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Ken Folletts neues Buch „Never“: Lohnt sich der Thriller? Ich sage: „Ja“

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Von: Sven Trautwein

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Mit „Never – Die letzte Entscheidung“ legt Ken Follett einen neuen Thriller vor. Aktueller könnte er kaum sein.

Ken Follett ist zurück. Er war auch nie richtig weg. Gefühlt erscheint jedes Jahr ein Roman. Und wenn ich sage, Roman, dann nicht so übersichtliche 200-Seiten-Bücher. Nein, es sind Wälzer. Für unterwegs zu schwer, zum Im-Bett-Lesen bedingt zu gebrauchen. Aber stets auf den Bestsellerlisten zu finden. Nun ist sein neuester Roman, “Never – Die letzte Entscheidung”, erschienen.

Cover „Never – Die letzte Entscheidung“ von Ken Follett
Cover „Never – Die letzte Entscheidung“ von Ken Follett © Lübbe

Ken Follett „Never – Die letzte Entscheidung“: Das Buch

Allein bei Lübbe, wo “Never – Die letzte Entscheidung” erscheint, stehen noch ganze 24 weitere Romane des Autors auf der Liste. Meine erste Begegnung mit seinen Büchern hatte ich mit “Die Säulen der Erde”. Ich war gefesselt und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. Hatte vielleicht auch damit zu tun, dass ich zu der Zeit Englisch studierte, als ich es in die Hand bekam, obwohl es da schon einige Jahre auf dem Buckel hatte. 

In der Sahara folgen westliche Geheimdienstagenten der Spur mächtiger Drogenschmuggler. Die Amerikanerin Tamara und ihr französischer Kollege Tab gehören zu ihnen. Für ihre Liebe riskieren sie ihre Karriere - und im Einsatz für ihr Land ihr Leben. Nicht weit entfernt macht sich die junge Witwe Kiah mit Hilfe von Schleusern auf den Weg nach Europa. Als sie sich gegen Übergriffe verteidigen muss, hilft ihr ein Mitreisender. Doch er scheint nicht zu sein, was er vorgibt. In China kämpft der hohe Regierungsbeamte Chang Kai gegen die kommunistischen Hardliner. Er hat ehrgeizige Pläne, und er befürchtet, dass die Kriegstreiberei seiner Widersacher das Land und dessen Verbündeten Nordkorea auf einen Weg leitet, der keine Umkehr zulässt. In den USA führt Pauline Green, die erste Präsidentin des Landes, ihre Amtsgeschäfte souverän und bedacht. Sie wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um zu verhindern, dass die USA in einen unnötigen Krieg eintreten müssen. Doch wenn ein aggressiver Akt zum nächsten führt, wenn alle diplomatischen Mittel ausgereizt sind, die letzte Entscheidung gefallen ist - wer kann dann noch das Unvermeidliche verhindern? In Ken Folletts neuestem Roman begegnen sich Heldinnen und Schurken, falsche Propheten und mutige Kämpfer, Liebe und Hass. Er fragt: Wenn sich die Welt nur einen Schritt vor dem Abgrund befindet - was kann jeder Einzelne dann noch tun? NEVER ist atemberaubend - und ein Weckruf.

Ken Follett „Never“, Lübbe

Der Roman ist vielschichtig angelegt, wie wir es von Follett schon länger kennen. Einzelepisoden verweben sich von Kapitel zu Kapitel immer mehr. Am Ende ergibt sich ein interessantes Gesamtbild. Ob Sahara, Amerika oder China. Ken Follett hat mit diesem Thriller die ganze Welt im Blick. Seine Sorge vor einem Atomkrieg hatte er schon einmal in einem Interview verraten.

Zu Beginn des Thrillers springt Follett zwischen den Protagonisten. Hier bekommt die amerikanische Präsidentin, Pauline Green, etwas mehr Platz. Sie sieht sich mit Entwicklungen in Nordkorea und im Tschad konfrontiert, wo eine weitere Episode mit weiteren Hauptfiguren spielt. Auch private Probleme rund um ihre Tochter Pippa bekommen ihren Platz. Der Versuch, allen Figuren gleich viel Raum zur Entwicklung zu geben, gelingt Follett, wie auch bei seinen früheren Romanen. Er kennt das Muster. Das muss aber nichts Schlechtes sein.

Ken Follett – Einer der erfolgreichsten Autoren Großbritanniens, legt mit „Never“ einen neuen Thriller vor.
Ken Follett – Einer der erfolgreichsten Autoren, legt mit „Never“ einen neuen Thriller vor. © Fotostand/Suhr/Imago

Man kann sich fragen, ob es so ein opulentes Werk sein muss? Dies lässt sich relativ schnell beantworten: Ja. Follett hat vieles im Blick. Es sind nicht nur die Entwicklungen in Amerika, sondern auch Afrika und China spielen eine zentrale, wenn nicht sogar mit die wichtigste Rolle. Die Verwicklungen der Hauptpersonen und der Storyline, brauchen ihren Platz. Dies versteht Follett durchaus. Weitere exzellente Thriller-Autoren gibt es hier.

Ken Follett „Never“: Mein Fazit

Für eingefleischte Follett-Fans ein Muss. Es sollte für sie nicht die letzte Entscheidung sein, danach zu weiteren Titeln zu greifen. Auch wenn das Buch sich flüssig lesen lässt, die Kapitellängen gut sind, braucht man Zeit. Das Buch ist kein leichtes für Zwischendurch, um es mal auf der Fahrt zur Arbeit zu lesen. Dafür ist es im wahrsten Sinne des Wortes auch zu schwer. Aber in einem bequemen Sessel, auf dem Sofa oder wo immer Sie lesen, mit ausreichend Zeit, ein Thriller, der einen abtauchen lässt. Eine Geschichte, die aktueller nicht sein könnte.

Ken Follett „Never“

2021 Lübbe, ISBN 978-3-785-72777-5

Preis: Gebundene Ausgabe 32 €, Ebook 19,99 €, 876 Seiten (abweichend vom Format) Hier bestellen!

Ken Follett: Über den Autor

1949 in Wales geboren, brillierte er schnell mit historischen Romanen. Seine Eltern waren sehr religiös und verboten Kino, Fernsehen oder Radio. Nur die Geschichten seiner Mutter saugte Ken Follett auf. Nach seinem Schulabschluss studierte Follett Philosophie. 1970 begann er einen dreimonatigen Journalistenkurs, der ihm den Weg zur Schriftstellerei ebnen sollte. Die ersten Bücher liefen nicht gut. Aber 1978 schaffte er mit „Die Nadel“ - hier bestellen - („Eye of the Needle“) den Durchbruch.

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