Dieser BMW i8 sieht auch gebraucht wie neu aus.
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Dieser BMW i8 sieht auch gebraucht wie neu aus.

Gebrauchte E-Autos:

Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

E-Autos sollen nach dem Willen der Bundesregierung schon bald deutlich häufiger auf den Straßen zu sehen sein. Schließlich sind sie wesentlicher Bestandteil der Klimaschutzinitiative.

Derzeit aber stagniert der Absatz. Die Preise sind zu hoch, die Ladeinfrastruktur ist zu schwach ausgebaut.

Mehr Ladesäulen, höhere Kaufprämien

Das Spitzengespräch im Kanzleramt Anfang November 2019 zum Thema Mobilität hat ergeben, dass viel mehr Ladestationen installiert und höhere Kaufprämien für E-Autos bezahlt werden sollen. Diese Maßnahmen sollen den Absatz ankurbeln. Für Frankfurt und Umgebung ist das auch dringend nötig. In der Stadt stehen gerade einmal 50 Ladesäulen mit je zwei Steckern. Bevor die Bundesregierung mit ihrem Vorhaben praktische Ergebnisse liefert, könnte die Allegro Deutschland GmbH dafür sorgen, dass bereits vorzeitig rund 280 Normalladesäulen installiert werden. Für Autofahrer, die gerne emissionslos mobil sein wollen, sich aber die bisher recht hohen Preise für fabrikneue E-Autos nicht leisten können, könnte die Anschaffung eines gebrauchten Elektrofahrzeugs eine willkommene Alternative sein. Für Fahrten in der Stadt und auch für regelmäßige Pendelfahrten sind sie gut geeignet.

E-Auto gebraucht kaufen – Fahrzeugbesichtigung

Bevor die erste Fahrzeugbesichtigung ansteht, sollten Käufer genau wissen, welches Auto das richtige ist. Die Reichweite des ausgewählten Modells muss dem eigenen Mobilitätsprofil entsprechen und die Ladetechnologie muss zu den bereitstehenden Ladestellen passen. Zusätzlich muss die Batterie voll funktionstüchtig sein. Bei der Fahrzeitbesichtigung sind neben der Lackprüfung bei Tageslicht, der Rostprüfung an der Karosse, der Spaltprüfung und der Innenraumprüfung, bestimmte Punkte ganz besonders zu berücksichtigen:

Die Batterie

Die Batterie ist das Herzstück des Elektroautos. Je häufiger die Nutzung in der Vergangenheit, desto höher der Rückgang der nutzbaren Kapazität. Beim Gebrauchtwagenkauf es ist deshalb besonders wichtig, dass der Verkäufer nachweist, wie der Zustand der Batterie ist. Eine empfehlenswerte Möglichkeit ist es, bei einem scheckheftgepflegten Gebrauchtwagen die Prüfprotokolle der Werkstätten einzusehen. Aus den Protokollen gehen die Details hervor, die den Zustand der Batterie dokumentieren.

Tipp: Hat das Gebrauchtfahrzeug eine geringe Laufleistung, ist das für eine Batterie eher ungünstig. Wenn diese über einen längeren Zeitraum ungenutzt ist, können durch die Folgen einer Tiefentladung Schäden an der Batterie entstehen.

Die Reifen

Reifen an einem Elektrofahrzeug verschleißen schneller als bei konventionell betriebenen Autos. Das liegt an dem hohen Anfahr-Drehmoment, den Elektroautos in der Regel aufweisen. Allerdings sollten abgefahrene Reifen kein Grund sein, ein Fahrzeug nicht zu kaufen. Stattdessen ist es sinnvoll, sich im Vorfeld der Besichtigung über die Kosten geeigneter Pneus und Felgen für das Wunschfahrzeug zu informieren. Mit den aktuellen Preisen im Hinterkopf kann beim Verkaufsgespräch entsprechend nachverhandelt werden. Schließlich gehören verkehrssichere Reifen mit zu einem Auto. Fehlen sie, wirkt sich das auf den Gesamtpreis aus. So gut vorbereitet stärken Kaufinteressenten ihre Verhandlungsposition und erwerben das Wunschfahrzeug zu einem fairen Preis, so dass der eventuelle Kauf der nötigen neuen Reifen keine finanzielle Extra-Belastung darstellt.

Die Bremsen

Auch die Bremsen sollten genau begutachtet werden. Bremsen werden bei einem Elektrofahrzeug weniger benutzt und verschleißen weniger schnell. Die Gefahr besteht jedoch, dass die Bremsscheiben Rost ansetzen. Wer sich vorher über die Preise informiert, kann bei kritisch verrosteten Bremsscheiben den Gesamtpreis drücken.

Hochvoltleitungen

Die Hochvoltleitungen in einem E-Motor sind orange. Zwar sollten sie keinesfalls angefasst werden, doch eine Sichtprüfung auf Marderbisse ist sinnvoll. Wer hier nicht genau hinschaut, kann später mit hohen Folgekosten konfrontiert werden. Außerdem sind beschädigte Hochvoltleitungen in einem Elektroauto lebensgefährlich.

Das Ladekabel nebst Zubehör

Im Rahmen der Hauptuntersuchung werden laufende Kabel auf Funktionsfähigkeit und das Zubehör auf Vollständigkeit und Zustand überprüft. Fehlt ein Kabel oder ist etwas defekt, kann das dazu führen, dass die TÜV-Plakette nicht vergeben wird. Deshalb ist es wichtig, Ladekabel und Zubehör zu überprüfen und im Kaufvertrag zu notieren, was zum Fahrzeug gehört und in welchem Zustand es übergeben wird.

Probefahrt: Checkliste großer Automobilclubs nutzen

Was bei einer Probefahrt mit einem Elektroauto zu beachten ist, lässt sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen. Der Automobilclub ADAC stellt eine allgemeine Checkliste für Probefahrten bereit. Darüber hinaus sollten Kaufinteressenten einen Reichweitentest durchführen, die Fahrdaten festhalten und einen Ladetest machen. Auf diese Weise werden sie den speziellen Prüfungsanforderungen eines E-Autos gerecht.

Tipp: Wer sich selbst nicht zutraut, eine zuverlässige Einschätzung des Gebrauchtwagens vorzunehmen, kann entweder einen versierten Freund oder einen Gutachter mitnehmen. Dieser prüft das Auto – entgeltlich – auf Herz und Nieren. Alternativ bietet es sich an, einen Gebrauchtwagenscheck beim TÜV oder bei der DEKRA durchführen zu lassen. Wichtig: Vorher einen Termin absprechen!

Welches E-Auto passt zu mir?

Viele Verbraucher sind sehr skeptisch, wenn es um E-Autos geht. Die geringe Reichweite verursacht oft Bedenken. Sicherlich ist die Reichweite ein Hauptkriterium bei der Anschaffung eines Fahrzeugs, doch je nach persönlichem Mobilitätsprofil können Kaufinteressenten ganz unterschiedliche Maßstäbe anlegen. Für den einen ist der Hyundai Kona Elektro mit einer durchschnittlichen Reichweite von 350 bis 400 Kilometer ideal, anderen reicht der winzige Renault Twizy für gelegentliche Stadtfahrten zum Einkaufen. Die folgende Auswahl präsentiert einige Modelle und sortiert diese nach Nutzungsprofil.

Modelle für Vielfahrer

Berufspendler und jeder, der regelmäßig ein Auto für weitere Strecken braucht, sollte ein Modell mit hoher Reichweite auswählen. Infrage kommen die folgenden Modelle:

  • Nissan Leaf
  • VW e-Golf
  • Renault Zoe
  • BMW i3

Modelle für Familien 

Elektroautos mit einem großen Platzangebot sind zum Beispiel der Opel Ampera-e und der Hyundai Ioniq Elektro. 

Für die junge Generation 

Fahrspaß und Style spielen auch bei umweltbewussten Fahranfängern eine große Rolle. Berufseinsteiger, Studenten und natürlich auch junggebliebene Thirty-Somethings könnten mit den folgenden Modellen gut beraten sein:

  • Smart EQ
  • Renault Twizy

Wo werden gebrauchte Elektrofahrzeuge angeboten? 

Auf den einschlägigen Plattformen im Internet finden sich zahlreiche Elektrofahrzeuge. Elektroautos vom Händler sind dabei vorzuziehen, weil diese eine Garantie auf das Fahrzeug geben. Die Auswahl von umfassend geprüften Autos mit Garantie ist recht breit, so dass es nicht schwer fallen sollte, online ein geeignetes Modell für die eigenen Ansprüche zu finden.

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