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Millionen Führerscheine laufen ab - Welche Autofahrer vom Umtausch betroffen sind

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
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In Deutschland verlieren viele Führerscheine zukünftig ihre Gültigkeit. 43 Millionen Auto- und Motorradfahrer müssen ihren „Lappen“ umtauschen. Diese Fristen gelten.

  • Bis Januar 2033 verlieren in Deutschland knapp 43 Millionen Führerscheine ihre Gültigkeit.
  • Autofahrer müssen für den Umtausch der Führerscheine einen Stufenplan beachten.
  • Doch wann muss ich meinen Führerschein umtauschen lassen? Was passiert, wenn die Frist verstreicht?

Frankfurt – Bis ins Jahr 2033 muss jeder Führerschein in Deutschland, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, umgetauscht werden. Für ihren alten Schein erhalten die Autofahrer dann einen neuen, der in der ganzen EU einheitlich eingeführt wird. Der Vorteil des neuen EU-weiten Führerscheins: Er soll die aktuellen Standards der Fälschungssicherheit erfüllen.

Die blanken Zahlen zu diesem Vorhaben alleine in Deutschland sind gewaltig. Insgesamt müssen demnach knapp 43 Millionen Führerscheine von Auto- und Motorradfahrern ausgetauscht werden. Dazu gehören gut 15 Millionen Autofahrer, die ihre Fahrerlaubnis vor dem 31. Dezember 1998 erworben haben und noch in Besitz eines alten Papierscheins sind. Die restlichen 28 Millionen besitzen bereits den Führerschein in Form einer Scheckkarte, der zwischen 1999 und 2013 ausgegeben wurde.

Stufenplan für den Umtausch der Führerscheine: Fristen für Autofahrer

Der Beschluss für die entsprechende Regelung wurde bereits im Jahr 2016 gefasst. Die Anordnung zum Umtausch des Führerscheins aller Fahrzeugklassen wurde im März 2019 beschlossen. In diesem Zusammenhang wurde in Deutschland auch gesetzlich festgelegt, in welcher Reihenfolge der Austausch erfolgt. Dazu hat die Bundesregierung einen zeitlichen Stufenplan entwickelt, um die Führerscheinbehörden bei dieser immens großen Zahl an Autofahrern nicht zu überlasten und einen geordneten Ablauf ohne lange Wartezeiten zu gewährleisten.

Der Erwerb eines Führerscheins ist von Land zu Land unterschiedlich.

Der zeitliche Stufenplan, der seitens der Bundesregierung in Deutschland beschlossen wurde, legt je nach Ausstellungsdatum der jeweiligen Fahrerlaubnis und dem Geburtstag des Inhabers des Führerschein fest, welche Fristen für die jeweiligen Autofahrer gelten. Fest steht: Der Prozess des Umtauschs der Führerscheine muss spätestens bis zum 19. Januar 2033 abgeschlossen sein.

Führerscheine in Deutschland bekommen Ablauffrist von 15 Jahren

In Deutschland haben bisher nur Führerscheine, die nach Januar 2013 ausgestellt wurden ein Ablaufdatum. Ab 2022 sollen dann auch sämtliche Scheine eine Ablauffrist von 15 Jahren haben, die vorher ausgestellt wurden. Als erstes vom Umtausch betroffen sind Autofahrer der Geburtsjahre 1953 bis 1958, die ihre Fahrerlaubnis vor dem 31. Dezember 1998 erworben haben. Sie müssen ihren alten Papier-„Lappen“ bis zum 19. Januar 2022 umtauschen.

Inhaber der Fahrerlaubnis, die vor 1953 geboren sind, müssen ihren Führerschein unabhängig vom Ausstellungsdatum bis zum Jahr 2033 umtauschen. Dies wird vom Bundesamt für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) damit begründet, dass ohnehin unklar sei, ob Inhaber in diesem Alter noch Auto fahren und somit überhaupt Gebrauch von ihrer Fahrerlaubnis machen.

Geburtsjahr des Inhabers der Fahrerlaubnis Stichtag für den Umtausch des Führerscheins
vor 195319. Januar 2033
1953 bis 195819. Januar 2022
1959 bis 196419. Januar 2023
1965 bis 197019. Januar 2024
1971 oder später19. Januar 2025
Quelle: ADAC

Bis wann müssen Autofahrer in Deutschland ihre Führerscheine umtauschen?

Anschließend sind in Deutschland die Autofahrer an der Reihe, die ihre Fahrerlaubnis nach dem 1. Januar 1999 erworben haben und in Besitz eines Führerscheins im Scheckkarten-Format sind. Für die jeweils geltenden Fristen, die der Stufenplan vorsieht, ist dabei das Ausstellungsjahr des Scheins ausschlaggebend.

Ausstellungsjahr der FahrerlaubnisStichtag für den Umtausch des Führerscheins
1999 bis 200119. Januar 2026
2002 bis 200419. Januar 2027
2005 bis 200719. Januar 2028
2008 19. Januar 2029
200919. Januar 2030
2010 19. Januar 2031
201119. Januar 2032
2012 bis 18. Januar 201319. Januar 2033
Quelle: ADAC

Führerschein in der EU wird einheitlich: Autofahrer in Deutschland müssen zum Umtausch

Für den Umtausch des Führerscheins wird nicht viel benötigt. Ein gültiger Personal- oder Reisepass, ein biometrisches Passfoto sowie der aktuell noch geltende Führerschein reichen aus, um den neuen Schein, der in der EU einheitlich eingeführt werden soll, zu beantragen. Der Umtausch kostet 25 Euro.

Doch auch wer die Frist für den Umtausch in Deutschland verpasst und verstreichen lässt, muss keine Angst haben. Auch wenn der Führerschein seine Gültigkeit verliert, bedeutet das nicht, dass Autofahrer dann ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs sind. Man begeht also keine Straftat. Dennoch wird bei einer Kontrolle ein Verwarnungsgeld in Höhe von zehn Euro fällig.

Ob man mit seinem Auto oder Motorrad aber auch ohne gültigen Führerschein aus Deutschland ins Ausland fahren darf, kann pauschal nicht beantwortet werden. Laut ADAC hängt das stark von den Bestimmungen im jeweiligen Land ab. In Einzelfällen können dabei aber erhebliche Probleme auftreten.

Autofahrer in Deutschland können Führerschein schon jetzt umtauschen

Und auch die Nostalgiker unter den Autofahrern, die ihren alten „Lappen“ gerne als Andenken behalten wollen, dürfen beruhigt sein. Den alten – nach dem Umtausch zwar ungültigen – Führerschein darf man nach Wunsch behalten. Jedoch wird dieser entwertet, sodass er nicht mehr verwendet werden kann.

Das Umtausch-Prozedere in Deutschland startet bereits am 19. Januar 2021. Ab diesem Tag können Autofahrer ihren Führerschein auf den jeweiligen örtlichen Behörden umtauschen. (Yannick Wenig)

Rubriklistenbild: © imago images / Cord

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