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Harte Strafe für Tesla-Fahrer: 18 Monate ohne Führerschein (Symbolbild)

"Hätte in einer Tragödie enden können"

18 Monate Fahrverbot: Tesla-Fahrer handelt sich mit Autopilot satte Strafe ein

Da stimmt was nicht, haben sich bestimmt einige Verkehrsteilnehmer gedacht, als ein Tesla sie überholte. Für das Ausprobieren des Autopilots muss ein Tesla-Fahrer ordentlich büßen.

Fährt da ein Geist oder spielen die Augen einen Streich? In Großbritannien hat ein Mann den Autopilot seines Teslas ausprobiert. Allerdings nicht auf einer ruhigen Straße und auch nicht wie Tesla es eigentlich vorschreibt.

Bei über Tempo 60 habe der Tesla-Fahrer den Autopiloten eingeschaltet, es sich anschließend auf den Beifahrersitz bequem gemacht und die Arme hinter seinem Kopf verschränkt, berichtet die Polizei von Hertfordshire in England. Überführt wurde er, weil ein anderer Verkehrsteilnehmer ihn gefilmt hat.

18 Monate Fahrverbot

Der Tesla-Fahrer selbst bezeichnete den Vorfall als dumm und sagte vor Gericht er habe eben Pech gehabt, dass er erwischt wurde. Der Richter sah das allerdings nicht als Dummheit, sondern als gefährliches Fahren und verhängte harte Strafen gegen den Briten.

Für 18 Monate muss der Mann seinen Führerschein abgeben. Damit aber nicht genug: Zusätzlich muss er 100 Sozialstunden ableisten und rund 2000 Euro (1800 Pfund) Strafe zahlen.

Polizisten befragten auch Ingenieure von Tesla zu dem Vorfall. Diese gaben an, dass bei eingeschaltetem Autopiloten der Fahrer stets hinterm Lenkrad sitzen sollte. Die Funktion sei nur eine Fahrhilfe und der Fahrer müsse korrigierend eingreifen können.

Studie enthüllt: Menschen halten autonomes Fahren für unsicher.

"Hätte in einer Tragödie enden können"

Der ermittelnde Polizist sagte nach dem Urteil: "Was [er] tat, war grob unverantwortlich und hätte leicht in einer Tragödie enden können. Er gefährdete nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das Leben anderer unschuldiger Menschen, die an diesem Tag die Autobahn benutzten. Dieser Fall sollte als Beispiel für alle Fahrer dienen, die auf Autopiloten zugreifen können und über einen ähnlichen Versuch nachgedacht haben. Ich möchte betonen, dass sie [Anm. d. Red.: die Autopiloten] in keiner Weise einen kompetenten Autofahrer im Fahrersitz ersetzen, der angemessen auf die bevorstehende Straße reagieren kann."


Teslas Autopilot immer wieder in Unfälle verwickelt

Erst im März dieses Jahres geriet der Autopilot von Tesla in den Fokus von Unfallermittlungen. Bei einem Unfall auf einer Autobahn im Silicon Valley ist ein Tesla Model X gegen einen Beton-Poller gefahren. Der Fahrer ist dabei ums Leben gekommen.

Es war nicht der erste Todesfall im Zusammenhang mit dem Tesla-Autopiloten. Bereits 2016 verunglückte ein Fahrer tödlich. Damals ist ein Tesla Model S mit einem Lkw zusammengestoßen. Möglicherweise habe der Autopilot die weiß gestrichene Seite des Lkw nicht von dem taghellen Himmel dahinter unterscheiden können; die Bremsfunktion sei jedenfalls nicht ausgelöst worden, erklärte das Unternehmen nach dem Unfall.

Tesla-Autopilot: Das sagt die Statistik

"Der Tesla-Autopilot verhindert nicht alle Unfälle – ein solcher Standard wäre unmöglich – aber senkt ihre Wahrscheinlichkeit stark", betonte Tesla nach dem ersten tödlichen Unfall. Mit dem Autopilot-System sei das Risiko, in einen tödlichen Unfall verwickelt zu werden, 3,7 Mal geringer.

Lesen Sie hier, welche Gefahren autonomen Autos drohen.

Im Schnitt gebe es in den USA einen Todesfall pro 86 Millionen gefahrene Meilen (138,4 Millionen Kilometer). Bei Fahrzeugen mit Teslas Autopilot seien es 320 Millionen Meilen (rund 525 Millionen Kilometer).

anb

Der Bußgeld-Katalog für Temposünder

Bußgeld für Temposünder
Verwarnungsgeld, Bußgeld, Punkte oder Fahrverbot - Temposünder müssen mit einer Strafe rechnen.  © dpa
Bußgeld für Temposünder
Wer in der Stadt 70 km/h zu viel auf dem Tacho zahlt 680 Euro, kassiert vier Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.   © dpa
Bußgeld für Temposünder
Der Bußgeld-Katalog  © dpa
Bußgeld für Temposünder
Der Bußgeld-Katalog  © dpa
Bußgeld für Temposünder
Das Geld liegt auf der Straße: Kritiker halten viele Radarfallen, besonders außerhalb von Gefahrenstellen, für Abzocke. „Bundesweit erwarten Kommunen für 2013 Blitzer-Einnahmen von mehr 600 Millionen Euro“, so Torsten Florian Singer, Sprecher der Initiative gemeinsam gegen Blitzerabzocke.    © Initiative gemeinsam gegen Blitzerabzocke
Uhu
Tausende Autofahrer sind 2012 auf einer Eifeler Landstraße in eine Radarfalle gerauscht und wurden bestraft. Eine Tempo-Sünderin klagte zwar erfolgreich gegen die Radarfalle, doch zum Schutz der nachtaktiven Uhus, die in Felsen an der Straße leben, gilt für Autofahrer mit Einbruch der Dämmerung und nachts Tempo 50 und tagsüber Tempo 70.  © dpa
Das Warnen vor stationären Radarfallen ist nach der Straßenverkehrsordnung in Deutschland verboten. Auch bei Navigationsgeräte mit Warnfunktion droht eine saftige Strafe. Das Verbot gilt nach Angaben des ADAC für klassische Warngeräte und auch für Navigationsgeräte oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen.
Das Warnen vor stationären Radarfallen ist nach der Straßenverkehrsordnung in Deutschland verboten. Auch bei Navigationsgeräte mit Warnfunktion droht eine saftige Strafe. Das Verbot gilt nach Angaben des ADAC für klassische Warngeräte und auch für Navigationsgeräte oder Mobiltelefone, die vor Blitzern warnen.  © dpa
moderne Blitzer-Anlage
Wer trotz dieses Verbots ein solches Gerät betriebsbereit an Bord hat, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von 75 Euro und vier Punkten in Flensburg rechnen.  © dpa
Lichthupe
Das Warnen anderer Verkehrsteilnehmer mittels Handzeichen oder Schildern ist grundsätzlich nicht verboten. Sollten andere Verkehrsteilnehmer aber behindert oder abgelenkt werden, kann die Polizei das Warnen untersagen. Die häufige Praxis, mit der Lichthupe auf Blitzer aufmerksam zu machen, ist allerdings nicht erlaubt und wird mit einem Bußgeld von zehn Euro bestraft.  © dpa

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