+
Wer zu wenig Rente bekommt, kann einen Antrag auf Grundsicherung stellen.

Grundsicherung für Rentner

Sie kriegen zu wenig Rente? Mit diesem Zettel gibt's Extra-Geld vom Staat

Jeder zweite bedürftige Rentner verzichtet auf Unterstützung vom Staat, obwohl sie ihm zusteht: Dabei ist das Extra-Geld nur einen Antrag weit entfernt.

Erschreckende neue Studie, die demnächst veröffentlicht wird: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e. V. (DIW) meldet, dass die Hälfte der anspruchsberechtigen Rentner auf die sogenannte Grundsicherung verzichtet. Aber warum? Schämen sie sich etwa, zum Sozialamt zu gehen? Es scheint fast so: Von den über eine Million Berechtigten nehmen laut Spiegel Online aktuell nur etwa 566.000 die staatliche Unterstützung wahr. Das haben Befragungen des "Sozio-oekonomischen Panels" (SOEP) ergeben, für das jährlich etwa 30.000 Menschen in knapp 15.000 Haushalten befragt werden.

Grundsicherung: Was ist das und wer kann sie bekommen?

Die Grundsicherung wird dann bewilligt, wenn Sie über ein so geringes Einkommen oder Vermögen verfügen, dass es für Ihren Lebensunterhalt nicht ausreicht. In der Grundsicherung sind viele Leistungen enthalten: Diese umfassen im Wesentlichen den

  • Lebensunterhalt
  • Unterkunft
  • Heizung
  • Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie
  • Vorsorgebeiträge.

Voraussetzungen sind, dass die Altersgrenze für die Regel­altersrente erreicht ist und der Antragsteller in Deutschland lebt.

Als einfache Faustregel gilt: Wenn das gesamte Einkommen inklusive Rente unter 865 Euro liegt, sollte man auf jeden Fall prüfen lassen, ob nicht Anspruch auf Grundsicherung besteht. Dazu am besten beim zuständigen Sozialamt ihres Wohnortes anrufen, einen Termin vereinbaren und sich beraten lassen. Oftmals heißen die Sozialämter auch "Amt für Jugend und Familie", "Fachbereich Soziales und Wohnen", "Fachbereich Soziales und Integration" oder ähnlich.

Auch interessant: Genau so viel müssen Sie jetzt verdienen, um im Alter genug Geld zu haben.

Grundsicherung muss aktiv beantragt werden

Die Grundsicherung ist keine Rente. Sie wird aus Steuermitteln finanziert und vom Sozialhilfeträger gezahlt. Die Grundsicherung ist eine eigenständige Sozialleistung und muss daher aktiv beantragt werden. Niemand kontaktiert Sie von sich aus und fragt, ob Ihnen Ihre Rente reicht. Sie selbst müssen aktiv werden und am Ende auch einen Antrag stellen. Den Antrag selbst reichen Sie beim Sozialamt ein - oder eben bei denjenigen Stellen mit den alternativen Bezeichnungen.

Man kann den Antrag aber auch bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) einreichen, die ihn dann weiterleitet. Das ist wahrscheinlich für all jene ratsam, die sich scheuen, zum Sozialamt zu gehen. Die Zahlung der Grundsicherung erfolgt jeweils für zwölf Monate. Danach muss ein neuer Antrag ausgefüllt werden.

Ebenfalls spannend: Mit diesem Trick gehen Sie früher in Rente - und sahnen auch noch richtig ab.

Grundsicherung: Erst vorhandenes Vermögen aufbrauchen

Wichtig ist auch, dass vorhandenes Vermögen erst aufgebraucht werden muss, bevor die Grundsicherung greift. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Bargeld
  • Wertpapiere
  • Sparguthaben
  • Haus- und Grundvermögen sowie
  • der eigene Pkw

Dagegen sind kleinere Barbeträge (sogenanntes Schonvermögen), Familien- oder Erbstücke, angemessener Hausrat, ein angemessenes Hausgrundstück und das geförderte Altersvorsorgevermögen einer Riesterrente frei und zählen nicht zum Vermögen.

Lesen Sie auch: Mit 31 Jahren in Rente: Paar bekommt plötzlich Riesenangst .

Grundsicherung: So sieht der Antrag aus

Der Antrag selbst besteht aus vier Seiten und nennt sich "Antrag auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (SGB XII)", wobei SGB XII für "Zwölftes Buch Sozialgesetzbuch" steht. Dieses Gesetz bildet die rechtliche Grundlage für die Grundsicherung. Der Antrag hat das Kürzel S2410 - hier können Sie ihn sich schon mal ansehen.

Außerdem gibt es eine Ausfüllhilfe, die Sie hier herunterladen können. Die Deutsche Rentenversicherung hat zusätzlich eine Broschüre herausgebracht, die die wichtigsten Fragen beantwortet.

Im Antrag wird nach verschiedenen Angaben gefragt:

  1. Angaben zu den persönlichen Verhältnissen: Name, Adresse, Geburtsdatum etc.
  2. Unterhalt: Besteht Unterhaltspflicht oder haben Sie Unterhaltsansprüche?
  3. Fragen zur Bedarfsfeststellung: Monatliche Kosten der Unterkunft, Heizkosten, eigenes Haus-/Wohnungseigentum, Kranken-/Pflegeversicherung etc.
  4. Einkommen: Hier listen Sie alle Einkünfte auf, die Sie haben.
  5. Vom Einkommen eventuell absetzbare Beträge: Das Einkommen verringert sich bspw. durch gezahlte Einkommenssteuern und Sozialversicherungsbeiträge.
  6. Bargeld, Guthaben (z. B. Spar- und Girokonten) und sonstiges Vermögen: Hier wird das gesamte verwertbare Vermögen erfasst.
  7. Vermögensübertragungen: Wurde während der letzten zehn Jahre Vermögen übertragen (z. B. in Form von Schenkung, Übergabevertrag, Altenteil, vorgezogene Erbfolge)? 
  8. Ermittlung eines eventuell kostenerstattungspflichtigen Trägers: Hier werden Spezialfälle abgefragt.
  9. Eventuell zu gewährende Geldleistungen bitte ich wie folgt zu zahlen: Ihre Bankverbindung

Sobald Sie die vier Seiten ausgefüllt, die entsprechenden Nachweise beigefügt und das Ganze auf der letzten Seite unterschrieben haben, sind Sie durch mit dem Antrag und können alles Weitere den Behördenmitarbeitern überlassen. Sind Sie berechtigt, erhalten Sie bald Bescheid und die Grundsicherung wird jeweils am Monatsende überwiesen.

Quelle für die Statistik: Spiegel Online

Mit diesen sieben Tipps sparen Sie im Alltag viel Geld

Wer ständig zu viel für sein Handy zahlt, sollte dringend den Tarif wechseln. So können Sie je nach Anbieter im Monat bis zu 25 Euro sparen.
Wer ständig zu viel für sein Handy zahlt, sollte dringend den Tarif wechseln. So können Sie je nach Anbieter im Monat bis zu 25 Euro sparen. © Pixabay
Wer sich regelmäßig zuhause vorkocht, anstatt sich mittags was vom Bäcker zu holen oder in der Kantine zu essen, kann bis zu 100 Euro im Monat einsparen.
Wer sich regelmäßig zuhause vorkocht, anstatt sich mittags was vom Bäcker zu holen oder in der Kantine zu essen, kann bis zu 100 Euro im Monat einsparen. © Pixabay
Viele zahlen eine Menge Geld für Fitnessstudios - doch gehen kaum hin, besonders nicht in den Sommermonaten. Kostenlose Fitness-Apps sind oftmals genauso gut - und Sie sparen sich pro Monat 50 bis 80 Euro.
Viele zahlen eine Menge Geld für Fitnessstudios - doch gehen kaum hin, besonders nicht in den Sommermonaten. Kostenlose Fitness-Apps sind oftmals genauso gut - und Sie sparen sich pro Monat 50 bis 80 Euro. © Pixabay
Wer regelmäßig mit dem Rad anstatt mit dem Auto in die Arbeit fährt, muss weniger Benzin zahlen. Dadurch bleibt Ihnen Ende des Monats viel Geld übrig - bis zu 200 Euro mehr.
Wer regelmäßig mit dem Rad anstatt mit dem Auto in die Arbeit fährt, muss weniger Benzin zahlen. Dadurch bleibt Ihnen Ende des Monats viel Geld übrig - bis zu 200 Euro mehr. © Pixabay
Wer nur mit Karte zahlt, verliert irgendwann den Überblick über seine Finanzen. Am Ende des Monats wundert man sich dann, wieso so viel Geld vom Konto abgebucht wurde. Gewöhnen Sie sich an, vor allem Kleinstbeträge mit Bargeld zu zahlen. Dadurch achten Sie mehr aufs Geld und sparen so schon mal bis zu 100 Euro im Monat.
Wer nur mit Karte zahlt, verliert irgendwann den Überblick über seine Finanzen. Am Ende des Monats wundert man sich dann, wieso so viel Geld vom Konto abgebucht wurde. Gewöhnen Sie sich an, vor allem Kleinstbeträge mit Bargeld zu zahlen. Dadurch achten Sie mehr aufs Geld und sparen so schon mal bis zu 100 Euro im Monat. © Pixabay
Besonders im Sommer ist kaltes Leitungswasser mit Früchten oder Zitronen eine Wohltat. Zudem ist es auf Dauer günstiger, als ständig Limonaden & Co. zu kaufen. Wer darauf verzichtet, kann mit einem Plus von 50 Euro auf dem Konto rechnen.
Besonders im Sommer ist kaltes Leitungswasser mit Früchten oder Zitronen eine Wohltat. Zudem ist es auf Dauer günstiger, als ständig Limonaden & Co. zu kaufen. Wer darauf verzichtet, kann mit einem Plus von 50 Euro auf dem Konto rechnen. © Pixabay
In den Urlaub fahren entspannt - aber nur, wenn er nicht zu sehr ins Geld geht. Nutzen Sie Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Angebote statt im Reisebüro zu buchen. Dadurch zahlen Sie bei einer Reise schon mal 200 bis 300 Euro weniger.
In den Urlaub fahren entspannt - aber nur, wenn er nicht zu sehr ins Geld geht. Nutzen Sie Frühbucherrabatte oder Last-Minute-Angebote statt im Reisebüro zu buchen. Dadurch zahlen Sie bei einer Reise schon mal 200 bis 300 Euro weniger. © Pixabay

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare