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Suppe als Hauptmahlzeit: Scheinfasten sieht bis zu 1.100 Kalorien am Tag vor. Kann man so abnehmen?

Lecker ist anders

Abnehmen mit Scheinfasten? So effektiv ist die "Mogel-Fastenkur"

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FDH bis Paleo-Diät bekommen immer mehr Zuwachs: Der Markt für Abnehm-Trends ist groß. Ein neueres Konzept sieht eine Fastenkur vor, bei der Essen erlaubt ist.

Wer fastet, isst nichts. Soweit der Grundsatz traditioneller Fastenkuren. Sie sollen nicht nur beim Abnehmen helfen, sondern auch chronische Krankheiten lindern. So setzt das Immanuel Krankenhaus in Berlin seit 25 Jahren auf Heilfasten als Therapie bei Rheuma, Bluthochdruck oder Diabetes.

Je nach Fastenkur darf tagelang nur Flüssigkeit wie Suppe getrunken werden: Nicht jeder möchte oder verträgt das. So sollten vor allem Menschen mit Vorerkrankungen mit ihrem Arzt sprechen und nur unter ärztlicher Aufsicht fasten.

Scheinfasten: Dieselben Effekte wie eine echte Fastenkur?

Es gibt auch abgeschwächte Fastenkuren wie etwa das Scheinfasten. Altersforscher Valter Longo, Professor für Gerontologie und Biowissenschaften und Direktor des Institute of Longevity of the School of Gerontology an der University of Southern California in Los Angeles entwickelte dieses Konzept mit dem Ziel, Heilfasten alltagstauglich zu machen. Seine Fasting Mimicking Diet (kurz FMD) erlaubt eine gewisse Kalorienanzahl am Tag und soll trotzdem vergleichbare Fasteneffekte haben wie der komplette Nahrungsverzicht.

Der italienisch-US-amerikanische Zellbiologe Longo erforscht seit Jahren, wie sich Fasten auf die Zellerneuerung auswirkt. Die positiven Effekte überzeugten ihn, er entwickelte die Scheinfasten-Diät, gründete eine Firma und vermarktet sein Ernährungskonzept weltweit. Privat verdiene er daran nicht, sein Gewinnanteil fließe ausschließlich in seine Forschung wie der Spiegel berichtete.

Frau nimmt mit Scheinfasten zwei Kilos ab

Eine Spiegel-Autorin machte den Selbsttest. Fünf Tage lang befolgte sie die Diät-Regeln: Etwa 1.100 Kalorien täglich durfte sie am ersten Tag zu sich nehmen und rund 750 Kalorien an den Tagen zwei bis fünf. Gegessen und getrunken werden dürfen laut FMD unter anderem folgende Nahrungsmittel:

  • spezielle Tütensuppen
  • Nussriegel
  • Oliven
  • Tee
  • Multivitamintabletten
  • Cracker
  • Öl
  • ungesüßter Espresso

Das Fazit: Die Autorin hat nach dieser Kur zwar zwei Kilo verloren, jedoch auch eine Menge Geld. 199 Euro kostet die Scheinfasten-Diät-Box, in der die Tagesrationen für fünf Tage enthalten sind. Ob die zwei Kilo Hüftgold langfristig abgenommen wurden oder ob der JoJo-Effekt eingetreten ist, ist allerdings nicht bekannt.

Lesen Sie auch: Überraschend: Was unser Körpergewicht wirklich bestimmt - es ist nicht Sport und Ernährung

Entzündungshemmende Wirkung: Fasten soll Krebs-Risiko senken

"Bei mindestens zwei Drittel dieser Krankheiten (Anmerkung der Redaktion: Rheuma, Blut­hoch­druck oder Diabetes) ist das Fasten eindeutig nutz­bringend", zitiert test.de Andreas Michalsen, Inter­nist und Chef­arzt der Abteilung Naturheil­kunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin. 

Im Video: Abnehmen durch Fasten

Dem Fasten wird eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen: Ein Effekt, den viele Mediziner auf die Aktivierung von Fettmolekülen, sogenannte Ketone, zurückführen. So soll Fasten auch das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs senken.  

Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und sprechen Sie bei Übergewicht mit Ihrem behandelnden Arzt, der Sie über geeignete Maßnahmen informieren und gegebenenfalls eine Ernährungsberatung vorschlagen wird.

Ihre Meinung ist gefragt

Mehr zum Thema: So purzeln die Pfunde: Mit Intervallfasten in einer Woche fünf Kilo abnehmen.

jg / Video: glomex

Aufgedeckt: Das sind die zehn größten Abnehm-Irrtümer

Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate.
Diät-Mythos Nummer 1: Alkoholfreies Bier macht nicht dick - das stimmt allerdings nur bedingt. Zwar enthält es weniger Alkohol als normales Bier, dennoch liefert es genug Kalorien durch die enthaltenen Kohlenhydrate. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken.
Diät-Mythos Nummer 2: Wer nicht frühstückt, nimmt schneller ab - für Frühstücksmuffel gilt das vielleicht, doch Menschen mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel sollten lieber davon Abstand nehmen. Tipp: Morgens eine Scheibe Vollkornbrot plus Eiweiß in Form von Käse oder magerem Schinken hält lange satt. Außerdem bewahrt es vor Heißhungerattacken. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen.
Diät-Mythos Nummer 3: Weißes Fleisch ist gesünder als rotes - auch das stimmt nur bedingt. Schließlich versorgen die mageren Stücke von Rind & Co. (zum Beispiel Filet) mit viel Eiweiß und wertvollen Nährstoffen. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran.
Diät-Mythos Nummer 4: Wer raucht, nimmt ab - schließlich soll das regelmäßige Paffen den Appetit zügeln. Fest steht: Rauchen beeinflusst den Stoffwechsel, doch auf Dauer gewöhnt sich der Körper daran. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an.
Diät-Mythos Nummer 5: Mit Ausdauertraining nimmt man ab, mit Krafttraining nicht - das stimmt so nicht. Schließlich verbrauchen Muskeln auf Dauer mehr Fett. Tipp: Wer beides kombiniert, kurbelt die Fettverbrennung richtig an. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick.
Diät-Mythos Nummer 6: Wer viel Obst isst, wird schnell schlank - auch das ist nur bedingt richtig. Obstsorten wie Banane, Trauben oder exotische Früchte enthalten viel Fruchtzucker. Und wer zu viel davon zu sich nimmt, der bleibt auch dick. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller.
Diät-Mythos Nummer 7: Nudeln machen dick - das entspricht nicht der Wahrheit. Schließlich muss man differenzieren, welche Nudelsorte und welche Soße man dazu wählt. Tipp: Vollkorn lässt den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe schießen und sättigt schneller. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann.
Diät-Mythos Nummer 8: Süßstoffe sind gesünder als Zucker - jein. Süßungsmittel wie Aspartam sollen Studien zufolge tatsächlich eher schädlich für den Körper sein. Diesem wird zwar Süße vorgetäuscht, aber es kommt keine an. Die Folge: Er schüttet Insulin aus, was wiederum auf Dauer zu Heißhungerattacken führen kann. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung.
Diät-Mythos Nummer 9: Wer zu spät isst, nimmt nicht ab - wichtig ist allerdings nicht, wann man die Kalorien zu sich nimmt, sondern wie viele. Allerdings tun sich viele leichter, wenn sie die meisten Kalorien früher am Tag zu sich nehmen - und abends vor dem Zubettgehen weniger essen. Das dankt Ihnen sicherlich auch Ihre Verdauung. © pixabay
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen.
Diät-Mythos Nummer 10: Fünf kleine Mahlzeiten sind besser als drei große - so lautete lange die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Doch diese rät nun lieber zu drei Mahlzeiten pro Tag. Der Grund dafür: Erwachsenen (die großteils am Schreibtisch sitzen) reichen drei Mahlzeiten völlig aus. Schließlich kann der Körper so in den Stunden dazwischen in Ruhe verdauen und Fett verbrennen. © pixabay

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