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Aktuelle Zahlen:

Herzkrankheiten in Deutschland

Der Deutsche Herzbericht 2018 beinhaltet gute und schlechte Nachrichten. Die gute: Die Zahl der Sterbefälle durch Herzkrankheiten im Jahr 2016 ist rückläufig.

Die schlechte: Noch immer sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen hierzulande Todesursache Nummer eins. Zudem zeigen sich im Herzbericht regionale Unterschiede bei Erkrankungshäufigkeit und Sterbeziffer. Wir sagen, wie aktuell es in Deutschland um die Herzgesundheit steht.

Sterbefälle im Osten besonders hoch

Chronische ischämische Herzkrankheit (auch als koronare Herzkrankheit bekannt), Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und angeborene Fehlbildungen von Herz und Gefäßen sind zusammengenommen die häufigste Todesursache in Deutschland. 2016 starben insgesamt 207.032 Personen durch eine dieser Herzerkrankungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Sterbeziffer bezogen auf 100.000 Einwohner von 269,6 auf 250,9 gesunken.

Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern weisen die höchsten Sterbeziffern auf. Die Experten sehen die Bevölkerungsstruktur mit größeren Anteilen älterer Bürger als Ursache. Wie im Vorjahr kommen Berlin, Hamburg und Baden-Württemberg auf die geringsten Sterbeziffern.

Insgesamt mehr Herzpatienten im Krankenhaus

Obwohl die Anzahl der Sterbefälle insgesamt zurückgegangen ist, mussten mehr Menschen aufgrund von Herzerkrankungen in Krankenhäusern behandelt werden. Dem Bericht zufolge gab es 2017 insgesamt mehr als 1,71 Millionen entsprechende Krankenhauseinweisungen – das sind 37.800 oder 1,5 Prozent mehr als noch 2015.

Auf alle ausgewählten Herzkrankheiten bezogen, verzeichneten die Bundesländer Bremen, Baden-Württemberg, Sachsen und Hamburg deutlich weniger Krankenhauseinweisungen als der Bundesdurchschnitt. Deutliche Überschreitungen des Mittelwerts verzeichnen hingegen Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Thüringen.

Regionale Unterschiede bei Herzinsuffizienz

Die Zahl der stationären Behandlungen ist für Herzinsuffizienz in der gesamten Bundesrepublik gestiegen. Herzinsuffizienz, auch als Herzschwäche bekannt, zählt damit zu den häufigsten Anlässen für eine Krankenhauseinweisung.

Herzinsuffizienz ist besonders tückisch. Die Symptome entwickeln sich schleichend und werden häufig nicht ernst genommen. Je früher die Krankheit erkannt und mit Medikamenten wie ACE-Hemmern, Betablockern und Diuretika behandelt wird, desto besser. Wenn ACE-Hemmer nicht ausreichen, kommen andere Wirkstoffe wie Sacubitril und Valsartan zum Einsatz.

Vergleicht man die einzelnen Bundesländer, zeigen sich bei der Herzinsuffizienz signifikante Unterschiede. In Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt wurden mit 689, 662 beziehungsweise 645 Patienten pro 100.000 Einwohnern besonders viele Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz gezählt. Am geringsten liegt die Hospitalisierungsrate in Bremen (380), Baden-Württemberg (421) und Schleswig-Holstein (448).

Während im Saarland die Sterbeziffer für Herzinsuffizienz 26 beträgt, liegt sie in Bremen bei 83. Im Bundesdurchschnitt beträgt die Sterbeziffer der Herzinsuffizienz 43. Auffällig: Frauen erkranken sehr viel häufiger als Männer an Herzinsuffizienz.

Medizinische Versorgung und Prävention noch nicht flächendeckend

Eine Ursache für die prägnanten Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern könnte die schlechte medizinische Versorgung einzelner Regionen sein. So kommen in Thüringen auf einen Kardiologen 32.108 Einwohner, in Bayern sind es lediglich etwas mehr als 13.000 Einwohner.

Um die Sterberate und die Zahl der stationären Behandlungen weiter zu senken und die medizinische Versorgung zu verbessern, seien laut Herzbericht Investitionen in die Prävention nötig. Die Bevölkerung müsse besser über Herzerkrankungen, deren Anzeichen und Risikofaktoren aufgeklärt werden.

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