Welche Steuerklasse ist die richtige?
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Steuern sparen ist oft gar nicht so schwierig.

Ran an die Belege

Steuererklärung: Mit diesen Tricks bekommen Sie Ihr Geld zurück

  • Laura Wittstruck
    VonLaura Wittstruck
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Vielen ist die Steuererklärung ein Graus. Dabei zahlt es sich aus, wenn man etwas Mühe in sie investiert. Oft warten saftige Rückerstattungen.

Bei der Steuererklärung denken die meisten nur an Berge von Unterlagen und komplizierte Formulare. Daher wird sie gerne vor sich hergeschoben und erst in letzter Minute erledigt. So verlieren Sie aber unter Umständen bares Geld. Viele Ausgaben können Sie über die Steuererklärung wieder hereinholen. Wir zeigen Ihnen die besten Tipps, durch die Sie sich eine Rückerstattung sichern können.

Mehr dazu: Steuererklärung 2020: Was es jetzt zu beachten gilt

Steuererklärung: Steuern sparen im Job

  • Arbeitszimmer: Wer in seinem Job keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung hat (z.B. Lehrer) kann die Nebenkosten und anteilige Miete für sein Arbeitszimmer absetzen. Das sind bis zu 1.250 Euro pro Jahr. Hat man den Mittelpunkt seiner Arbeit zuhause und ein Zimmer ausschließlich für diesen Zweck, entfällt diese Beschränkung.
    Tipp: Durch die Corona-Krise gibt es für die Jahre 2020 und 2021 die sogenannte Homeoffice-Pauschale. Bei dieser können Sie auch Kosten für eine „Arbeitsecke“, die nicht die Anforderungen an ein Arbeitszimmer erfüllt, absetzen. Das sind jeweils fünf Euro pro Homeoffice-Tag für maximal 120 Tage, also 600 Euro insgesamt. Das greift aber erst, wenn die 1.000 Euro der Werbungskostenpauschale überschritten sind. Zum Weiterlesen: Homeoffice-Pauschale richtig nutzen: So funktioniert es mit der Steuererklärung
  • Fahrtkosten: Müssen Sie jeden Tag zu Ihrem Arbeitsplatz pendeln, können Sie pauschal 30 Cent pro Kilometer geltend machen. Dabei ist es egal, ob sie die Strecke mit dem Fahrrad oder dem eigenen Auto zurückgelegt haben. Auch Mitfahrer können diese Kosten absetzen — allerdings liegt hier die Grenze bei maximal 4500 Euro pro Jahr.
  • Kosten für Fort- und Weiterbildungen: An- und Abreise, Unterbringung vor Ort, Fachliteratur — Weiterbildungen sind häufig ganz schön teuer. Diese Ausgaben können als Werbungskosten abgesetzt werden. Voraussetzung: Die Fortbildung bringt sie beruflich weiter.

Lesen Sie zudem: Neue Abschreibungsregeln für Laptops – wohl auch Homeoffice betroffen

Steuererklärung: Steuern sparen im Alltag

  • Umzug: Müssen Sie aus beruflichen Gründen umziehen, können Sie die Kosten hierfür absetzen. Ausgaben für ein Umzugsunternehmen oder Handwerker laufen als Werbungskosten. Wichtig: Rechnungen und Belege unbedingt aufbewahren!
  • Pflegekosten: Im Alter brauchen viele Unterstützung, auch wenn man nicht offiziell als pflegebedürftig gilt. Bis zu 20% der Kosten, die Sie beispielsweise für eine Haushaltshilfe ausgeben, können als haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden.
  • Haustiere: Auch bei der Betreuung Ihrer Haustiere können Sie richtig Geld sparen. Kommt ein Tiersitter zu Ihnen nach Hause, z.B. wenn Sie im Urlaub sind, bekommen Sie Fahrt- und Arbeitskosten erstattet. Das gleiche gilt, wenn Sie einen Hundefrisör zu sich bestellen. Voraussetzung ist, dass die Dienstleistungen in Ihrer Wohnung stattfinden.

Zum Weiterlesen: Steuererklärung: Diese Posten bringen Ihnen viel Geld zurück

Steuererklärung: Geld zurück bei außergewöhnlichen Ereignissen

  • Party mit Kollegen: Natürlich können Sie nicht einfach jede beliebige Feier absetzen. Wenn Sie eine Abschiedsparty, ein Jubiläum oder Geburtstag feiern allerdings schon. Voraussetzung ist, dass die Feier mit Ihrem Job zusammenhängt. Das ist beispielweise der Fall, wenn Ihr Arbeitgeber die Party organisiert, sie in den Büroräumen stattfindet oder nur Kollegen dazu eingeladen sind.
  • Beerdigungen: Die Sorgen um die Kosten für eine Beerdigung sind häufig eine zusätzliche Belastung. Übersteigen sie aber den Wert des Erbes können Sie sie steuerlich geltend machen. Dazu zählen Ausgaben für den Grabstein und Blumenschmuck, allerdings nicht der Leichenschmaus oder Fahrtkosten.
  • Krankheitskosten: Nicht alle Kosten übernimmt die Krankenkasse. Wenn Sie Behandlungen vom Arzt verordnet bekommen haben und Sie das auch nachweisen können, lassen sich Ausgaben dafür oft absetzen. Voraussetzung ist, dass sie die zumutbare Eigenbelastung überschreiten, je nach Einkommen und Familienstand.
    Zu absetzbaren Behandlungen zählen beispielsweise Brillen und Hörgeräte, aber auch Geburtsvorbereitungskurse und Massagen.

(lw) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

Auch interessant: Corona: Droht Steuernachzahlung 2021 nach Kurzarbeit?

Quellen: t-online, test.de, karrierebibel

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt übermitteln. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück. © dpa / Hans-Jürgen Wiedl
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig. © dpa /Jens Wolf
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten – schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person. © pixabay / Takmeomeo
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Kinder kosten viel Geld – doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld. Sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage "Kind" von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben. © iStockphoto
Bereits als Student macht es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euros sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen.
Bereits als Student ergibt es Sinn, eine Steuererklärung abzugeben. Zwar sind Studenten gesetzlich nicht dazu verpflichtet, doch so lassen sich ein paar Euro sparen. Besonders dann, wenn Sie über den Grundfreibetrag von 8.652 Euro kommen oder Ihr Zweitstudium, zum Beispiel einen Master, beginnen. Die Steuererklärung können Sie vier Jahre rückwirkend machen und Werbungskosten, also Arbeitsmaterialien, PC & Co. sowie Sonderausgaben wie Fahrtkosten, Studienreisen oder Miete absetzen. © pixabay / janeb13
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Softwares sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden in den Programmen Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können.
ElsterOnline, ElsterFormular oder Wiso: Es gibt einige Steuerprogramme, die die Steuererklärung erleichtern sollen. Mit diesen haben Sie die Möglichkeit, die Steuererklärung elektronisch zu machen und online an das Finanzamt zu übermitteln. Die Programme sind alle ähnlich aufgebaut und teilweise kostenlos. Sie werden Schritt für Schritt durch die Steuererklärung geführt. Allerdings bemängeln manche Nutzer, dass die Steuer-Programme für Einsteiger anfangs unübersichtlich sein können. © pixabay / Simon
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen.
Sie haben die Frist verpasst? Dann sollten Sie sich schnell an Ihr zuständiges Finanzamt wenden und auf die Milde des jeweiligen Beamten hoffen. Wenn Sie sich allerdings still halten, dem droht ein satter Verspätungszuschlag. Dieser kann schon mal bis zu zehn Prozent der Steuersumme (maximal 25.000 Euro) ausmachen. Das liegt wiederum im Ermessen des Finanzamtes, dass dann eine Steuerschätzung vornimmt. Zudem entbindet es sie nicht, die Steuererklärung nachzuholen. © iStockphoto

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