Ein Burnout kann Menschen völlig aus der Bahn werfen.
+
Ein Burnout kann Menschen völlig aus der Bahn werfen.

Umfrage

Hat nichts mit Überanstrengung zu tun: Dieser Faktor begünstigt Burnout

  • Simona de Clerk
    vonSimona de Clerk
    schließen

Wer sich überanstrengt, der kann einen Burnout erleiden, heißt es. Dass dies jedoch nicht ausschlaggebend ist, sondern ein anderer Faktor, zeigt eine Umfrage.

  • Wer einen Burnout erleidet, der fühlt sich chronisch überfordert.
  • Dass jedoch Überanstrengung nicht der ausschlaggebende Faktor für ein Burnout* ist, zeigt eine Umfrage.
  • Es gibt demnach einen viel entscheidenderen Faktor, der Auslöser für einen Burnout ist.

Burnout: Ein Faktor ist entscheidend

Wie die General Social Survey, eine Umfrage, die bereits im Jahr 2016 durchgeführt wurde, jedoch nach wie vor relevant ist, zeigte, begünstigt ein Faktor, ob man einen Burnout bekommt. Und das ist Einsamkeit. Die Studie kam zu dem Ergebnis: Je mehr eine Person überarbeitet ist, desto einsamer fühlt sie sich. Und je größer die gefühlte Einsamkeit ist, desto schneller fühlen sich Menschen überfordert.

Laut der Studie geben Menschen zudem heute 20 Prozent häufiger an, überanstrengt zu sein, als es noch vor 20 Jahren der Fall war. Davon berichteten 50 Prozent, dass der Auslöser von der Arbeit herrühre.

Symptome eines Burnouts sind folgende:

  • Erschöpfung
  • Gedankenkarussell
  • Gefühl von zu wenig Anerkennung
  • psychosomatische Probleme
  • Resignation / Distanziertheit
  • Rückgang der Leistung
  • Depression

Lesen Sie hier: Ärzte glaubten ihr kein Wort: Junge Frau ist so erschöpft, dass sie das Bett nicht verlassen kann.

Einsamkeit als Ursache für ein Burnout - und weitere Erkrankungen

Einsamkeit macht uns krank und hat verheerende Folgen für Betroffene. John Cacioppo, ein Experte auf dem Forschungsgebiet Einsamkeit, weiß um die verheerenden Auswirkungen auf die psychische wie physische Gesundheit sowie die Lebenserwartung einsamer Menschen, wie das Portal Businessinsider berichtete. Eine andere Studie zeigte zudem auf, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder eine Herzerkrankung durch Einsamkeit um ganze 30 Prozent steigen kann.

Umgekehrt hat das Ausbleiben von Einsamkeit äußerst positive Effekte: Wer gesellig ist, sich auf Neues einlässt und (wertvolle!) soziale Kontakte pflegt und vor allem dabei ein Gefühl der Geborgenheit empfindet, der beugt Burnout, Angstzuständen und Depressionen vor und stärkt sogar sein Immunsystem.

So beugt man Burnout durch den Arbeitsplatz vor

Firmen können Fälle von Burnout vermeiden. Worum es dabei geht, ist, die Produktivität und Zufriedenheit zu steigern. Denn wer spürt, dass er gebraucht wird, der arbeitet besser und auch zufriedener. Was am Ende ausmacht, dass Arbeitnehmer nicht an einem Burnout erkranken, kommt daher nicht zuletzt davon, wie glücklich man im Büro ist und wie gut man sich mit seinen Kollegen versteht. Stimmt also das Klima, ist auch die seelische Gesundheit gewährleistet.

Auch interessant: Depressionen: Deuten Sie dieses gefährliche Alarmsignal richtig.

sca

Welche Faktoren oft zu Burnout führen

Wer von einem Burnout betroffen ist, fühlt sich aufgrund beruflicher oder anderer andauernder Überlastung geistig, körperlich und emotional erschöpft. Foto: Monique Wüstenhagen
Wer von einem Burnout betroffen ist, fühlt sich aufgrund beruflicher oder anderer andauernder Überlastung geistig, körperlich und emotional erschöpft. Foto: Monique Wüstenhagen © Monique Wüstenhagen
Viele Burnout-Betroffene kämpfen mit Problemen in verschiedenen Beziehungen - sei es mit dem Partner, dem Arbeitgeber oder den Kollegen. Foto: Christin Klose
Viele Burnout-Betroffene kämpfen mit Problemen in verschiedenen Beziehungen - sei es mit dem Partner, dem Arbeitgeber oder den Kollegen. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Symptome eines Burnouts sind unter anderem Lustlosigkeit, Gereiztheit und Anspannung. Außerdem können Betroffene ihre Aufgaben nicht mehr oder kaum noch bewältigen. Foto: Christin Klose
Symptome eines Burnouts sind unter anderem Lustlosigkeit, Gereiztheit und Anspannung. Außerdem können Betroffene ihre Aufgaben nicht mehr oder kaum noch bewältigen. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Bei der Entstehung eines Burnouts spielt der Beziehungsaspekt eine zentrale Rolle. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Bei der Entstehung eines Burnouts spielt der Beziehungsaspekt eine zentrale Rolle. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert © Klaus-Dietmar Gabbert
Mirriam Prieß ist Ärztin und Autorin des Buchs "Burnout kommt nicht nur von Stress". Foto: Martin Bieling
Mirriam Prieß ist Ärztin und Autorin des Buchs "Burnout kommt nicht nur von Stress". Foto: Martin Bieling © Martin Bieling
Enno Maaß ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). Foto: Holger Gross
Enno Maaß ist stellvertretender Bundesvorsitzender der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV). Foto: Holger Gross © Holger Gross
Anette Wahl-Wachendorf ist Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Foto: VDBW
Anette Wahl-Wachendorf ist Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Foto: VDBW © VDBW

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare