Ernährung in der Schwangerschaft

Diese Lebensmittel sind für Schwangere tabu - Gefahr für das Baby droht

  • Sophia Lother
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Viele Frauen fragen sich, was sie in der Schwangerschaft essen dürfen. Bei einigen Lebensmitteln ist Vorsicht geboten - dem ungeborenen Baby zuliebe.

  • In der Schwangerschaft müssen Frauen besonders darauf achten, was sie essen.
  • Einige Lebensmittel enhalten Keime, die der Schwangeren - und dem Baby - schaden können.
  • Vorsicht ist besonders bei einigen tierischen Lebensmitteln geboten.

Frankfurt – In der Schwangerschaft müssen sich Frauen auf viele Veränderungen einstellen. Übelkeit kommt in der Schwangerschaft häufig vor und ganz vorne mit dabei ist auch die Umstellung, was die Ernährung betrifft: Viele Lebensmittel können eine Gefahr für das ungeborene Baby darstellen. So können beispielsweise Keime im Essen sogar eine Fehlgeburt verursachen. Aufgelistet folgen hier einige Lebensmittel, die Schwangere vermeiden sollten.

Achtung! Rohe Eier sind in der Schwangerschaft gefährlich für das Baby

In vielen Gerichten sind rohe Eier enthalten. Beispielsweise in süßen Nachtischen wie Tiramisu oder Mousse au chocolat. Mayonnaise ist in der Schwangerschaft ebenfalls tabu. Vorsicht: Oft sind rohe Eier auch in anderen Soßen enthalten. Falls Sie beispielsweise gerne Döner essen, fragen Sie im Geschäft, ob die Knoblauch- oder Kräutersoße beispielsweise Mayonnaise enthält. In der Lieblingseisdiele sollten schwangere Frauen nochmals nachfragen, denn in einigen Eissorten sind rohe Eier enthalten.

Auf ihr Essen muss Frau in der Schwangerschaft besonders achten.

Laut dem Portal „Baby und Familie“, einem Tochterblatt der „Apotheken-Umschau“, können rohe Eier eine Vergiftung durch Salmonellen verursachen. Diese verursache starke Übelkeit und Erbrechen und könne deshalb zu einer Unterversorgung des ungeborenen Babys führen. Die Infektion mit Salmonellen im Essen könne allerdings nicht auf das Baby übertragen werden.

Aufpassen in der Schwangerschaft: Milch und Milchprodukte können dem Baby schaden

Vor allem in Rohmilch-Produkten können sich Krankheitserreger wie Listerien befinden. Diese können sogar auf das ungeborene Baby übertragen werden. Sie können bei Risikogruppen wie Schwangeren zur Infektionskrankheit Listeriose führen. Die Folge sind Symptome ähnlich einer Grippe. Im letzten Drittel einer Schwangerschaft kann es zu Früh- oder Fehlgeburten kommen. Werden die Listerien auf das Kind übertragen, können sie eine Hirnhautentzündung auslösen. Das könne, so das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg, geistige und körperliche Behinderungen nach sich ziehen.

Aber nicht nur Listerien können in Rohmilch enthalten sein. Auch Escherichia coli, Salmonellen oder Tuberkulosebakterien können vorkommen, so das Landeszentrum weiter. Sie können ebenfalls das ungeborene Baby schädigen. Käsesorten, die Rohmilch enthalten, sind in der Schwangerschaft ebenfalls tabu. Dazu zählen beispielsweise Weichkäse wie Camembert, Brie, Gorgonzola und ähnliche. Darüber hinaus ist beispielsweise von Hartkäse außerdem die Rinde eine Gefahrenquelle. Ebenso wie bei schon fertig geriebenem Käse können sich in diesem Essen nämlich bereits Keime tummeln.

Verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft: Rohes Fleisch

In der Schwangerschaft rohes Fleisch zu essen, kann unter anderem den Erreger Toxoplasmose übertragen. Dabei handelt es sich um einen Parasiten, der, infiziert er einen Erwachsenen, lediglich wieder grippeähnliche Symptome auslöst. Problematisch ist er in der Schwangerschaft aber deshalb, weil er auf das ungeborene Baby übertragen werden kann. Bleibt die Infektion dann unerkannt, kann das zu schweren Schäden beim Ungeborenen führen und sogar eine Fehlgeburt auslösen. Toxoplasmose kann allerdings auch durch Katzen-Kot übertragen werden, daher sollte man sich bei einer Schwangerschaft beim Arzt informieren und testen lassen, denn ist man bereits infiziert, gilt man als immun.

Aber nicht nur bei wenig durchgebratenem Steak oder Tatar beziehungsweise Mett spricht man von rohem Fleisch. Auch in Rohwurst kann Toxoplasmose vorkommen, beispielsweise in bestimmten Salamis und Räucherschinken. Innereien soll man schwanger übrigens auch nur in Maßen essen und im ersten Trimester der Schwangerschaft ganz meiden, denn sie können Schadstoffe enthalten und haben einen hohen Vitamin A-Gehalt, der für das Baby am Anfang noch schädlich ist.

Schwangere Frauen sollten zum Wohl ihres Babys keinen Fisch essen

Sushi ist in der Schwangerschaft leider ebenso ein Tabu wie geräucherter oder marinierter Fisch. Denn hier können sich, wie auch in Rohmilch, Listerien tummeln. Aber bei einigen Fisch-Sorten besteht noch eine Gefahr: Schwermetalle wie beispielsweise Quecksilber. Die Verbraucherzentrale Bayern rät in der Schwangerschaft, folgenden Fisch eher nicht zu essen: Haifisch, Buttermakrele, Aal, Steinbeißer, Schwertfisch, Heilbutt, Hecht, Seeteufel und Thunfisch.

Diese Lebensmittel sind in der Schwangerschaft tabuBeispiele
Rohes EiSofteis, Tiramisu, Mayonnaise
RohmilchVerschiedene Käsesorten, beispielsweise Brie und Gorgonzola
Rohes FleischTatar, Mett, Räucherschinken, bestimmte Salami
Roher, geräucherter oder belasteter FischSushi, Carpaccio, Thunfisch, Muscheln

Alkohol und Koffein in der Schwangerschaft können gefährlich fürs Baby sein

Dass Alkohol und Koffein in der Schwangerschaft eher ungesund sind, weiß fast jede Frau. Und doch bekommt man gerade beim Thema Alkohol immer wieder zu hören, dass ein Gläschen schon nicht schaden könne. Studien zu Auswirkungen von Alkohol auf das ungeborene Baby sind aber erschreckend. So kommen in Deutschland jährlich circa 10.000 Kinder mit fetalen Alkoholeffekten zur Welt. Dazu gehören Schäden des Nervensystems und somit eine verzögerte geistige Entwicklung und eine Verminderung des Intelligenzquotienten. Wird zum Zeitpunkt der Hirn- und generellen Organentwicklung Alkohol getrunken, sind die Auswirkungen am schlimmsten. Schon eine geringe Menge Alkohol kann für das Baby in der Schwangerschaft gefährlich sein. Daher wird präventiv dazu geraten, auf Alkohol ganz zu verzichten.

Koffein dagegen wird zwar auch auf das ungeborene Baby übertragen, in sehr geringen Mengen ist es aber weniger gefährlich. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sind 200 Milligramm Koffein pro Tag für das Ungeborene unbedenklich.

Generell gilt es in der Schwangerschaft, auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung beim Essen zu achten. Eine Empfehlung zu Lebensmitteln für Schwangere hat der wissenschaftliche Beirat des Netzwerks „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie“ herausgegeben. (Von Sophia Lother)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Milkos, GettyImages/BKK Mobil Oil/obs

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