+

Kommentar

Kommentar zur Wohnungsnot: Nicht alles zubauen

Die Stadtgesellschaft zerfällt in drei Klassen: Eigentümer, Altmieter, die günstig wohnen, und Neubürger, für die es teuer wird. Was tun?

Ein Stadtplaner erzählte, dass sein Großvater vor 100 Jahren drei Stunden für den Weg zur Arbeit brauchte und drei Stunden zurück. Der Arbeitsbedarf in den Metropolen war so groß, dass man mit dem Wohnungsbau für die Arbeitskräfte nicht hinterher kam. In Frankfurt und Umgebung herrschen wieder solche Zustände. Für Polizisten und Servicekräfte werden Mieten unbezahlbar. Die Stadtgesellschaft zerfällt in drei Klassen: Eigentümer, Altmieter, die günstig wohnen, und Neubürger, für die es teuer wird. Was tun? Da man nicht alle Mieten subventionieren kann, muss das Angebot erhöht werden. Werkswohnungen und Nachverdichtung helfen sicher. Aber das hat Grenzen. Grünflächen zuzubauen ist in Zeiten des Klimawandels keine gute Lösung. Der Wind muss wehen, das Wasser versickern und der Mensch atmen können. Es kann nicht das Ziel sein, Ballungszentren stets wachsen und Landstriche veröden zu lassen. In Zeiten der Digitalisierung muss man die Metropolregion größer denken. Wer in einer Stunde in Frankfurt sein kann, gehört dazu. Aber dazu muss der Nahverkehr dringend besser werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare