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Hausbank:

Wann lohnt sich der Besuch noch?

Keine andere deutsche Stadt ist so eng mit dem Geschick der Banken verwurzelt, wie Frankfurt am Main.

Die großen Zentralen der Konzerne ragen im Zentrum in den Himmel und verdeutlichen dabei immer wieder die Schicksalsgemeinschaft, wie sie sich zwischen den beiden Bereichen zeigt. Aktuell geraten die klassischen Vertreter ihrer Zunft immer stärker unter Druck. Wann lohnt sich für die Verbraucher der Besuch bei den alten Instituten überhaupt noch? 

Die Beratung im Mittelpunkt

Natürlich waren die Verantwortlichen in der letzten Zeit auf der Suche nach einem Konzept, mit dem der neuen digitalen Konkurrenz entgegengetreten werden konnte. Immer wieder wurde die Beratung in der Filiale als klarer Vorteil angeführt, wie er im World Wide Web nie präsentiert werden könne. Die verschiedenen Vertreter waren äußerst stolz darauf, im direkten Gespräch mit dem Kunden dessen persönliche Ziele festsetzen und gemeinsame Lösungen finden zu können.

Doch es ist vor allem die ältere Generation, welche diese Dienstleistung noch zu schätzen weiß. Jüngere Zielgruppen sind längst skeptisch eingestellt, was die Angebote der Banken anbelangt. Sie selbst vermuten hinter dem Kontakt allein den Versuch, Finanzprodukte an den Mann zu bringen. Tatsächlich ist es selten möglich, von einer objektiven Beratung zu sprechen, bei der tatsächlich der Verbraucher selbst im Mittelpunkt steht und seine Interessen in den Fokus gerückt werden können. 

Der Komfort spricht für das Internet

Doch warum entscheidet sich ein immer größerer Teil der Kunden dafür, die Dienste des Internets in Anspruch zu nehmen? Am Beispiel der Vergabe eines Kredits zeigt sich dies besonders deutlich. Wer als Kreditnehmer den Kontakt mit der Hausbank aufnimmt, wird dort nur auf die Angebote des eigenen Hauses aufmerksam werden. So ist es möglich, dass die Offerten mit dem besten Verhältnis von Preis und Leistung erst gar nicht betrachtet werden können. Das World Wide Web geht hier den Weg der Transparenz, wie sich an manchen Portalen deutlich zeigt.

Digitales Business macht es den Banken schwer, da Vergleichsseiten die günstigsten Angebote in den Mittelpunkt rücken. Weiterhin ist das Kreditinstitut selbst nicht mehr der einzige Ansprechpartner für den Erhalt des Geldes. Weiterhin bietet sich die Möglichkeit, auf Portalen der Vermittlung auf interessante Offerten zu stoßen. Private Kapitalgeber, die daran interessiert sind, auch in einer Zeit der niedrigen Zinsen eine Rendite zu erzielen, treten hier an ihre Stelle. 

Die Einnahmen sinken weiter

Immer wieder machen die führenden Banken auch auf die für sie so wichtigen Einnahmequellen aufmerksam. Hier ist vor allem auf die Zinsen zu verweisen, die über viele Jahrzehnte dafür sorgten, dass die Einlagen der Kunden nützlich werden konnten. Mit dem niedrigen Leitzins, wie wir ihn auch in diesen Tagen beobachten können, änderte sich diese Situation grundlegend. Mit einem Mal standen die Institute vor der Aufgabe, neue Mittel und Wege für die Beschaffung des Kapitals zu finden.

Aktuell sieht es nicht so aus, als würde sich an dieser Lage etwas ändern. Dabei haben gerade die Hausbanken hohe Kosten zu decken, die in der Vergangenheit von den Zinsen gesichert wurden. Dies gilt für das Betreiben der vielen großen Filialen in allen Ecken Deutschlands. Bereits der Erhalt der Flächen bringt für die Unternehmen große Belastungen mit sich. Auf der anderen Seite muss eine Filialbank in personeller Hinsicht besser aufgestellt sein, als die digitale Konkurrenz. Damit wird auch die Masse der Mitarbeiter zu einem Kostenpunkt, den es im laufenden Geschäft zu stemmen gilt. Während die digitalen Vertreter der Branche dazu in der Lage sind, durch ihr kostengünstiges Modell nach wie vor auf einer lohnenden Grundlage zu agieren, bietet sich diese Möglichkeit nur wenigen Hausbanken. 

Wird das Business umgestellt?

Auch in Frankfurt könnte sich das Bild der Straßenzüge in den kommenden Jahren ändern. Während die großen Zentralen der Firmen erhalten bleiben werden, sinkt die Zahl der Filialen weiter. Viele Hausbanken arbeiten seit Jahren daran, einen großen Teil ihrer Dienstleistungen ins Internet zu übertragen. Doch gerade aus der Sicht der Stammkundschaft handelt es sich um ein Konzept, welches nicht zwingend zum Erfolg führen wird. So erfolgt die Umstellung nur schrittweise und Filialen können nicht so schnell geschlossen werden, wie dies einst von den führenden Positionen vorgesehen war.

Auch auf dem Gebiet der digitalen Bezahlung, wie es die Hausbanken eigentlich ganz für sich erobern wollten, ist es bis dato nicht gelungen, den eigenen Interessen zum Durchbruch zu verhelfen. Stattdessen sind es große Konzerne wie Apple oder Google, die entscheidenden Schritte in die richtige Richtung gehen konnten. Sie verfügen längst über die technischen Möglichkeiten, um einen eigenen Bezahldienst durchsetzen zu können. Sollte die Rolle des Bargelds in den nächsten Jahren schrumpfen, so könnten die Einnahmen aus diesem Sektor stark in die Höhe steigen. Umso größer wird dann der Frust auf der Seite der Hausbanken sein, dem eigenen Konzept nicht zum Durchbruch verholfen zu haben. 

Sinkende Bedeutung der Geldanlage

Auf der anderen Seite lässt sich die generell sinkende Bedeutung der Geldanlage feststellen. Die Einlagen bei der Hausbank besitzen längst nicht mehr den Stellenwert, den sie in den vergangenen Jahren hatten. Sparbuch, Bausparvertrag und Co. sind vielmehr zum Sinnbild einer verfehlten Geldpolitik im privaten Bereich geworden. Wer sich nicht darüber im Klaren ist, dass das persönliche Vermögen auf diese Art und Weise stark im Wert verliert, geht häufig eine nicht durchdachte Entscheidung ein.

Gleichsam spielen die Hausbanken nur noch eine Nebenrolle, was zum Beispiel den Kauf von Aktien angeht. Während dieser bei den im World Wide Web vertretenen Direktbanken mit wenigen Klicks und gegen eine Gebühr von wenigen Euro möglich ist, bietet sich diese Chance bei den Hausbanken nicht. Dort ist oftmals ein klassischer Anruf erforderlich, ehe eine Order mühsam eingeleitet werden kann. Es handelt sich unter dem Strich nur um ein Beispiel dafür, wie es in diesen Tagen nicht gelingt, sich auf die neuen Zeichen der Zeit einzustellen und so den persönlichen Weg in die Zukunft zu bahnen.

In einigen Bereichen fehlt es dem Konzept der Hausbanken also an der notwendigen Durchschlagskraft. Auf dieser Basis wird es schwer werden, vor allem die junge Generation mit den eigenen Offerten zu erreichen. Nun lohnt es sich, den Blick etwas weiter in die Zukunft schweifen zu lassen, um ebendiese dem eigenen Geschäftsmodell verleihen zu können. Aktuell fußt dieses besonders auf der älteren Generation.

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