Wirksamkeit beeinträchtigt?

Corona-Impfung: So lange sollten Sie davor und danach auf Alkohol verzichten

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
    schließen

In Deutschland sind rund fünf Prozent der Bürger gegen Corona geimpft. In Russland sind es rund drei Prozent – diese sollen lange nach der Impfung noch keinen Alkohol trinken.

  • In der Europäischen Union (EU) stehen drei Corona-Impfstoffe zur Verfügung: Biontech, Moderna und Astrazeneca.
  • Wie bereits etablierte Impfstoffe können auch die Corona-Präparate Nebenwirkungen entfalten, wie die Bundesregierung informiert. Jeder muss für sich selbst abwägen, ob eine Corona-Impfung für ihn infrage kommt. Einige Erfahrungsberichte sprechen für die Impfung*.
  • Russlands oberster Amtsärztin Anna Popowa zufolge sollte man allerdings vor und nach der Impfung geraume Zeit auf Alkohol verzichten. Wie lange genau, erfahren Sie hier.

Die Corona-Impfung soll nichts weniger, als die Pandemie endlich stoppen. Mediziner versprechen sich durch die Impfung weniger schwer verlaufende Coronavirus-Infektionen und damit weit weniger Menschen, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Die Bürger hoffen auf die Rückkehr zur Normalität und damit ein Ende der Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und Reiseverbote. In einigen Ländern laufen Impfkampagnen bereits sehr erfolgreich, wie etwa in Großbritannien. Auch in Russland steigt die Zahl der Geimpften: 5,2 Millionen Menschen sollen bereits vollständig geimpft sein, wie tagesschau.de informiert. Verabreicht wird hier der vom Moskauer Forschungszentrum Gamaleja entwickelte Impfstoff „Sputnik V“.

Nach einer Impfung beginnt der Körper zu arbeiten, jedoch reagiert er je nach Impfstoff anders. Im Fall der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna handelt es sich um sogenannte mRNA/DNA-Impfstoffe. Diese enthalten Teile des Coronavirus-Genoms in Form einer sogenannten Boten-RNA. Der Körper produziert bei Kontakt mit dieser Boten-RNA für das Coronavirus typische Eiweiße, die nicht krank machen, das Immunsystem allerdings zur Produktion von Corona-Antikörpern anregen. Das Immunsystem ist also beschäftigt und bei vielen Menschen etwas anfälliger für Krankheitserreger. Entsprechend sollten Sie sich nach einer Impfung schonen – und keinen Alkohol trinken.

Corona-Impfung: „Trinken Sie in den ersten Tagen nach einer Impfung möglichst gar keinen Alkohol“

So empfahl Russlands oberste Amtsärztin Anna Popowa dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zufolge im Dezember, vor und nach der Impfung keinen Alkohol zu trinken – insgesamt ganze 56 Tage lang. Der Leiter des Forschungszentrums Gamaleja dagegen sprach sich für eine dreitägige Alkohol-Abstinenz nach einer Corona-Impfung aus. Generell gilt: Alkohol sollte in Maßen getrunken werden. Die Barmer Krankenkasse formuliert es in Hinblick auf Impfungen folgendermaßen: „Im alltäglichen Umgang mit unzähligen Krankheitserregern aus der Umwelt ist unsere körperliche Abwehr weitaus mehr gefordert, als durch die überschaubare Anzahl geschwächter Erreger in Impfstoffen. Unser Immunsystem kommt daher auch ohne Weiteres mit Genussmitteln klar: Es verarbeitet Impfungen selbst dann, wenn wir anschließend einen leckeren Milchkaffee, ein Stück Sahnetorte oder ein Glas Rotwein genießen. So lange wir das in Maßen tun, stören wir nicht die Routine der körperlichen Abwehr“.

*WERBUNG* Corona-Schnelltest für zu Hause bestellen

Bei Hostlab können Sie offiziell zugelassene Selbsttests bestellen.
Jetzt zur Dealseite auf Hostlab (Affiliate-Link)

Mehr zum Thema: Corona-Impfung: Unglaublich – so lange soll man danach auf Alkohol verzichten*.

Allerdings variieren die Effekte von Alkohol auf die Wirksamkeit von Impfungen von Impfstoff zu Impfstoff, weshalb die Barmer die Empfehlung ausspricht: „Trinken Sie in den ersten Tagen nach einer Impfung möglichst gar keinen Alkohol. Oder Sie belassen es einfach bei einem Glas Wein oder Bier. Denn der Körper kann nach einer Impfung schlechter Antikörper bilden, wenn er damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen“. Die Gemeinschaftspraxis Lüer Hafemann OP-Ambulanz Barsinghausen spricht sich ebenfalls für den Alkoholverzicht aus: Die Energie, die der Körper für den Abbau von Alkohol benötigt, sollte kurz nach einer Impfung für die Bildung von Antikörpern bereitgestellt werden, so die Empfehlung: „Folglich sollte starker Alkoholkonsum in den ersten Tagen nach der Impfung vermieden werden, auch wenn dieser die Wirksamkeit der Impfung nicht beeinträchtigt“, heißt es auf den Seiten der Praxis. (jg) *Merkur.de und ruhr24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-impfung-faq-1788988

Umfrage zum Thema

Weiterlesen: Corona-Impfplan in sechs Stufen: Ü-80-Jährige werden zuerst geimpft, Polizisten erst am Schluss.

Wenn Kinderkrankheiten Erwachsene erwischen

Steckt sich ein Erwachsener mit einer Kinderkrankheit wie Keuchhusten an, leidet er darunter meist viel stärker als betroffene Kinder. Foto: Christin Klose
Steckt sich ein Erwachsener mit einer Kinderkrankheit wie Keuchhusten an, leidet er darunter meist viel stärker als betroffene Kinder. Foto: Christin Klose © Christin Klose
Gegen viele Kinderkrankheiten kann man sich impfen lassen. Das ist auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll. Foto: Tim Brakemeier
Gegen viele Kinderkrankheiten kann man sich impfen lassen. Das ist auch im Erwachsenenalter noch sinnvoll. Foto: Tim Brakemeier © Tim Brakemeier
Prof. Dr. Erika Baum ist Präsidentin der Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Foto: Philipps-Universität Marburg
Prof. Dr. Erika Baum ist Präsidentin der Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Foto: Philipps-Universität Marburg © Philipps-Universität Marburg
Dr. Jana Husemann ist Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Hamburg. Foto: Lopata/axentis.de
Dr. Jana Husemann ist Vorstandsmitglied im Hausärzteverband Hamburg. Foto: Lopata/axentis.de © Lopata
Prof. Dr. Bernd Salzberger ist Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sowie Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg. Foto: Universitätsklinikum Regensburg
Prof. Dr. Bernd Salzberger ist Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie sowie Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg. Foto: Universitätsklinikum Regensburg © Universitätsklinikum Regensburg

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links.

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare