Coronavirus
+
Forscher haben Partikel des Coronavirus Sars-CoV-2 in menschlichem Erbgut nachgewiesen. (Symbolfoto)

Pandemie

Corona: Forscher entdecken Partikel von Sars-CoV-2 in menschlichem Ergbut

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
    schließen

Positive Corona-Tests mehrere Monate nach einer Covid-19-Erkrankung sind keine Seltenheit. Forscher zeigen nun, dass dahinter keine Infektion stecken muss. 

Frankfurt/Massachusetts – In der Corona-Pandemie werden Patienten immer häufiger positiv auf Sars-CoV-2 getestet, obwohl sie zuvor bereits an Covid-19 erkrankt waren. Teilweise geschieht dies sogar mehrere Monate nach der Erkrankung.

Seit geraumer Zeit wird seitens der Forschung darauf verwiesen, dass es möglich ist, sich mehrfach mit dem Coronavirus zu infizieren. Eine neue Studie zeigt nun, dass es sich jedoch nicht um eine mehrfache Infektion handeln muss, trotz eines positiven PCR-Testergebnisses.

Positiver Corona-Test Monate nach Covid-19-Erkrankung – Das steckt dahinter

Das Forscherteam um Rudolf Jaenisch, Professor am „MIT“, fand heraus, dass Virusreste in menschlichen Chromosomen Spuren hinterlassen. Diese werden offenbar von Tests „abgelesen“. Dafür implementierten die Wissenschaftler genetische Sequenzen von Sars-CoV-2 in Wirtszellen und beobachteten diese.

Bei den Chromosom-Spuren handelt es sich meist jedoch um minimale Mengen. Die Wissenschaftler betonen in der Studie, dass es sich dabei um kein Alleinstellungsmerkmal des kursierenden Coronavirus handelt. Demnach bestehen rund acht Prozent der menschlichen DNA aus viralen Überresten. Liguo Zhang, einer der Autoren der Studie, betont, dass derartige Sequenzen nicht nur bei Menschen, sondern bei zahlreichen Wirbeltieren gefunden wurden.

Hier finden Sie die Studie im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

In der Studie wurde mithilfe von drei Methoden nachgewiesen, dass sich Fragmente des Viren-Erbguts in menschlichen Zellen absetzen. Auf „springenden Genen“, flexible Regionen der DNA, seien die Viren zu finden gewesen, so die Forscher. „Springende Gene“ wurden bereits in der Krebsforschung untersucht und vermehren sich stark unter Stresseinfluss. Unklar ist dabei jedoch, ob die viralen Fragmente für eine Reproduktion des Coronavirus verantwortlich sind. Die Forscher gehen allerdings davon aus, dass mehrere Mechanismen hinter der Integration der Coronaviren in die DNA stecken. Diese sind allerdings noch nicht ausreichend erforscht, heißt es.

Die Ergebnisse der Studie werden gestützt von einer im Fachjournal „PLOS ONE“ veröffentlichten Untersuchung: Eine Gruppe um Ithan Peltan von der University of Utah in Salt Lake City untersuchte Patienten, die 60 oder mehr Tage nach einem positiven Coronatest erneut mit einem PCR-Test positiv auf das Virus getestet wurden. In rund 90 Prozent der Fälle lag demnach trotz positivem PCR-Test keine Sars-CoV-2-Infektion vor, es gab also keine erneute Ansteckung. (tu mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare