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Wer Weihnachtsgeld vom Arbeitgeber erhält, muss davon leider etwas dem Fiskus abgeben.

Steuererklärung

Muss man Weihnachtsgeld versteuern? Was Sie darüber wissen sollten

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Viele Arbeitnehmer erhalten einmal im Jahr vom Arbeitgeber ein Weihnachtsgeld. Aber wie ist die Sonderzahlung steuerlich zu behandeln?

Millionen von Beschäftigen dürfen sich im November des Jahres über ihr Weihnachtsgeld* freuen. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine freiwillige Zahlung des Arbeitgebers, mit der er seine Mitarbeiter für Leistung und Betriebstreue belohnen kann. Bei mehrjährigen Wiederholungen kann sie zum Gewohnheitsrecht werden, oft ist sie aber auch in Tarifverträgen festgelegt. Eine Sache wird Arbeitnehmer am Weihnachtsgeld aber nicht gefallen: Es ist voll steuerpflichtig.

Wie wird Weihnachtsgeld steuerlich behandelt?

Weihnachtsgeld gehört aus steuerlicher Sicht zu den sogenannten „sonstigen Bezügen“. Damit sind alle Beiträge gemeint, die Arbeitnehmer von ihrem Chef erhalten, aber die nicht Teil des normalen Gehalts sind. Weitere Beispiele für „sonstige Bezüge“ sind Urlaubsgeld oder Abfindungen. Sie werden nach der Jahreslohnsteuertabelle berechnet, weshalb oft weniger vom Weihnachtsgeld übrig bleibt als erhofft. Sie müssen aber selbst nicht bei der Steuererklärung tätig werden: Das Weihnachtsgeld wird Ihnen wie das übrige Gehalt bereits netto überwiesen, sodass die Steuer schon abgezogen ist.

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Wie wird das Weihnachtsgeld versteuert?

Weihnachtsgeld wird bei der Lohnsteuerberechnung anders behandelt als der laufende Arbeitslohn. Der Arbeitgeber muss zunächst den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn (monatliches Bruttogehalt x 12) und die darauf entfallende Jahreslohnsteuer ermitteln. Anschließend tut er dasselbe unter Berücksichtigung des Weihnachtsgeldes (monatliches Bruttogehalt x 12) + Weihnachtsgeld). Die Differenz zwischen den beiden Steuerbeträgen ist die Lohnsteuer, die vom Weihnachtsgeld abgezogen wird und an den Fiskus geht.

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Der Arbeitgeber muss die Lohnsteuer für das Weihnachtsgeld zum Zeitpunkt des Zuflusses einbehalten. Das heißt, wenn das Weihnachtsgeld für das Jahr 2021 erst im Januar 2022 auf Ihrem Konto landet, muss auch im Januar 2022 die Lohnsteuer einbehalten werden. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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