Zahlen Rentner zu viele Steuern?

Streit um Doppelbesteuerung der Renten – Experten erwarten wegweisendes Urteil

  • Anne Hund
    vonAnne Hund
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Vom Bundesfinanzhof wird ein wegweisendes Urteil zur Doppelbesteuerung der Renten erwartet. Noch in diesem Jahr soll es fallen.

Das Jahr 2021 könnte für Steuerzahler ein wichtiges werden. So wird zur Doppelbesteuerung der Renten* in diesem Jahr ein wegweisendes Urteil vom Bundesfinanzhof erwartet. Der Streit dreht sich, wie das Portal wiwo.de bereits vor einigen Monaten berichtete, darum, dass die Regeln für die Besteuerung der Rente möglicherweise verfassungswidrig seien. Denn sie könnten, je nachdem wie gerechnet werde, zu einer Doppelbesteuerung führen, so das Portal. Die aber dürfe es laut Bundesverfassungsgericht nicht geben. Nun also soll der Bundesfinanzhof (BFH) bei der Streitfrage entscheiden.

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Durch den Bundesfinanzhof erwarten Experten in diesem Jahr folglich ein wegweisendes Urteil. Die mündliche Verhandlung vor dem Gerichtshof in München über eine mögliche Doppelbesteuerung von Renten war dem Evangelischen Pressedienst (epd) zufolge ursprünglich für Herbst 2020 erwartet worden. Wegen der Corona-Pandemie sei der Termin allerdings mehrmals verschoben worden. Eine Entscheidung steht nun also 2021 aus. Die mündliche Verhandlung sei erst auf Januar verschoben worden, berichtet das Portal waz.de (Stand: 25.01.2021), nun sei das zweite Quartal 2021 angepeilt. Der Bundesfinanzhof wolle im Frühjahr über die viel diskutierte Besteuerung von Renten entscheiden, schreibt das Portal. Im Kern gehe es um die Frage, ob es derzeit zumindest für einen Teil der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner zu einer verfassungswidrigen Doppelbesteuerung komme, schreibt das Portal. Ausgangspunkt sei die entsprechende Klage eines Ruheständlers.

Streitpunkt Doppelbesteuerung der Rente: Experten erwarten ein wegweisendes Urteil. (Archivfoto)

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Die sogenannte Doppelsteuerung stellt, wie das Portal finanzen.de. (Stand: 25.01.2021) anlässlich des in diesem Jahr zu erwartenden Urteils berichtet, für viele Rentner und künftige Senioren „ein großes und teures Ärgernis dar“. Je nach individueller Situation entgehen dem Bericht zufolge Betroffenen mehrere tausend Euro, die das Finanzamt aus ihrer Sicht zu Unrecht kassiere. Dazu komme es, weil der Fiskus Steuern auf die gesetzliche Rente erhebe, obwohl Steuerzahler die Beiträge dazu bereits aus ihrem versteuerten Einkommen gezahlt hätten, schreibt das Portal zu der Kritik.

Noch ist die Streitfrage allerdings nicht endgültig geklärt. Viele Rentner dürften umso gespannter sein, wie das Urteil des Bundesfinanzhofs in diesem Jahr wohl ausfällt. (ahu)*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Quellen: wiwo.de; finanzen.de; epd; waz.de

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Das Geld vor dem Euro: Kennen Sie diese EU-Währungen noch?

Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung.
Pesetas, italienische Lire oder Franc: Jedes europäische Land hatte vor dem Euro eine eigene Währung. © pixabay
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein.
Die Deutsche Mark, auch DM oder D-Mark genannt, war als Bargeld von 1948 bis Ende 2001 die offizielle Währung der Bundesrepublik Deutschlands. Eine Deutsche Mark war wiederum unterteilt in einhundert Pfennig. Neben Münzen gab es sie auch in fünf- bis tausend-DM-Scheinen. Noch heute sollen Milliarden D-Mark im Umlauf sein. Ein Euro soll heutzutage zwei DM wert sein. © pixabay
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire.
Die italienische Lira war von 1861 bis zur Einführung des Euro das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Sie war zudem auch in den beiden Zwergenstaaten San Marino und Vatikanstadt offizielle Währung. Doch vor 2001 spielten wegen einer anhaltenden Inflation nur noch die Werte 50, 100, 200, 500 und 1.000 Lire eine Rolle im Zahlungsverkehr. Ein Euro beträgt nach heutigem Umrechnungskurs etwa 2.000 Lire. © pixabay
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert.
Die griechische Drachme galt von 1831 bis 2001. Sie war das offizielle Zahlungsmittel in Griechenland. Der Name ist bereits seit der Antike geläufig und bezeichnete schon damals eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber. Ihre Untereinheit war das Lepto, 100 davon ergaben eine Drachme. Umgerechnet wäre heutzutage ein Euro circa 340 griechische Drachmen wert. © pixabay
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc.
Der Franc (zu deutsch: Franken) war vor der Einführung des Euro die Währung Frankreichs. Zudem galt er seit 1795 in der Schweiz sowie Belgien, Luxemburg und Monaco und den ehemaligen französischen Kolonien wie dem Kongo, Guinea, Ruanda oder Französisch-Polynesien. Ein Franc war wiederum unterteilt in 100 Centimes. Ein Euro wären etwa 6,5 Franc. © pixabay
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden.
Die spanischen Peseta (zu deutsch: Peseten) und wurde 1869 in Spanien eingeführt. Sie galt ebenfalls im Pyrenäenstaat Andorra. Der offizielle Umrechnungskurs beträgt heute für einen Euro etwa 165 Pesetas. Laut der spanischen Nationalbank können übrig gebliebene Peseten sogar noch bis zum 31. Dezember 2020 in Euro umgetauscht werden. © pixabay

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