Subaru Levor rot Seitenansicht Medienhafen Düsseldorf
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Macht auch von der Seite eine gute Figur. Der Subaru Levorg vor der Kulisse des Düsseldorfer Medienhafens.

Auto-Schnäppchen

Subaru Levorg: Lohnt es sich, jetzt ein günstiges Auslaufmodell zu kaufen?

  • Rudolf Bögel
    VonRudolf Bögel
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Wer ein Auto-Schnäppchen sucht, sollte nach Auslaufmodellen suchen. Wie wäre es mit einem Subaru Levorg? Rest-Exemplare gibt es derzeit günstig.

  • Klammheimlich nimmt Subaru den Familienkombi vom Markt.
  • Das ist der wahre Grund, warum das Auto in Europa ausläuft.
  • Tausende Euro sparen – soll man ein Auslaufmodell kaufen?

Lang hat der Subaru Levorg* nicht überlebt. Vorgestellt beim Genfer Autosalon anno 2015, kam Ende 2020 schon das Aus. Seit Anfang des Jahres werden die letzten Exemplare über die Händler verkauft. Warum der Familienkombi nicht mehr in Deutschland verkauft wird? Möglicherweise liegt es an den geringen Stückzahlen, nur 2.400 Levorgs wurden hierzulande ausgeliefert. 500 im Jahr – das ist zu wenig. Dazu kamen noch die neuen und schärferen EU-Abgasnormen. Die hätte wiederum der 2,0-Liter-Boxermotor nicht mehr geschafft. Also wieder zurück auf „Los“, zurück nach Japan, da ist man nicht so streng. Und da wird schon seit Sommer letzten Jahres das Levorg-Facelift ausgeliefert.

Im Subaru Levorg steckt auch ein kleines Zugpferd. Bis zu 1,5 Tonnen nimmt er an den Haken.

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Subaru Levorg: Kantiger Kumpel mit Aufmerksamkeitsfaktor

Dass der Kombi mehr oder minder ein Nischendasein fristete, ist schade – denn er ist ein gut gemachtes Auto: Praktisch, zuverlässig und gut. Und auch die Optik weiß zu gefallen: Kantig, mit viel Charakter im Blech steht der Japaner auf der Straße. Das Testauto jedenfalls war bei den Passanten der Star in unserer Straße. Gewöhnungsbedürftig ist der Name. Levorg – das ist schon ein schrulliges Kunstwort. Kommt von Legacy. So hieß der Vorgänger. Der Begriff „Revolution“ lieferte eine Silbe dazu, und dann wäre da noch der Ausdruck „Touring“ für einen Kombi, dem die Buchstaben „r“ und „g“ entlehnt wurden. Levorg  – eine echte Kopfgeburt. Die verstehe, wer will. Japanisch ist der Name jedenfalls nicht. Letztlich ist es auch unwichtig, wie so ein Auto heißt. Auf die Fahreigenschaften kommt es an, auf den Komfort, die Platzverhältnisse und die Anbindung an die digitale Welt. Hier schafft der Levorg insgesamt 3,5 von vier Punkten.

Big Brother sieht zu. Mit diesen Kameras beobachtet der Levorg die Straße, hält Abstand zum Vordermann und die Spur.

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Ohne Turbo ist der Levorg eine lahme Ente

Stichwort Fahreigenschaften. Werkelte im Vorgängermodell noch ein 170 PS starker Turbomotor, ist es jetzt ein Sauger mit 150 PS. Leider mit dem stufenlosen CVT-Getriebe, das nicht unbedingt für Höchstleistungen bekannt ist und den Levorg in quälend langsamen 11,7 Sekunden von 0 auf Tempo 100 bringt. Auch wenn die Lineartronic sparsam sein soll, weil der Motor in alle Regel in einem verbrauchsgünstigen Drehzahlbereich läuft – es macht einfach keinen Spaß. Und wirklich wenig Benzin braucht der Motor auch nicht. Wir lagen bei unseren Testfahrten unter winterlichen Bedingungen bei 8,5 bis 9 Litern. Normalerweise hätte das alles einen Punktabzug bei der Bewertung verdient. Weil der Levorg jedoch mit Allradantrieb ausgestattet ist, sind wir gnädig.

Spartanisch-japanisch sieht es im Interieur aus. Infos gibt es auf gleich drei Bildschirmen.

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Subaru Levorg: Das Interieur ist spartanisch-japanisch

Motor und Getriebe waren auch schon die einzigen Negativpunkte, die wir gefunden haben. Wer kaum Wert auf spritzige Motorleistungen legt, sondern gemütliches Reisen schätzt, ist beim Levorg genau richtig. Denn der Komfort stimmt. Die Sitze sind bequem auch auf längeren Strecken. Der Innenraum wirkt spartanisch-japanisch aber nicht ungemütlich. Die blauen Ziernähte sorgen für eine leichte optische Unterkühlung. Dafür aber sind die Instrumententafeln übersichtlich angeordnet.

Kacheln wie auf dem Smartphone. Damit steuert man kinderleicht alle Funktionen des Infotainment-Bildschirms.

Smartes Design beim Infotainment

Das Cockpit hat einen Hang zum Spielerischen. Nintendo lässt grüßen. Wir zählen drei digitale Info-Blöcke. Einmal Tacho- und Drehzahlmesser, dazwischen geschoben sind Fahrinfos, wie die Kraftentwicklungskurve des Motors (sehr wichtig!!!). Oben auf der Konsole ganz in der Mitte thront ein weiterer Bildschirm, hier gibt es Verbrauchswerte und Klimaeinstellungen. Und dann ist da noch das dritte, sieben Zoll große Zentral-Display. Hier wird das Infotainment gesteuert. Zeitgemäß einfach im Smartphone-Kacheldesign. Selbiges ist im Handumdrehen verbunden. Beim digitalen Fortschritt fackelt der Japaner nicht lange.

Nicht unbedingt gefräßig, aber ausreichend groß ist der Laderaum des Levorg. 1446 Liter sind es.

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Genug Platz aber im Urlaub wird es eng

Pluspunkte bei Komfort und digitaler Anbindung, Punktabzug bei Motor und Getriebe. Bleiben bei der Bewertung des Subaru Levorg noch die Platzverhältnisse. Fünf Sitzplätze, hinten eher für den Kindergarten stehen zur Verfügung. Das Ladevolumen geht bei 522 Litern los. Klappt man die Rückbank um, sind es ordentliche 1.446 Liter. Das alles sind keine Rekordwerte, sie liegen leicht unterhalb der Konkurrenz von Skoda Ocavia & Co. Aber für den üblichen Alltag reicht das allemal. Im Urlaub wird es eher eng. Dafür ist die Rücksitzbank schnell umgelegt, sogar vom Heck aus per Schalter, und dreifach teilbar für alle Arten von Transportgut. Nur die hohe Ladekante nervt.

So viel Rabatt ist beim Levorg-Neupreis drin

Aber nun zu den Preisen. Unsere Recherche kann freilich nur eine Momentaufnahme des Marktgeschehens sein. Noch gibt es neue Exemplare des Levorg bei den Händlern. Während der Grundpreis früher bei rund 27.500 Euro lag, bekommt man jetzt einige Modelle schon für unter 25.000 Euro, dafür aber mit Vollausstattung. Zum Vergleich: Unser Testmodell, der 2,0i Exclusive mit Top-Ausrüstung, hat 35.375 Euro gekostet. Wer sich so ein Auslaufmodell kauft, der kann also wirklich viel Geld sparen, in diesem Fall 10.000 Euro.

Serienmäßig mit Allrad-Antrieb Das macht den Subaru Levorg gerade für den Winterbetrieb interessant.

Das hat uns gefallen, das fanden wir schlecht

Ob es ein Subaru Levorg sein soll – das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Pluspunkte: Wer einen individuellen Auftritt schätzt und kein Allerweltsauto haben will, der ist bei diesem Japaner richtig. Das Fahrzeug ist gut ausgestattet, einfach bedienbar und bietet ausreichend Platz für Kind, Kegel und Gepäck. Smartphones sind via AppleCarPlay oder AndroidAuto bestens vernetzt. Und bei den elektronischen Fahr-Assistenten ist der Levorg auf der Höhe der Zeit. Die Negativ-Punkte: Eindeutig die Automatik. Sie lässt den Motor hochdrehen und schickt die Kraft ziemlich lustlos auf die Achsen. Und der Boxer heult hochtourig dazu. Zum Heulen.

  • Technische Daten: Subaru Levorg 2.0i Exclusive Lineartronic
  • Hubraum: 1995 ccm
  • Leistung: 110 kW (150 PS) bei 6200 U/min
  • Drehmoment: 198 Nm bei 4200 U/min
  • Länge/Breite/Höhe: 4,69/2,01/1,49 m
  • Leergewicht/Zuladung: 1620/438 kg
  • Anhängelast gebremst: 1500 kg
  • Kofferraum: 522 – 1446 l
  • 0 – 100 km/h: 11,7 s
  • Top-Tempo: 195 km/h
  • Verbrauch: 7,2 l Benzin
  • CO2-Ausstoß: 165g/km
  • Preis (Testwagen): 35.452 Euro

Rudolf Bögel *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Youngtimer-Kauftipps: Erst Schnäppchen, dann Klassiker?

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