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Mercedes R-Klasse und Smart Roadster: Flop-Modelle, die keine zweite Chance erhielten

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Von: Julian Baumann

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Eine Mercedes-Benz R-Klasse aus dem Jahr 2010.
Die Mercedes R-Klasse wirkte wie eine Mischung aus Kombi und Van und wurde zum Flop für den Stuttgarter Konzern. © Mercedes-Benz AG

Mercedes-Benz ist einer der wichtigsten und beliebtesten Autobauer der Welt. Doch selbst der Traditionskonzern mit dem Stern griff bei Modellen mal daneben.

Stuttgart - Autos aus deutscher Produktion sind weltweit aufgrund ihrer Qualität, Leistung und Ingenieurskunst beliebt. Der heutige Konzern Mercedes-Benz geht auf die Erfinder des Automobils Gottlieb Daimler und Carl Benz zurück und kann dementsprechend auf eine lange Historie zurückblicken. Von international beliebten Mercedes-Modellreihen wie der S-Klasse oder der C-Klasse gibt es inzwischen viele Generationen, die immer weiter verbessert und angepasst werden. Mit den vollelektrischen EQS und EQC wurden die Modelle zudem auch in das Zeitalter der E-Autos überführt. Ab 2025 will Mercedes-Benz bereits alle Modelle auch in einer vollelektrischen Version anbieten (BW24* berichtete).

Vor dem Marktstart eines neuen Automodells liegt eine lange Reihe an Arbeitsschritten: von der Designkonzeption, über die ersten Machbarkeitsstudien, Erprobungen von Vorabversionen bis zu medienwirksamen Präsentationen auf Automessen oder eigenen Weltpremieren. Umso bitterer ist es, wenn ein solches Automodell letztendlich dann zum Ladenhüter wird. Das blieb in der Vergangenheit auch Mercedes-Benz und der Tochter-Firma Smart nicht erspart. Vor allem die Mercedes R-Klasse und der Smart Roadster stehen bei dem Traditionskonzern aus Stuttgart für Modelle, die aufgrund mangelnder Verkaufszahlen keine zweite Chance erhielten.

Mercedes R-Klasse: Kombi oder Van? Hersteller übernahm sich mit Modellmischung

Als Mercedes-Benz am 6. Oktober 2020 die neue Luxusstrategie des Autokonzerns präsentierte, kündigte der Hersteller eine neue Fahrzeugklasse an. Die Sport Utility Limousine (SUL) sollte eine Mischung aus SUV und Limousine werden. Nach der Ankündigung erntete der Autobauer allerdings deutlichen Spott. Mercedes, ihr habt nichts kapiert*, kommentierte auch unser Autor. Dass eine Mischung zweier Autoklassen mitunter schwer verkäuflich sein kann, hat Jahre zuvor aber auch ein Modell gezeigt, das wohl für immer einer der größten Flops in der Erfolgsgeschichte des Stuttgarter Autokonzerns bleiben wird.

Die Mercedes R-Klasse wirkte wie eine Mischung aus Kombi und Van und wurde in Europa nur von 2005 bis 2012 verkauft, berichtet das Portal motor1. Intern wurde das optisch seltsam wirkende Auto als Baureihe 251 bezeichnet und als Normalversion mit 4,92 Metern Länge und als 5,16 Meter lange Version angeboten. Grundsätzlich bot das Modell durch die Länge viel Platz, eine hohe Sicherheit und höchsten Komfort für bis zu sechs Passagiere.

Beliebt war das Modell dennoch nicht, weswegen Mercedes die R-Klasse zunächst im Jahr 2012 vom Hauptabsatzmarkt in den USA und wenig später auch von allen anderen Märkten nahm. Nur in China verkaufte sich das große Auto etwas besser, deshalb wurde es auf dem dortigen Markt noch bis 2018 als Langversion angeboten. Seit dem Marktstart der R-Klasse im Jahr 2005 wurden bis heute nur rund 200.000 Fahrzeuge gebaut.

Mercedes-Benz: Smart-Flop und Startschwierigkeiten bei den E-Auto-Modellen

Im Jahr 1998 gründete Mercedes-Benz beziehungsweise der Vorgängerkonzern Daimler mit Smart eine neue Automarke, die innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich wurde. In den Jahren bis 2019 wurden die vor allem in den großen Städten sehr praktischen Zweisitzer Smart Fortwo mit Verbrennungsmotor gebaut. Seit 2020 ist die Marke Smart im Rahmen der E-Auto-Strategie des Konzerns als Smart-EQ eine rein elektrische Marke. Weniger erfolgreich als die beliebten Kleinwagen wurde ein Versuch von Smart, an die Tradition kleiner britischer Roadster anzuknüpfen. Der von 2003 bis 2005 gebaute Smart Roadster mit Glaskuppel auf dem Heck war nur 3,43 Meter lang, hatte mit 61, 82 und 101 PS aber genug Power.

Laut motor1 wurde das Fahrvergnügen beim Smart Roadster aber durch ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe geschmälert. Bis zum Ende der Produktion wurden nur etwa 43.000 Modelle gebaut, zudem sollen angeblich 11.000 Autos auf Halde gestanden sein. In jüngster Vergangenheit hatte Mercedes-Benz ebenfalls einen regelrechten Flop zu verzeichnen. Zum Start der E-Auto-Offensive des Konzerns wurden die SUVs EQC und EQA, die auf umgebauten Verbrenner-Architekturen basierten, vorgestellt. Besonders der EQC wurde zum Ladenhüter, Mercedes zog das Flop-Modell noch vor dem Start zurück*.

Erst mit der vollelektrischen Luxuslimousine EQS* brachte Mercedes-Benz ein konkurrenzfähiges E-Auto auf den Markt, das neue Maßstäbe setzte und die E-Auto-Ära im Stuttgarter Konzern endgültig einleitete. Dem Flaggschiff folgte mit dem Mercedes-AMG EQS* einige Zeit später ein noch leistungsstärkeres Modell. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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