Der neue Mazda2: Klein, aber erwachsen
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Der Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid kommt in mehreren Varianten.

Fahrbericht

Der neue Mazda2 M Hybrid: Klein, aber erwachsen

  • Harald Joisten
    vonHarald Joisten
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Der überarbeitete Mazda2 M Hybrid ist kein reines Stadtauto.

Manchmal sind es die Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen - die einen ganz schön in die Irre führen können. Beim Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid könnte man denken, es handele sich um ein Hybrid-Auto, das auch rein elektrisch fahren kann. Könnte sein. Doch der kleine Fünftürer ist kein Voll-Hybrid, sondern ein so genannter Mild-Hybrid. Dafür steht im Namen der Buchstabe "M". Der Stromspeicher ist so klein, dass seine Kapazität nicht ausreicht, um den Wagen rein elektrisch zu bewegen. Doch die winzige Batterie hilft durchaus beim Spritsparen. Wie gut das funktioniert beim kleinsten Modell von Mazda, das gut fünf Jahre nach seinem Debüt nun ein Facelift erhalten hat, haben wir im Test mit dem 90-PS-Benziner erfahren.

Der Mazda2 Mild-Hybrid verbraucht weniger Sprit

Der Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid ist ein sogenannter "Mild-Hybrid".

Das M-Hybrid-System besteht aus einem riemengetriebenen Startergenerator (RSG) mit 22,5 Volt Bordspannung. Die überschüssige Energie, die beim Rollen oder Bremsen gewonnen wird, wird in einem Kondensator mit lediglich 0,012 kWh Speicherkapazität zwischengelagert. Das klingt wenig, ist auch so. Und doch hat es einen positiven Effekt: Im Vergleich zum Vorgängermodell sinkt der Verbrauch im WLTP laut Mazda von 5,7 auf 5,3 Liter Super auf 100 Kilometer. Und ja: Wir kamen im Praxistest mit 5,4 Liter fast exakt auf diesen Wert. Bei sparsamer Fahrt* auf der Autobahn zeigte unser Bordcockpit sogar zeitweise drei Liter an.

Die Spritersparnis liegt zum Teil auch am  neuen Getriebe, das nun einen Gang mehr mit längerer Übersetzung besitzt. Die ersten fünf Gänge bleiben im Vergleich zum bisherigen Getriebe unverändert. Der sechste Gang sorgt vor allem bei höheren Geschwindigkeiten für noch mehr Laufruhe. Allerdings muss das das 1,5-Liter-Aggregat stets bei Laune gehalten werden, sprich in höheren Drehzahlen, um agil zu bleiben. Unterhalb von 2.500 U/Min wird die Beschleunigung in allen sechs Gängen zäh. Dann fehlt dem Japaner die Spritzigkeit.

Die Energie aus dem Kondensator unterstützt den Benziner nicht nur beim Start und beim Beschleunigen – auch in einer Start/Stopp-Phase greift der kleine Akku helfend ein. Der Motor bleibt länger ausgeschaltet und springt nicht so schnell von alleine wieder an. Wer mag, kann sich die gesparte (Aus-)Zeit des Motors im Innenraum auf dem 7-Zoll-Monitor sekundengenau anzeigen lassen.

Der Innenraum des Mazda2 kann sich sehen lassen

Der Innenraum des Mazda2 bietet eine Kombination aus digitalen und analogen Elementen.

Auch sonst kann der gut vier Meter lange Japaner in vielen Bereichen gefallen. Das Sitzgefühl hinter dem griffigen Lenkrad ist gut, man fühlt sich auf Anhieb wohl. Das Gesamtambiente ist keineswegs billig, die Materialien wirken gut verarbeitet und durchaus wertig. Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet. Das Cockpit ist ein Mix aus digitalen und analogen Instrumenten. Auf der Rückbank geht es im Kniebereich freilich beengter zu – normal für einen Kleinwagen. Der 280 Liter große Kofferraum  enthält eine tiefe Ladekante, die das Be- und Entladen etwas erschwert.

Der 280 Liter große Kofferraum.

Ebenso gut fährt sich der Mazda2. Das B-Segment-Modell liegt trotz seines geringen Gewichts, das im Vergleich zum Vorgänger um 66 Kilo auf 1,07 Tonnen stieg, ziemlich satt auf Straße. Die Federung ist durchaus straff und kernig, aber nicht unkomfortabel. Die Sechsgang-Schaltung arbeitet gewohnt präzise. Beim Rangieren in der Stadt ist der kleine Wendekreis von 9,8 Metern ideal.

Äußerlich hat der überarbeitete Mazda2 ein fließendes Design erhalten. Der neue Kühlergrill trägt nun eine Wabenstruktur mit Chromspange, die Scheinwerfer ziehen sich länger um die Ecke, auch die Rückleuchten haben eine neue Grafik.

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Das kostet der Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid

Der Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid kommt in mehreren Varianten.

Preislich beginnt die Basisversion des Mazda mit dem kleineren 75-PS-Benziner bei knapp 14.190 Euro und in der 90-PS-Variante bei 16.890 Euro. Die von uns getestete Top-Ausstattung „Sports Line“ (ab 19.690 Euro) enthält eine umfangreiche Ausstattung. Unter anderem sind ein beheizbares Lederlenkrad, Regensensor, Smartphone-Integration, USB-Stecker, LED-Scheinwerfer und Tempomat mit an Bord.

Selbst mit weiteren Sonderausstattungen wie 3D-Navigation, Matrix-LED-Licht, Head-up-Display, 360-Grad-Kamera, Müdigkeitswarner und und schlüssellosem Zugang kommt man preislich kaum über 23.000 Euro. Bedient werden Navigation, Radio und Co. über den Touch-Monitor oder einen Dreh-Drück-Knopf hinter der Gangschaltung. Einziger kleiner Haken: Nach einem Motorstart dauert es vergleichsweise lange, bis das System geladen und bereit ist, um etwa eine Adresse ins Navigationssystem einzugeben.

Unser Fazit zum Mazda2

Der Mazda 2 ist ein Kleinauto, das sich sehr erwachsen anfühlt und fährt und damit nicht nur für die Stadt bestens geeignet ist, sondern auch für längere Reisen – wenn auch freilich weniger Familien.

Datenblatt zum Mazda2 Skyactiv-G 90 M Hybrid

Motor und Getriebe:

Vierzylinder,

Benzin,

1.496 ccm,

Leistung 90 PS

maximales Drehmoment 148 Nm

Drehmoment bei 4.000 U/min,

Sechsgang-Schaltgetriebe,

Frontantrieb

Fahrleistungen:

0-100 km/h in 9,8 Sekunden,

Spitze 183 km/h

Kraftstoffverbrauch :

4,8 l/100 km innerorts

3,7 l/100 km außerorts

4,1 l/100 km kombiniert

5,3 l/100 km WLTP kombiniert

5,4 l/100 km (Super) Testverbrauch

CO2-Emissionen 94 g/km

Maße und Gewichte:

Länge/Breite/ Höhe 4060/1695/1495 mm,

Kofferraumvolumen 280 bis 950 l,

Leergewicht 1.076 kg,

Zuladung 460 kg

Preis:

19.690 Euro (Ausstattung Sports Line)

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joi

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