von Kandidat Bernie Sanders interne Zahlen veröffentlicht (siehe 7.45 Uhr).

In der Mitteilung von Sanders Wahlkampfteam hieß es, man erkenne an, dass die internen Zählungen, die von Freiwilligen gesammelt worden seien, die offiziellen Ergebnisse der Partei nicht ersetzen. Die Unterstützer von Sanders hätten aber zu hart und lange gearbeitet, um die Ergebnisse dieser Arbeit zu verzögern. Das Wahlkampfteam veröffentliche die internen Zahlen „im Interesse vollständiger Transparenz“. 

Zuvor hatte mit Pete Buttigieg ein Konkurrent vor Anhängern gesagt, nach allen Anzeichen gehe er „siegreich“ in die nächsten Vorwahlen in New Hampshire, die am kommenden Dienstag stattfinden.

Vorwahlen in Iowa: Quälendes Chaos bei den Demokraten - und üble Schlappe für Trumps Lieblings-Rivalen?

7.45 Uhr: Noch immer liegen keine offiziellen Ergebnisse von der Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa vor - doch ein Kandidat ist nun mit Zahlen an die Öffentlichkeit gegangen: Bernie Sanders hat nach Angaben seines Wahlkampfteams die Vorwahl für sich entschieden. 

Der 78-Jährige liege nach Auszählung von knapp 40 Prozent der Stimmen mit gut 28,6 Prozent vor dem früheren Bürgermeister Pete Buttigieg, der auf 25,7 Prozent komme, teilte Sanders' Wahlkampfteam unter Berufung auf interne Berechnungen mit. Der linksgerichtete Senator war auch in Umfragen in Führung gelegen. Ex-Vizepräsident Joe Biden erreichte den Angaben zufolge nur den vierten Platz. Er kam auf 15,1 Prozent.

Zuvor hatte die Demokratische Partei bekanntgegeben, dass sich die Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse wegen "Unstimmigkeiten" zwischen drei verschiedenen Datensätzen zu den Resultaten verzögere.

US-Vorwahl: Demokraten im Chaos - Trumps Team spottet und feiert Erdrutschsieg

6.45 Uhr: Die Verzögerung von Ergebnissen der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen im Bundesstaat Iowa sorgt für Ärger bei den Kandidaten. Das Wahlkampfteam von Ex-Vizepräsident Joe Biden kritisierte in einem von US-Medien veröffentlichten Schreiben an die Partei „erhebliche Mängel“ in dem System zur Auszählung der Stimmen. Mehr als vier Stunden nach Beginn der Vorwahl lagen keinerlei Ergebnisse vor.

Der Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, Brad Parscale, spottete über die Demokraten. Sie könnten nicht einmal eine Vorwahl ausführen, wollten aber die Regierung übernehmen, schrieb er auf Twitter. Präsidentensohn Eric Trump schrieb auf Twitter, deshalb wollten die Menschen nicht, dass die Demokraten die USA regierten.

Die Demokratische Partei in Iowa begründete die Verzögerung mit Qualitätskontrollen. Bei einigen Ergebnissen gebe es Ungereimtheiten. Es handele sich nicht um einen Hackerangriff. Mehrere demokratische Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur traten vor ihren Anhängern in Iowas Hauptstadt Des Moines auf, ohne das Ergebnis der Vorwahl zu kennen. Sie konzentrierten sich dabei auf Angriffe gegen Trump.

Der frühere Vizepräsident Joe Biden warnte, vier weitere Jahre Trump würden den Charakter der USA grundlegend ändern. Senator Bernie Sanders sagte: „Heute markiert den Anfang des Endes von Donald Trump, dem gefährlichsten Präsidenten in der modernen amerikanischen Geschichte.“ Senatorin Elizabeth Warren sagte: „Als Partei sind wir heute einen Schritt näher daran, den korruptesten Präsidenten in der amerikanischen Geschichte zu besiegen.“

US-Vorwahl in Iowa: Demokraten kämpfen mit „Unstimmigkeiten“

6.10 Uhr: Nach der Präsidentschaftsvorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa verzögert sich die Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Die Demokratische Partei begründet das mit "Unstimmigkeiten" bei drei verschiedenen Datensätzen zu den Wahlergebnissen, wie US-Medien berichteten. Neben dem technischen System zur Erfassung der Resultate gibt es demnach auch Fotos der Abstimmungsergebnisse sowie schriftliche Unterlagen.

Es solle nun sichergestellt werden, dass die Ergebnisse vor einer Veröffentlichung korrekt seien, erklärten die Demokraten. Mehrere der Bewerber traten aber schon vor Veröffentlichung der Ergebnisse vor ihre Anhänger und versicherten, sie hätten erfolgreich abgeschnitten. So äußerten sich der linksgerichtete Senator Bernie Sanders, der in Umfragen für Iowa in Führung gelegen hatte, Vizepräsident Joe Biden sowie die Senatorinnen Elizabeth Warren und Amy Klobuchar.

Chaotische Szenen bei US-Vorwahl in Iowa: „Ich hör‘ überhaupt nix“

5.25 Uhr:  Basisdemokratie ist ein anstrengendes Geschäft - das haben auch die US-Demokraten bei der Präsidentschaftsvorwahl im Bundesstaat Iowa einmal mehr erleben müssen. Beim sogenannten Caucus spielten sich teilweise chaotische Szenen ab, etwa in der Basketballhalle einer Schule in Iowas Hauptstadt Des Moines.

"Bitte seid geduldig. Das ist Demokratie", rief eine Organisatorin zwischendurch ins Megaphon. "Es tut mir Leid. Ich weiß, es ist frustrierend."

Denn bei der Vorwahl wurden nicht einfach Stimmzettel in die Wahlurne geworfen. Die Parteimitglieder setzten sich vielmehr in den Bereich, der mit dem Namen eines bestimmten Kandidaten markiert war - und mussten dann durchgezählt werden.

Vorwahl im US-Präsidentschaftswahlkampf - Iowa

Schon die Erläuterung der Regeln sorgte für Wirrwarr. Der Wahlleiter sprach zwar in ein Megaphon, wurde aber von den wenigsten Anwesenden in der großen Halle verstanden. "Ich hör' überhaupt nix", grummelte ein Anhänger des Linkskandidaten Bernie Sanders. Besser wurde es später, als das Megaphon durch ein Mikrofon mitsamt Lautsprecher ersetzt wurde - eine technologische Aufrüstung, für die es Applaus gab.

Noch unübersichtlicher wurde es dann nach der ersten Runde. Denn die Wähler jener Bewerber, die an der 15-Prozent-Hürde scheiterten, konnten sich neu verteilen und für den zweiten Wahlgang einem der anderen Bewerber anschließen. Um diese Wähler entstand ein eifriges und lautes Buhlen, während die ersten Wähler bereits die Halle verließen.

Noch komplizierter würde es voraussichtlich werden, wenn die Wahlergebnisse aller 1678 Veranstaltungsorte des Caucus in Iowa addiert und in Delegiertenstimmen umgerechnet werden mussten.

Vorwahlen in den USA: Trump feiert erwarteten Erdrutschsieg - Demokraten lassen es gemütlich angehen

Update 4. Februar, 5.15 Uhr: Die New York Times berichtete nach Auszählung von mehr als zwei Dritteln der Wahlbezirke, Trump sei auf mehr als 96 Prozent der Stimmen gekommen. Seine beiden Konkurrenten in Iowa - der frühere Gouverneur von Massachusetts, Bill Weld, und der konservative Radio-Moderator und frühere Kongressabgeordnete, Joe Walsh - blieben unter zwei Prozent.

In vielen Bundesstaaten haben die dortigen Republikaner die Vorwahlen gestrichen, weil Trump keinen ernsthaften Herausforderer hat. Das Ergebnis in Iowa reflektiert die große Unterstützung, die der Präsident in der Partei genießt. 

Die Veröffentlichung von Ergebnissen der ersten Vorwahl der Demokraten im US-Präsidentschaftsrennen im Bundesstaat Iowa verzögert sich. US-Medien berichteten am späten Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf die Demokratische Partei in dem Bundesstaat, Grund seien Qualitätskontrollen. Die Richtigkeit der Ergebnisse habe oberste Priorität. 25 Prozent der Wahlbezirke hätten Ergebnisse übermittelt.

US-Wahl 2020: Sanders als Favorit? Trump auf Twitter siegessicher: „Großartige Zeiten...“

Update, 3. Februar, 22.05 Uhr: In der Nacht auf Dienstag (4.2.) steht nun die erste Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaft im US-Bundesstaat Iowa an. Demokraten und Republikaner werden bei Parteiversammlungen darüber abstimmen, wen sie für den besten Kandidaten ihrer Partei halten. Die Ergebnisse der Vorwahl sind am Dienstagmorgen deutscher Zeit zu erwarten. 

Donald Trump gibt sich derweil selbstbewusst und siegessicher. Auf Twitter rief er die Republikaner dazu auf, bei den Vorwahlen ihre Stimmen für ihn abzugeben. „Eure großen Handelsabkommen mit China, Mexiko, Kanada, Japan, Südkorea und anderen Ländern sind abgeschlossen“, postete der amtierende Präsident. „Großartige Zeiten werden kommen“, so Trump weiter, „für unsere Bauern, Viehzüchter, Handwerker - für Alle.“ 

US-Wahl 2020: Erste Vorwahl - Sanders Favorit - tritt er gegen Trump an?

Washington - Ein kleiner Bundesstaat seht ganz im Fokus: Die Vorwahl in Iowa, sagte ein Wahlkampfmanager von Ex-Vizepräsident Joe Biden, sei der "Super Bowl der Politik". In dem Bundesstaat im Mittleren Westen der USA steht am Montagabend (19.00 Uhr Ortszeit/Dienstag 2.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit) die erste Vorwahl im US-Präsidentschaftsrennen an. Bei Parteiversammlungen, verteilt über den ganzen Staat, stimmen Demokraten und Republikaner darüber ab, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Das Prozedere ist kompliziert und unterscheidet sich deutlich von Abstimmungen per Wahlzettel. Ergebnisse werden erst am späten Abend oder in der Nacht erwartet - nach deutscher Zeit also am Dienstagmorgen.

Informationen über alle Kandidaten der Demokraten bei den Primaries* erhalten Sie auch in unserem Überblicks-Artikel. 

Vorwahlen in Iowa: Läuft Sanders Biden den Rang ab?

Bei den Republikanern tritt der Amtsinhaber, US-Präsident Donald Trump, in dem parteiinternen Rennen ohne ernstzunehmende Konkurrenz an. Bei den Demokraten gibt es dagegen ein großes Bewerberfeld. Insgesamt waren es fast 30 Anwärter, 17 sind bereits ausgestiegen, 11 sind noch übrig. Auf nationaler Ebene liegt in Umfragen seit langem - in wechselnden Konstellationen - ein Führungstrio vorne: der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden sowie die beiden linken Senatoren Bernie Sanders* und Elizabeth Warren. Spätestens am "Super Tuesday 2020" wird es dann ernst.

In Umfragen in Iowa lag Biden über lange Strecken auch auf Platz eins. Zuletzt zog aber Sanders an ihm vorbei und sicherte sich dort knapp die Favoritenrolle. Zwischenzeitlich hatte auch mal der 38 Jahre alte Ex-Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, die Umfragen in Iowa angeführt, was die Konkurrenz nervös machte. Es ist also ein spannendes Rennen - mit möglichen Überraschungen. Während sich Trumps Konkurrenten voll auf die Vorwahl in Iowa konzentrieren, steht für den Amtsinhaber dieser Tage auch noch seine dritte Rede zur Lage der Nation an.

Informationen über alle Kandidaten der Demokraten für die Primaries* lesen Sie in unserem Überblicks-Artikel. 

Wahlkampf in Iowa: Biden warnt vor vier weiteren Jahren Trump

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber absolvierten in Iowa bis zum Schluss Wahlkampfveranstaltungen im Akkord. Biden warnte bei seiner Abschlusskundgebung in Iowas Hauptstadt Des Moines am Sonntagabend vor weiteren vier Jahren Trump. Deswegen hätten die Wähler in Iowa eine größere Verantwortung als jemals zuvor, sagte er. Warren betonte, wer auch immer von den Demokraten nominiert werde: „Wir haben ein Ziel: Wir werden Donald Trump besiegen!“ Auch auf Twitter gab sich Warren zuletzt kämpferisch.

Donald Trump entgeht wohl einer Amtsenthebung, schon am Mittwoch könnte der US-Präsident freigesprochen werden. Seine Umfragewerte dürften Trump ebenfalls freuen.

Die Kansas City Chiefs haben sich zum Super-Bowl-Champion gekrönt. Bei der Gratulation unterlief US-Präsident Donald Trump ein unangenehmer Fehler.

Eine Übersicht der demokratischen Kandidaten finden Sie hier. Dazu ausführliche Kandidatenportrait zu Andrew Yang un Kamala Harris.

Den Sieg in Nevada holte sich der linksgerichtete Senator Bernie Sanders.

dpa/AFP

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