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Waffenlieferungen sind nur ein Teil der Strategie

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Von: Christiane Warnecke

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Friedensverhandlungen müssen das Ziel sein

Im Angesicht der russischen Großoffensive in der Ostukraine überschlagen sich derzeit geradezu die Forderungen nach der Lieferung schwerer Waffen aus dem Westen. Gleichzeitig horchen alle auf, nachdem Russlands Außenminister Lawrow Waffenlieferungen der Natostaaten als Angriffsziele definiert hat und von einem Stellvertreterkrieg sowie der Gefahr eines dritten Weltkriegs spricht. Die Eskalationsspirale dreht sich also weiter.

In der Hoffnung, die Russen tatsächlich auf dem Schlachtfeld stoppen zu können, wirft der Westen immer mehr Skrupel über Bord. Auch Deutschland will jetzt Panzer liefern. Doch bei aller berechtigter Kritik an der verschwurbelten Kommunikation aus dem Kanzleramt ist die Bundesrepublik weiterhin gut beraten, sich nicht an die Spitze der Bewegung zu stellen. Muss der Fokus doch gleichzeitig weiter auf Deeskalation gerichtet werden. Auf die Suche nach einem Weg, diesen Krieg zu beenden.

So ist es gut, dass sich UN-Generalsekretär Guterres zunächst für die Lösung humanitärer Probleme in der Ukraine stark macht. Sichere Fluchtkorridore sind ein wichtiges und kurzfristig erreichbares Ziel. Eine Waffenruhe liegt sicherlich noch in weiterer Ferne.

Um am Ende auch dieses Ziel zu erreichen, ist es jedoch wichtig, dass die westlichen Bündnispartner in Ramstein nicht nur über Waffenlieferungen sprechen, sondern auch über längerfristige Strategien. Über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine etwa - ein Thema, das zum Knackpunkt in ernsthaften Friedensverhandlungen werden dürfte.

Bis dahin geht es den Russen aber darum, militärisch Fakten für Gebietsverhandlungen zu schaffen. Dabei müssen sie gestoppt werden. Und deshalb ist es wichtig, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine auszubauen. Zumal inzwischen jedem klar geworden sein dürfte, dass die russische Armee keineswegs ein so überlegener Gegner ist, wie anfangs angenommen. Trotzdem gilt es unbedingt, eine direkte Kriegsbeteiligung der Nato zu verhindern. Hat das russische Waffenarsenal doch nichts von seiner Bedrohlichkeit für die Menschheit eingebüßt.

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