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Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza sollen in Zukunft weniger Fett, Salz und Zucker enthalten.

Fertiggerichte sollen gesünder werden

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden, um Übergewicht gerade bei Kindern zu vermeiden.

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertiggerichte wie

Tiefkühlpizza künftig schrittweise mit weniger Fett, Salz und Zucker

auskommen. Auch Portionsgrößen von Produkten sollen kleiner werden,

um Übergewicht gerade bei Kindern zu vermeiden.

Das sieht eine vor, die Bundesernährungsministerin Julia

Klöckner (CDU) mit mehreren Branchenverbänden geschlossen hat. Bis

Jahresende sollen Details erarbeitet werden und dann als Beitrag der

Wirtschaft in eine generelle Strategie der Regierung einfließen.

Klöckner begrüßte die Bereitschaft der Verbände. „Die Wirtschaft

erkennt erstmals an, Teil der Lösung des Problems Übergewicht zu

sein”, sagte sie. In den nächsten Wochen müssten nun

konkrete Zielvereinbarungen folgen. Der Grundsatzvereinbarung zufolge

geht es darum, „auf freiwilliger Basis eine möglichst breite

Mitwirkung der Wirtschaftsunternehmen zu erreichen”. Belange von

Handwerksbetrieben sollen im Blick behalten werden.

Ein erster Anlauf für eine solche Strategie der alten großen

Koalition hatte heftige Proteste der Branche ausgelöst. Manche

Hersteller setzen aber schon ähnliche Programme um.

Laut Ministerium verpflichtet sich die Ernährungsindustrie, ab 2019

den Gehalt an Zucker, Fetten und Salz in Fertiggerichten schrittweise

zu senken - bis 2025 sollen die gesetzten Ziele dann erreicht sein.

Der Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft BLL betonte, es gelte,

die Verbraucher bei der Änderung von Rezepturen mitzunehmen. Eine

Reduktion von Nährstoffen, die nicht nur Geschmacksträger sind,

sondern auch technologische Funktionen bei der Herstellung hätten,

gehe nicht von heute auf morgen, sondern müsse schrittweise erfolgen.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisierte die Pläne und hielt

Klöckner einen „Kuschelkurs” gegenüber der Branche vor. Die

Vereinbarung überlasse es den Unternehmen selbst, welche Zielvorgaben

sie sich setzten, und lasse ihnen dafür auch noch bis 2025 Zeit.

Klöckner sagte, es gelte, die Häufigkeit krankmachenden Übergewichts

und ernährungsmitbedingter Krankheiten zu senken. In Deutschland

seien 43 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der

Kinder übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhten auch das

Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

(dpa)

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